Freitag! Logbuch

Bewirtschaftet von Vroni und Wolf

Kategorie: Satire. Fast wie im wirklichen Lehm. (Seite 1 von 6)

Siegesdonner, erklinge!

“Kasan” steht ab sofort in einer Reihe mit “Cordoba” und “Gijón”: als Chiffre für eine dieser finstersten Stunden, die auch jenen Kindern einmal etwas sagen wird, deren Eltern sich noch nicht mal kennen.

Christof Kneer: Löw hat die Lässigkeit vorgelebt,
in: Süddeutsche Zeitung, 27. Juni 2018, 19.06 Uhr.

Das war knapp. Letzte Woche konnte man am hellichten Samstagnachmittag unbehelligt den Marienplatz passieren, ohne von schwarz-rot-gold bemalten Anwärtern auf sozialpädagogische Maßnahmen mit Ländernamen angebrüllt zu werden. Das war in vorangegangenen geraden Jahren schon anders.

Endlich ergibt sich die Gelegenheit, sich mal mit der tatarstanischen Geschichte auseinanderzusetzen: Wenn man sich die sinnlose Arena (Eröffnung 2013, 465 Millionen Euro, weltgrößte LED-Fassade an einem Fußballstadion) mal wegdenkt, scheint Kasan nämlich eine richtig schöne Stadt mit einem Deutschen Haus, einer Städtepartnerschaft mit Braunschweig und zahlreichen großen Töchtern und Söhnen, darunter Gawriil Romanowitsch Derschawin, dem größten russischen Dichter, bis Puschkin auftrat, mit der inoffiziellen russischen Nationalhymne von 1791 bis 1833 und seiner großen Ode, in der er beschreibt, wie er Flöhe in den Haaren seiner Frau sucht, und seine eigenen Gedichte mit Limonade vergleicht.

Schon klasse. Soll noch einer sagen, Fußball wäre kulturfern.

——— Rainer Maria Rilke:

Der Ball

aus: Neue Gedichte, 31. Juli 1907, Paris:

Du Runder, der das Warme aus zwei Händen
im Fliegen, oben, fortgiebt, sorglos wie
sein Eigenes; was in den Gegenständen
nicht bleiben kann, zu unbeschwert für sie,

zu wenig Ding und doch noch Ding genug,
um nicht aus allem draußen Aufgereihten
unsichtbar plötzlich in uns einzugleiten:
das glitt in dich, du zwischen Fall und Flug

noch Unentschlossener: der, wenn er steigt,
als hätte er ihn mit hinaufgehoben,
den Wurf entführt und freilässt –, und sich neigt
und einhält und den Spielenden von oben
auf einmal eine neue Stelle zeigt,
sie ordnend wie zu einer Tanzfigur,

um dann, erwartet und erwünscht von allen,
rasch, einfach, kunstlos, ganz Natur,
dem Becher hoher Hände zuzufallen.

Soundtrack. Gawriil Derschawin & Osip Kozlovsky: Grom Pobedy, Rasdawaisja! (i. e. Siegesdonner, erklinge!), 1791:

Sammeln Sie Punkte?

Auf die Frage hab ich bis letzte Woche immer geantwortet: “Ja, im Gesicht.” Danach kennt mich die Kassiererin und fragt nie wieder.

Letzte Woche ist mir beim Warten an der Bushaltestelle eine Paybackkarte zugelaufen. Da ist eine rote Katze drauf, die mich anmiaute: “Nimm mich mit!” Erster Impuls natürlich: ab damit ins Fundbüro, aber wo um Himmels willen ist ein Fundbüro und gibt’s das überhaupt noch? Sonst finde ich immer nur Eurostücke, die sich als Augustiner-Kapseln herausstellen.

Ein Test bei der Kassiererin, die mich schon lange nicht mehr fragt, ob ich Punkte sammle, ergab: Weiterlesen

But first, rebellion.

“Und? Was machst du heut noch?” sag ich.

“Och, die Geschäftsseite umbauen”, sagt Vroni. “Ich muss neue Zielgruppen erschließen.”

“Gut. Versuch mal eine zahlungskräftige.”

“Mach ich ja. Hipster.”

“Gibt’s die noch?”

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Faust in your face

Zwei Seelen, ach, in meiner Brust!
Zwei Brüste, ach, in meiner Seele!

Kathrin Bach, Buchhändlerin und Lyrikerin, Berlin, 4. Oktober 2017.

Da schau her, zu was für Themen wir auf einmal tagesaktuell werden können: Ab heute schmeißen die Münchner Kunsthalle und der Gasteig ein Faust-Festival. Ganz recht gehört: Faust, der von Goethe:

München steht 2018 fünf Monate lang im Zeichen von Goethes berühmtestem Drama. Vom 23. Februar bis 29. Juli 2018 präsentieren mehr als 200 Partner und Institutionen überall in der Stadt ihre Projekte zum Thema “Faust”.

