Fühlingsolle

Jetzt, wo die Firma lange genug erloschen ist, kann man’s ja veröffentlichen: Die Anzeige aus den Nürnberger Kino-News (Rückseite, war bestimmt nicht billig) hab ich lange über meinen Arbeitsplatz in der Werbeagentur aufgenagelt, als Mahnmal zum Korrekturlesen. Außerdem war die kleine Schnelle auf dem Bild, die man bestimmt im Express treffen konnte (und wahrscheinlich sogar mal getroffen hat), ganz ansehnlich. Man schrieb 1994.

Fühjahrsmode reduziert, Bebop 1994

Bebop: Charlie Parker & Dizzy Gillespie: Hot House, April 1952.

Die echten Modernisierungsverlierer

DEM KATER SÎN BLOG: Hier spricht der Kater. 17 und forever young.

Greise glauben alles. Männer bezweifeln alles. Junge wissen alles besser. Oscar Wilde

Wolf ist grade mal 47. Und kriegt diesen Brief:

Ab ins Pflegeheim mit dem rüstigen 46er

Du hinfällig, du alt, du Pflegeheim!

Und das ist drin:

Bestelltext des unglaublichen Seniorenmarketing

Die Erlösung, die Rettung!! Das Versprechen!! … und Katzenfutter kriegste auch! … Die Superbestellung für Hinfällige. Alles an edlem 80er-Jahre-Marketingwissen ist da vereint …

Ob ein Mann, der 70 ist, dieses unglaublich dreiste Stück Angst-Marketing super findet, ist dem immer noch teils herumglucksenden, teils erschütterten Hause Gräbel nicht bekannt. Wohl nicht.

Ob Moritz oder ob die unsterblichen Tjorvens, Pelles, Stinas, Malins und Melcher Melchersons, alle for ever young. Man wird diese trottelhafte Beleidigung der schieren Existenz dahin tun, wo sie hingehört: als Klimawandel-bewusster Bürger mit “Ich trenne – also bin ich!”-Mindset vollkorrekt in die Mülltrennung. Bringt zwar dem Klima und meinem Fell nix, aber macht Spaß.

 

Gruß,

Moritz, for ever young

 

 

Find a Biergarten

Grab Erich KästnerMünchen hat auch schöne Ecken. So viel immerhin lernt man in der PR-Textsammlung Biergartenguide. Die selbstbewussten 14 Euro 90 kriegt man locker wieder rein, wenn man die 40 beiliegenden Gutscheine nutzt: Die meisten Biergärten haben (hoffentlich) zugestimmt, gegen deren Vorlage unter juristisch wasserfestgelegten Bedingungen zwei Maß Helles zum Preis von einer einzigen zu verkaufen. Beim 2014 vorherrschenden Selbstbewusstsein der Münchner Biergartenwirte von um die sieben Euro pro Maß nimmt man da leicht 280 Euro ein, da sind die 14,90 auch schon wurscht, und da schaut man auch über Sätze wie “Im Sommer ist das Park Café nicht zuletzt wegen seiner zentralen Lage ein beliebter Treffpunkt”, Kombinationen aus Substantiv + “pur”, Hinweise darauf, was alles “zum Verweilen” einlade und das allfällige “lecker” (Herrschaftzeiten, es geht um München) generös hinweg.

Gebracht hat mich unser Rezensionsexemplar — schönen Dank an die Autoren Markus Birk und Thomas Hartmann! — auf was: Den Biergarten Sankt Emmeramsmühle wollt ich schon immer mal anschauen. “Historisches Flair gepaart mit einer Portion Tradition erleben Biergartenbesucher am nordöstlichen Ende des Englischen Gartens” sollte einen ja abhalten, und ob ein Wirtshaus eine regionale Küche “neu interpretieren” muss, kann man man auch ziemlich fruchtlos diskutieren, aber sonst scheint der Laden wirklich ganz anständig.

