Klimawandel: O Herr, die Früchte werden groß.

Der KATER berichtet

Die dümmsten Bauern haben die größten Kiwis

Neubairischer Volksmund

 

Beweis-Pfoto:
Riesen-Kiwi 8 cm lang

 

Wachsen tun sie einfach so, mitten in der Smog-, Feinstaub-, SO2- und CO2-verpesteten Münchner Altstadt, Reifenstuel Süd, 4.-5.Stick. Beweis-Pfoto:
Kiwis am Haus, Südlage, 4.-5. S5tock

 

Nochmal das Ernteglück, weils so schee war:
Ernteglück mit Kiwis am Haus

 

Außerdem, zu der dickplüschigen Hummelkönigin, die sich im Oktober noch an den Rosenblüten gelabt hat, jetzt die Hagebutten dazu. Ca. 3-4 cm groß. Beweis-Pfoto:
Riesen-Hagebutten im Garten

Der Sommer geht, das Klima wandelt, der Winter kommt.

 

 

Kalenderspruch

“Auftakt” ist ja gut, in der dritten Kalenderwoche, wo man schon wieder von den heurigen Dissonanzen gelangweilt ist. Das Imposante ist aber immer wieder, dass so ein literarischer Katzenkalender schon Mitte 2016 fertig sein muss, wenn das Titelbild von 2018 drinstehen soll. Das Gedicht verbreitet dagegen eine angenehme Ruhe. Schönes Wochenend.

Katz im Kalender

——— Walle Sayer:

Auftakt

aus: Cool Pains, 20. November 2013,
in: Julia Bachstein (Hrsg.): Der literarische Katzenkalender 2017,
Schöffling, Frankfurt am Main 2016, Kalenderwoche 03/2017:

Ohne Lehrerlaubnis
fällt draußen Schnee.

Dass du stehst neben dir
am Fenster deiner Dachkammer.

Hinausschaust als wie jemand,
der auf nichts wartet.

Bis schwarz eine Katze
den Garten durchquert.

Schnee fällt draußen
und bedeckt das Weiß.

Katz im Kalender: Schöffling in der Küche.

Die fünf traurigsten Stellen im Internet

5.: Aufgenommen ca. 1995, 0 Favs, 0 Kommentare.

4.: Deine Änderungen konnten nicht übernommen werden.

3.: Versuche es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.

2.: Finde heute noch sexy girlfriend in Deiner region bis 300 km.

1.: Sei die erste Person, der das gefällt.

Soundtrack: Handsome Family: Far From Any Road, from: Singing Bones, 2003.

Lalala

Guerilla heißt ja, dass alle dürfen, ob sie können oder nicht.

Guerillapoesie Instagram

Ich bin nichts und doch soviel denn ich kann sein was immer ich will!

16. April 2016, keine Ahnung mehr, wo, riecht aber nach Schwabing. Hohenzollernstraße, wetten?

Graffiti Unterführung

Eine Seele ohne Licht. Wie ein Tag ohne Nacht. Macht, keine Kraft. Der Funke entfacht. Der Schatten daneben. (Traurig, gell.)

17. März 2014, verspinnwebte Unterführung im strukturschwachen Niemandsland zwischen Leutstettener Moos und der A 95, wahrscheinlich sogar unter der letzteren.

Raiffeisenbank Isar-Loisachtal für den Prälatengarten Kloster Schäftlarn

Da wo das Geld zuhause ist,
man auch das Schenken nicht vergißt!

1. September 2015 von der Raiffeisenbank Isar-Loisachtal für den Prälatengarten Kloster Schäftlarn. Wenigstens die kennt man.

Achtung an alle! Bitte beachten! Es gilt: und zwar folgendes. Was ist zum Beachten. Bei uns wird der Böhmermann groß geschrieben. Das ist das A und das O.

Update zum Langenscheidt Deutsch—Mutter/Mutter—Deutsch:

Um wieder mal meta zu werden: Wer bloggt überhaupt noch? Nachdem klar geworden war, dass ein Blog-Eintrag doch einen gewissen Aufwand erfordert, war alsbald Sense mit der Blogosphäre, und Twitter kam gerade recht, um sich herauszureden, dass man da gar nicht mehr als 140 Zeichen reinschreiben kann. Zum Vergleich: Ich brauche für einen üblichen Eintrag zwei bis drei Stunden, mit Nachdenken wird’s ein Tageswerk, wenn ich Bilder, Bildlizenzen, belegende Links, ausschmückende Links, zurechnungsfähiges Deutsch, handgeschriebenes HTML, einen Soundtrack, ein Layout und womöglich auch noch eine Idee haben soll, geht die ganze Woche drauf. Meine literaturtheoretischen Auslassungen über die aufregenden Abenteuer von Doctor Faustus und seinen komischen Freunden sind eigentlich zwei Vollzeitjobs. Selbstverständlich sind wir nur die Besten, nicht die Schnellsten. Wenn mir wieder einer seine wertvollen Tipps mitteilen will, wie ich schneller sein könnte — kein Problem: Dann verschieb ich den Eintrag halt einen bis zwei Monate.

