Wenn die Leute signifikant älter geworden sind, erzählen sie einem hinterher immer gern darüber, wie sie „Bilanz gezogen“ haben. Keine Ahnung, wie das gehen soll, falls es etwas bedeutet, das man nicht durch den Gebrauch eines Geldautomaten beheben kann. Meine Bilanz ergibt: Nach drei, vier Wochen legt sich der Rummel um einen runden Geburtstag langsam, und: Ui, ich bin jetzt auch schon 601 Monate alt.

601 — mal nachschauen: Anno 601 wurde Canterbury Erzbistum, und Köchelverzeichnis 601 besteht aus gleich vier Menuetten für Orchester, wobei letzteres mehr hergibt.

Die Menuette stehen in A-, C-, G- und D-Dur und stammen vom 5. Februar 1791. Da war Mozart 421 Monate alt, hatte noch zehn weitere zu leben und 25 Köchelverzeichnisnummern zu schreiben. Für ihn ist das also Alterswerk. Da konnte er schon mal leicht an einem trüben Februarsamstag kurz vier Menuette runterkomponieren.

So ungefähr müsste das gehen mit dem Bilanzziehen. Bei der Richtung, die das einschlägt, warte ich lieber noch ein Jährchen: Köchelverzeichnis 613 heißt wenigstens „Ein Weib ist das herrlichste Ding“ für Klavier in F-Dur — aus feministischer Sicht fragwürdig, aber hoffentlich historisch zu rechtfertigen. Was man kennt, ist erst wieder Köchelverzeichnis 620, die Zauberflöte.

Bilanz nach über 50 Jahren: Das vierte Menuett in D ist ganz lustig.