Was die Botaniker für die Erstbeschreibung einer neuen Spezies alles brauchen. Der Entdecker der Orange (Linné 1783, wetten?) muss sich ganz schön was an taxonomischer Diagnostizierung der Ökologie und Verbreitung bestehender Populationen aufgeladen haben, als er auch noch die Blutorange, Bitterorange, Navel-Orange, Navelina, Apfelsine, Mandarine, Clementine und Satsuma durchsetzen wollte, von Grapefruit gegenüber der Satsuma ganz zu schweigen.

Und dann raschelt einem der Kassierer beim Gemüse-Cavusoglu in der Landwehrstraße mit der Tüte „Orange Herkunft Land Spanien KG 1,99“ rum, zottelt eine einzelne raus und sagt zielsicher: „Diese nix eins neunundneunzig. Diese drei neunundneunzig.“

„War aber in derselben Wanne“, wende ich ein.

„Nix diese. Andere.“ Wiegt die einzelne separat ab und berechnet souverän hundert Prozent Aufschlag.

„Steht das nach dem ICN in einer gültigen Publikation?“ frag ich.

„Nix diese“, sagt er.

Das sieht der durch die Plastiktüte. Schon klasse.

Soundtrack: Johnny Cash: Orange Blossom Special, was sonst?
Live in San Quentin am 24. Februar 1969. Auch schon wieder vor fuchzig Jahren.