Darum gibt’s bei uns kaum jemals was Aktuelles wie den Böhmermann (gestern war sein Pipikackaficki-Video noch da). Es bloggen mithin nur noch die Unerschrockensten und die Schmerzbefreitesten. Bloggen sollten aber solche, die mehr zu sagen haben als 140 Zeichen. Viel zu selten vernommen und gelesen wird der gewinnend markige, allzeit eindeutige Tonfall des deutschen Mittelstands. Noch zu erstellende Weblogs hätten sich Themen zu widmen wie (alphabetisch):

  • Achtung an alle!!!
  • Augen auf und flexibel sein!
  • Bei uns ist der Fortschritt Tradition.
  • Bei uns wird der Kunde groß geschrieben.
  • !!!!!Bitte beachten!!!!!
  • Das ist das A und das O.
  • Da muss man da das Gespräch, das muss man da suchen und in einen Dialog, da muss man da treten.
  • Es gilt: auf Zack sein!
  • Und zwar folgendes.
  • Was ist zum Beachten.

So passiv-aggressiv mein ich das gar nicht: Auch wenn ich mich nicht vor der IHK mit den Kollegen messen lassen muss, wird man wohl noch neidisch sein dürfen.

Soundtrack: Das Handwerk: Die Wirtschaftsmacht von nebenan, 2010.

Mein harmlos Haiküchen von Tod & Verderben, Demütigung & Zynismus

2016
wird noch mieser. Viel Glück. Wir
werden es brauchen.

Nicht gut? Okay, dann noch eins:

Drei Narren aus dem
Morgenland kommentieren
mich: “Haram, haram.”

Auch nicht besser. In diesem Sinne.

Soundtrack: Element of Crime: Der weiße Hai,
aus: Immer da wo du bist bin ich nie, Vertigo 2009.

Die Hölle, das sind immer die gleichen

In der Gegend, wo Münchens letzte paar ernstzunehmenden Antiquariate die letzten Erbmassen Altpapiers verhökern, macht eine unschlagbar treffende Wandverzierung auch noch ein Drittel Göttliche Komödie überflüssig:

München, Maxvorstadt, Türkenstraße, Die Hölle macht keinen Spaß

Das ist natürlich der Teil Inferno auf den Punkt gebracht. Bei der Location und der Typographie hätte sich sogar noch Gustave Doré seinen großmächtigen Zyklus von Illustrationen sparen können.

Wenn der Meister seinen 750. Geburtstag hinter sich hat, sucht man endlich nach einer anständigen Dante-Ausgabe, und dann das. Kein Wunder, dass es die Antiquariate so dahinrafft.

Bild: Hauseinfahrt Türkenstraße, selbergemacht und gemeinfrei gegeben, 25. Juni 2015.

Das Lied vom Kastanienbaum

[Melodie: Nina Hagen: Erfurt & Gera, aus: Street, 1991.]

Da steht im Blumentopf statt Geranien, kaum
gepflanzt, gegossen, schon gesprossen, ein Kastanienbaum
auf dem Fensterbrett in der Küche
und absorbiert Gerüche.

       Und meine Frau Veronika
       spielt leise auf der Mundharmonika
       nach der Leberknödelsuppe lugend
       ihre Lieblingslieder aus der Jugend.

Der Vater von dem Bäumchen stand am Gartenzaun
und dann haben sie ihn letzten Winter umgehaun,
weil die Wurzeln in die Wasserleitung gehn,
und wir wollten nicht deswegen in der Zeitung stehn.

       Und meine Frau Veronika
       spielt rauf und runter ihre Chronika,
       dass wir die Suppe von Pink Floyd bis Nina Hagen schlürfen
       (das wird man heutzutage wohl noch sagen dürfen).

Dass der Papa nicht so einfach für die Katz vergammelt,
hat sie sorgsam die Kastanienkinder aufgesammelt,
eins in den großen Blumentopf, und erst verlor sich’s drin,
daneben kümmern meine Sukkulenten vor sich hin.

       Und meine Frau Veronika
       wechselt von der Dominante auf die Tonika,
       sucht noch für die Brühe Blumenkohl — oh,
       und was für ein brillantes Solo!

[Solo: ungefähr Sonny Terry auf Harmonica and Washboard Breakdown]

Wenn der Blumentopf bald nicht mehr reicht, seh ich,
sind die Kinder und die Enkel überlebensfähig.
Das Problem ist dann der Oma mit dem Haus zu schildern,
um bei ihr im Garten unser Bäumchen auszuwildern.

       Und meine Frau Veronika
       kauft online ein Pfund Antiparkinsonika
       und ich kauf ein paar Schnitzel für den Grill, ja,
       und dann gärtnern wir bei Großmuttern guerilla.

Alle Bilder vom Kastanienbaum sind leider
untersagt, weil I’m a lover, not a fighter.
Photoshop schafft nicht alles, was Schmutz schafft,
aber I’m a poet, not a Putzkraft.

       Und meine Frau Veronika
       spielt leise auf der Mundharmonika
       nach der Leberknödelsuppe lugend
       ihre Lieblingslieder aus der Jugend.

       Und meine Frau Veronika
       spielt Arnold Schönberg auf der Mundharmonika,
       auf die Leberknödelsuppe fluchend
       und neue Lieblingslieder suchend.

Self-deinstalling beta version with a lousy RAM, and the image resolution is a joke

An Robinson’s Bar steht außen weiß auf Schwarz:

Alcohol is the liquid version of Photoshop.

Das sieht man durchs Busfenster, Linien 52 und 62. Seitdem rätsle ich, warum da niemand drunterschreibt:

Only without a memory function.

Weil ich, der ich niemanden zu Straftaten wie Gewalt gegen Sachen anstiften würde, den einzigen weißen Edding der Stadt rumtrocknen hab?