Der liegt nämlich am schöneren Teil des straßenzugweise kreuzhässlichen Bogenhausen, von wo man leicht zum dasigen Friedhof Sankt Georg kommt.

Und schau her: In dem überschaubaren Gräberfeld um die Kirche liegt der Erich Kästner mitsamt der Seinigen Luiselotte Enderle begraben, und mit seinem frisch interpretierten Alpenländer Schutzhüttenbrettl (12,90) im Bauch kann man über teuren Toten sein Kreuzl schlagen, von denen man das Schreiben lernen kann (sollte der nicht heuer vierzigsten Todestag haben? Der Buchhandel spart wohl noch auf den fuchzigsten). Für solche Anregungen ist der Biergartenguide wirklich ganz gut.

Buidl: Sejwergmacht, gmoafrei.

Wolla lö Magaseng nuwoh.

Röggadeh, tuss:

La Boulangerie Dompierre, Neueröffnung Schellingstraße

De Mars prömjeh (se demeng!) sche la Bulongscherie Dompierre alla Rüh Schelling, ilja deh Dusöhr dö Frongs:

Krassong
Baggett
Eklär
Briosch

Eh dü peng fräsch kottidjeng, schespähr!

Imaasch: Tabloh Dannongs pur Luwertühr. Komparrüteh ong grong nohmbr!

Händeringend

Na bravo. Solche Anzeigen gibt’s tatsächlich noch (“Keine jahrhundertealte Vergangenheit, sondern innovative Ideen”). Und dann muss man aus biologischen Gründen hingucken und dann heißt’s wieder, Männer sind schwanzgesteuert.

Stellenanzeige Maelu

Ich kann’s nicht mehr hören. Bitte bewerb sich doch endlich jemand, damit das aus dem Verkehr kommt. Theatinerstraße, der Inbegriff von zentral; von außen sieht der Laden sogar ganz begehbar aus:

Wir suchen:

Mitarbeiter für Service/Verkauf (m/w)
Vollzeit oder teilzeit

Café MAELU
Theatinerstraße 32
80333 München

oder

MAELU GbR
-Personalabteilung-

Kleinhaderner Straße 2
D-80689 München

Fachliteratur: Shocking Sexism Vintage Ads. Nein, weder das Bild noch der Link ist Satire. Das meinen die so.

Das nächste große Ding: Pumuckl-Marketing!

Update zu Große Marketingsprünge:

Was lernen die jungen Leute eigentlich in BWL? Meinen wiederholten Einblicken nach lauter Sachen, die ich sowieso von selbst noch nebenher können muss. Und dabei stört mich keineswegs, dass die wahrscheinlich dasselbe umgekehrt behaupten.

Nachdem sich schon gar keiner mehr erinnert, was dieses "Web 2.0" mal gewesen sein soll, wendet sich eine überforderte Masse wieder den schlichten Dingen zu. Retour à la nature, Back to the roots, Downsizing, Downshifting, Simplify your life, Lean Management, Just the basics, Vita contemplativa — man kommt ja nicht hinterher.

Alles aus der revolutionären Erkenntnis heraus, dass man kein Geld einnimmt, wenn man seine Zeit mit Networking verplempert, statt eben: Geld einzunehmen. Von der tiefsten Weisheit geprägt sind da einmal mehr die Dialoge aus dem Hörspielzyklus um Pumuckl.

Wollen wir nach dreißigvierzig Jahren mal wieder reinhören? Meister Eder — damals noch gesprochen vom Original Alfred Pongratz, nicht der walking talking Kukidentwerbung Gustl Bayrhammer — in: Pumuckl und die Katze, ohne Jahresangabe, aber ungefähr 1969:

Am gefährlichsten sind die, die sich einbilden, sie könnten denken.

Mehr steht im Gesamtwerk von Dale Carnegie auch nicht drin. Ebenda, womöglich noch universeller und anwendbarer:

Was druntliegt, kann net runterfalln.

Das ist Zen.

Was uns aber am meisten interessiert: Wie funktioniert die Wirtschaft? Lässt sie sich auf eine Formel bringen, die gleichermaßen für Betriebs-, Volks-, Haushalts- und Weltwirtschaft funktioniert?

Sie ahnen die Antwort. Pumuckl gibt sie in Pumuckl und das Geld, ca. 1965, nachdem Meister Eder ihm erklärt hat, wie man einkauft:

Geld hinlegen, Sachen dafür kriegen.

Das kann man studieren? Das kann ja sogar der Pumuckl, jawohl, jawohl! — Ich fürchte wirklich, viel komplexer wird's nicht.

Barbara von Johnsen, LP-Cover Pumuckl und das Geld

Das nennen wir ab sofort Pumuckl-Marketing. Schade allein, dass sich das Konzept immanent seine eigene Vermarktung verbietet.

Bild: Barbara von Johnsen: LP-Cover Pumuckl und das Geld/Die geheimnisvollen Briefe bei Science Fiction Television.

Der triviale Pursuit of Happiness oder: Lebbe is kei Twitterwidget

"Sind Herr und Frau Aarenhold schon zurück?" fragte Siegmund ihn, indem er über des Hausmeisters Kopf hinwegsah wie jemand, den die Sonne blendet…

Thomas Mann: Wälsungenblut, 1906

"Was machst du hier?" Das Kind duckte sich. "Was du hier machst?" Sie ging dabei auf die Kleine zu und gab ihr eine Art Knuff gegen den Kopf — es war nicht einmal eine Ohrfeige; der Schlag ignorierte, daß da ein Kopf war: er verfügte nur über das vorhandene Material. Zufällig war es ein Kopf.

Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm, 1931

Gehen Sie an die Isar. Heben Sie einen der zwölfhundertelfzig Millionen Isarkiesel am Ufer auf, dann tun Sie ihm den Gefallen und werfen Sie ihn in steilem Bogen in die Luft.

Was glauben Sie, was sich der Isarkiesel da denkt?

"Endlich frei", denkt sich da der Isarkiesel, "endlich kann ich tun, was ich will. Ich kann einfach davonfliegen, und heute sieht man sogar die Alpen! Da kann ich einfach hin, wenn ich will — oder in die andere Richtung, nach Ingolstadt, Nürnberg, Hamburg, bis ans Meer und darüber, nach Amerika. Oder ich fliege einfach noch höher und höher, bis über die Alpen und hinauf bis zum Mond. Jaa — zum Mond!"

Das denkt sich alles der Isarkiesel, vorausgesetzt, er redet sich fest genug ein, er hätte einen freien Willen. Wohin fliegt aber der Isarkiesel tatsächlich? Genau: runter.

Nicht anders der Konsument von Konsumgütern: Sie, ich, der Papst, der Schlauchtruppführer der Freiwilligen Feuerwehr von Ebersberg, vielleicht sogar die Japaner, und alle, die sich sowas ausdenken: Wir alle leben in dem Glauben, wir hätten einen freien Willen, nach dem wir uns richten, wenn wir zum Beispiel unsere hart erwirtschafteten paar Euro fuchzig ausgeben wollen. Gerade, wenn wir Geld ausgeben wollen. Dann schalten wir unser Gefühl mal aus und treffen eine knallhart rationale Entscheidung, was wir kaufen. Denken wir.

Aber am Arsch die Räuber. Rationale Kaufentscheidungen gibt’s nicht. Alles gefühlsgesteuert. Noch nie in der Geschichte allen Handels und Wandels hat jemand so kühl kalkuliert, dass er sein Geld bewusst für den besten Gegenwert angelegt hätte.

Glauben Sie nicht? Warum tragen Sie dann diese tollen Levi’s 501, wenn eine Pferdedecke viel besser wärmt? Warum putzen Sie sich die Zähne morgens mit Aronal und abends mit Elmex, wenn richtige Zahnpasta 39 Cent kostet? Warum schauen Sie erst jetzt nach, was schadstoffarme Kühlschränke kosten, obwohl diese Technik seit Aberjahren vernünftig ist? Warum gehen Sie essen? — Und lassen Sie mich hier nicht mit Klingeltönen anfangen.

Weil Ihnen vor zwanzig Jahren eine junge hübsche Verkäuferin gesagt hat, die 501 stehe Ihnen hervorragend, weil das Design hochpreisiger Zahnpasten Ihr Vertrauen erweckt und blendend weißer Zahnschmelz Erfolg bei Frauen verspricht, weil Sie auf die Ökomaus mit der schicken runden Brille stehen, weil man beim Essengehen seine sozialen Kontakte pflegt. Zusammengefasst: damit Sie öfter Sex haben.

Wie überaus rational, oder? Das hat die Marktforschung bewiesen, dass Sie das machen, Sie sind durchschaut. Wer immer auch diese ominöse Marktforschung ist — stellen wir sie uns wie einen KGB-Agenten in schwarzem Trenchcoat und Schlapphut vor —, das hat sie ganz alleine fertig gebracht. Ohne Sie je zu fragen. Staunen Sie aber, gell?

Da denken wir uns aber die 50er-Jahre-Agentenmontur der Marktforschung ganz schnell wieder weg, weil wir sonst selber eine anziehen müssten. Leugnet doch die Marktforschung mit ihrem 360°-Blickwinkel nicht nur Ihre Individualität, sondern ihre eigene gleich mit. Zwar behauptet sie Sachen über Sie, obwohl sie Sie gar nicht kennt, schließt sich aber selber mit ein, weil sie selber ja auch nur ein Mensch ist, die Marktforschung. Sogar ziemlich viele Menschen, da redet sie gar nicht dagegen, so ist sie halt.

Individuelle, wohlabgewogene Entscheidungen treffen? Pah, wir sind doch keine Isarkiesel.

Neue Geschäftsidee:

  1. Überweisen Sie mir Ihr ganzes Geld.
  2. Dann sind Sie nicht verarmt, sondern kriegen
  3. alle fünf oder zehn Jahre, je nachdem wie ich dazu komme, eine top neue Pferdedecke von mir geliefert.
  4. Ihr Vorteil: Das ist endlich der beste Gegenwert für Ihr Geld und die rationalste Entscheidung, die Sie in Ihrem verbleibenden Leben noch treffen können. Die Sorgen um Ihr soziales Ansehen, modische Erscheinung und wettergerechte Kleidung sind Sie
  5. auch los.
  6. Sorgen um die Entfaltung Ihres freien Willens? Ach kommen Sie, haben Sie doch noch nie gehabt.
  7. Nein, Sie Manövrierkehricht, haben Sie nicht.

Wollen Sie nicht? Dann buchen Sie wenigstens the missing link als Werbeagentur; jede Gelegenheit im Leben kann die letzte sein.

Die Welt der Online-Shops

Ein Online-Shop hat bereits fertige Produkte, man kann sie anschauen, vergrößern und Preise vergleichen, ein Klick führt in den Warenkorb. Wir selbst sind begeisterte Shopper bei Books oder Amazon – und haben Verständnis, dass es so herrlich bequem ist. Nicht ohne Grund hat Amazon beträchtliche Umsatzsteigerungen hinlegen können.

Nicht ganz so bequem ist es beim Einkauf von Dienstleistungen. Ein Designbüro ist leider (noch) kein Online-Shop mit fertigen Produkten, liebe Leser. Wir würden Ihnen auch gerne im Vorfeld auf den Zuruf eines einzelnen Stichworts wie "Broschüre!" reflexhaft Preise nennen und Sie in unseren Warenkorb führen, aber es geht seriöserweise nicht. Noch nicht. Wir wissen ja nicht einmal, wie viele Seiten Ihre Broschüre haben soll, ob Illustrationen oder beispielsweise Fotos aus einem extra dafür angesetzten und von uns gesteuerten und eingekauften Shooting drin sein sollen oder Stockarchivfotos (ebenfalls Fremdeinkauf, aber ganz anderes Preisniveau) usw.

Wir werden uns aber bemühen:

Es wird demnächst einen Warenkorb geben (wie es Online-Druckereien machen), da können Sie anklicken:

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Gestaltung Broschüre, 8s
Text- und Bildkonzeption
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Leistungen:

2 Entwürfe frei, 2 Korrekturdurchläufe frei, 1 Schlusslektorat, davon 1 druckfertiges Layout auf Indesign, 4c/4c, CMYK-Daten, geschlossene Daten, PDF mit Preflight:

… xx,xx EUR

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Gestaltung Broschüre, 12s
Text- und Bildkonzeption
__________________________________________________________________________

Leistungen:

2 Entwürfe frei, 2 Korrekturdurchläufe frei, 1 Schlusslektorat, davon 1
druckfertiges Layout auf Indesign, 4c/4c, CMYK-Daten, geschlossene
Daten, PDF mit Preflight:


… xx,xx EUR

__________________________________________________________________________
Gestaltung Broschüre, 16s
Text- und Bildkonzeption
__________________________________________________________________________

Leistungen:

2 Entwürfe frei, 2 Korrekturdurchläufe frei, 1 Schlusslektorat, davon 1
druckfertiges Layout auf Indesign, 4c/4c, CMYK-Daten, geschlossene
Daten, PDF mit Preflight:


… xx,xx EUR

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Gestaltung Broschüre, 20s
Text- und Bildkonzeption
__________________________________________________________________________

Leistungen:

2 Entwürfe frei, 2 Korrekturdurchläufe frei, 1 Schlusslektorat, davon 1
druckfertiges Layout auf Indesign, 4c/4c, CMYK-Daten, geschlossene
Daten, PDF mit Preflight:


… xx,xx EUR


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Wie wir das Problem lösen, dass sich solche Warenkörbe nur unsere liebe und teuere Konkurrenz anschaut (und Sie gar nicht, weil Ihnen die ganzen Fachkürzel unverständlich und lästig sind)…, da sind wir noch dran.

Versprochen.
the missing link – Wir lösen Probleme.

Und jetzt einen kleinen Film, viel Spaß und schönes WE schon mal:


Der Weg ist nicht das Ziel

Zumindest nicht, wenn man Kommunikationsarbeiter und damit auch zwangsläufig Stratege ist.

Neulich fragte man auf dem Werbeblogger, ob Werbeagenturen nicht endlich ein neues Geschäftsmodell brauchen. Das löste unter den Werbern erstaunlich wenig Resonanz aus. Vielleicht braucht der Werber kein neues Geschäftsmodell, denn alles läuft easy (?). Vielleicht fällt ihm aber auch nur kein neues ein. Oder er will nicht darüber reden. Ich vermute: letzteres.

Eine Agentur, selbst unsere kleine am Rande der Stadt, kann jedoch doch etwas tun. Und ich red’ mal einfach drüber, statt mich in Wolken zu hüllen: Unternehmen rate ich, ihre Agenturen endlich anders zu briefen. Und eine Agentur sollte das selbstbewusst einfordern.

Mein Tipp: Geben Sie grundsätzlich keine Werbemaßnahmen in Auftrag, sondern Ziele. Zum Beispiel:

Sorgen Sie bis November für 100 Erstbesteller im Onlineshop zu einem maximalen Preis von … pro Besteller.

Generieren Sie 20 Angebotsanfragen unter bestehenden Kunden zu einem Preis von…

Generieren Sie 100 Probefahrttermine zu einem maximalen Preis von…

Und solche Ziele gefallen dem Unternehmen. Es weiß sie, es sollte nur nicht vergessen, sie dem Werber, dem Kommunikationsmensch, Designer auch klar  mitzuteilen. Sonst weiß der nicht, was er für teuer Geld dem Endkunden sagen soll. Sonst kann der Unternehmer die Arbeit des Kommunikationsmenschen nicht messen, nicht beurteilen.

In der Werbung geht es um Business und nicht um hübsch kreativ bemalte Pappen und Selbstverwirklichung (oft verwirklicht sich dann auch noch der auftraggebende Kunde oder der Werbeleiter^^^…).

Kreativ ist schön, kostet viel Arbeit, aber ist nur Grundbedingung und reicht allein nicht. Fordern sie Ihren Kreativen mit einem Briefing, das sich gewaschen hat.

Vroni Gräbel

the-missinglink.de
gute-worte.de

Die BASF bloggt jetzt weltweit? Ob die Chemie stimmt?

Erfahrene Schüler wissen: Chemie ist, wenn’s stinkt und kracht.

Die schlaue FAZ wusste auch am 21. Juli anno domini 2007:

Die BASF (weltweit 95 000 Mitarbeiter) habe angeblich* vor wenigen Wochen ihr Onlinetagebuch gestartet, aber mit ihrem superneuen Corporate Blog keine noch ein bisschen Angst vor Krach und Gestank davor, sich durchsichtig zu machen. Daher sollen die Themen nur erfahrene Blogger setzen, die Mitarbeiter dürften dann ihren Senf dazu geben kommentieren. Das dürfe alles sein, was sie bewege: auch Kinder, Katzen… Wetten, die reden vor lauter Angst nur übers Wetter.

Moment mal. Katzen, Kinder. Heißt das, dass die Mitarbeiter auf einen hochwissenschaftlich aufregenden Themenbeitrag über sagen wir mal Transluzente Schäume

nur mit Banalitäten wie Anekdötchen und Erlebnisse von zu Hause antworten dürfen? Wer hat sich denn diesen Blödsinn ausgedacht. Auf diese Dialoge von oben herab bin ich denn mal gespannt.

Ich habe ja Verständnis, dass Sie als professionelle Kommunikatoren fürchten, Ihr Corporate Blog, das zum Austausch über Projekte gedacht ist, entgleite Ihnen, wenn es nicht stramm von oben geführt wird. Leider ist das aber nicht der Geist des authentischen Bloggens. Der Bloggeist sagt mir gerade deutlich, dass er in so einem Fall sich erst fad machen und dann transluzent entschwinden wolle. Falls es ihn überhaupt gibt.

Dann setzt lieber ein Lotus Notes Dickschiff auf und unterhaltet euch intravenösintranettig. Das hattet ihr eh vor, euch transparent zu verstecken, gebt es zu, denn ich finde euer neues Blog im Google nicht. Oder die FAZ ist im intellektuellen Zeit-Raum-Kontinuum steckengeblieben und empfindet Monate als wenige Wochen (traue ich ihr locker zu)*.

Wenn Sie BASF wirklich Offenheit und Dialog pflegen wollen, wie Sie beabsichtigen (ich weiß ja, dass ein Firmenblog oft unfreiwillige Steilvorlagen zaubert, doch viel schlimmer ist PR-Honigschleim), dann müssen Sie auch kontroverse Dinge Hundekontent zulassen können. Das werden Sie schon schaffen, selbst meine Kunden bloggen hier mit. (Neiiiin, die sind kein Hundekontent!!!…Mist, Fettnapf elendiger…)

Ihre den erfrischenden Dialog Tiere liebende
und sich seit über einem Jahr
um Kopf und Kragen bloggende
Miss Link.

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Interessantes und hochinformative Vorgeschichte zum Einlesen: http://kurpfalznotizen.de/die-basf-bloggt-die-rheinpfalz.html
http://www.basicthinking.de/blog/2007/01/18/basf-regional-blog-fuer-lokale-pr/

* Ich habe nur das da http://blog.rheinneckarweb.de/ gefunden. Dies gibt’s aber bereits seit 2006. Typisch old school: die online FAZ hat nicht das Mindeste geschafft: auf das Blog zu verlinken, das sie meinte.