Soweit die Eigenbeschreibung, mit weiteren Küchenhandtuchstickereien wie:

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Ende der Allee

Fassen wir also endlich zusammen: Das Gedicht von Eugen Gomringer geht:

avenidas
avenidas y flores
flores
flores y mujeres
avenidas
avenidas y mujeres
avenidas y flores y mujeres y
un admirador

Alleen
Alleen und Blumen
Blumen
Blumen und Frauen
Alleen
Alleen und Frauen
Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer

Auch wenn man für das absichtsvoll schlichte Spanisch mit dem kleinen Latinum auskommt, gibt die deutsche Übersetzung anzuführen besonders viel Sinn, weil Gomringer als bolivianisch-schweizerischer Dichter geführt wird, aber ab 1954 die Konkrete Poesie mitbegründet hat, die sich wesentlich im deutschen Sprachraum – ja, auch in anderssprachigen – äußerte. Avenidas fällt formal und historisch unter die Vorformen der Konkreten Poesie und vermittelt als solche

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Zwitschern ohne Twittern

Als erstes hab ich gelernt: Auch 2018 — gesundes Neues noch, falls wir uns noch nicht gesehen haben — auch 2018 ist mein Default-Zustand: ruhend im Bett. Das mag sich etwas aufwändig im Unterhalt anhören, ist aber recht umkompliziert umschaltbar in eine Art Aktivitätsmodus. Während der Verweildauer im Bett bin ich auf möglichst lückenlose Zufuhr audiovisueller Eindrücke angewiesen, dann wird das auch was mit dem Aktivitätsmodus. Nahrungszufuhr zum Beispiel. Weiterlesen

Cave Brassicam

Und — was war? — Wieso, war was? — Ach so, Weihnachten.

Früher, liebe Kinder, als die Menschen sich noch auf Weihnachten freuten, statt es als Endspurt einer Etappe von etwas Ungeliebtem zu betrachten, früher, da bekamen die Menschen um Weihnachten herum — man wusste nie ganz genau, wann — Besuch von der autoexec.bat und der config.sys.

Natürlich waren die beiden das ganze Jahr über da und wirkten und woben im Verborgenen, wie das Christkind auch, nur eben um Weihnachten herum machten sie sich den Menschen bemerkbar und erschreckten die Kinder, die keinen Plan davon hatten, wie sie sich auf der MS-DOS-Ebene zu verhalten haben. Heute treten autoexec.bat und config.sys nicht mal mehr so häufig auf wie der Krampus, die Kinder erschreckt heute die svchost.exe.

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Zwischen dem Hof- und E-Garten links durch den Schmiedeeisenzaun, den steileren Weg auf den zweiten Hügel

Arm sein und nicht murren ist schwer. Reich sein und nicht hochmütig werden ist im Vergleich damit leicht.

Konfuzius.

In München ist der Dichtergarten ein versteckter und schwer zugänglicher Teil des Finanzgartens. Heine sitzt bei Wasser ohne Brot hinter Gittern. Die größte Statue ist die von Konfuzius, geboren 551 vor Christus in Qufu, Provinz Shandong. Die Anlage gilt seit 1984 als Geheimtipp.

Was sie in Müchen halt so für das Schreibervolk angemessen halten.

ברודר מרטין לותר

Wie könnte man wohl die Feierlichkeiten zu fünfhundert Jahren Reformation und Martin Luthers Verdienste um die Gefährdung des Weltfriedens geeigneter begehen, als indem man endlich Hebräisch lernt?

Eben: gar nicht. Die üblichen über Thüringen und Sachsen-Anhalt verteilten Lutherstädte wollen zehn Jahre gebraucht haben, alle Bratwurstbuden und Mehrzwecksäle mit dem Nötigsten zu bestücken, um zu vermitteln, dass man die Bibel sogar im Internetz lesen kann und dass Katholen auch Menschen sind, vielleicht sogar die Juden — was nicht einmal dem Doctor Luther jemals einer vermitteln konnte. Weiterlesen

Frankfurtreich

Es folgt mein alljährliches Geläster über die Frankfurter Buchmesse.

Longtemps je me suis couché de bonne heure.

Das französische Autobahnnetz ist so lang wie ein Satz von Marcel Proust, aber sehr viel langweiliger und obendrein gebührenpflichtig.

Catherine Meurisse, Süddeutsche Zeitung Nr. 233,
Literatur-Teil, Dienstag, 10. Oktober 2017, Seite 1.

Man fasst es ja nicht, was in einem Jahr, in dem Frankreich Gastland auf der Herbstbuchmesse ist, ein dahinsiechender Literaturbetrieb noch aus einem 104 Jahre alten Buch rausholen kann: Die 1953er Übersetzung — zum 40-jährigen Erscheinen — von Eva Rechel-Mertens, die Generationen hypersensibler Sozialphobiker zu dem gemacht hat, was sie sind, hat endlich einen Anmerkungsteil — und ist bereinigt von angeblichen Übersetzungsfehlern, weil keinem mehr klar ist, dass eine “Person” vorwiegend weiblich, aber etwas anderes als ein “Mädel” ist — dabei war Dr. Rechel-Mertens Brandenburgerin und wusste wahrscheinlich selber nicht einmal, wann es “das Mensch” heißt.

Und die 2013er Übersetzung — zum 100-jährigen Erscheinen — von Bernd-Jürgen Fischer ist in einem stark zeitversetzten Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Rechelin ebenfalls nach vier Jahren fertig und schon als Taschenbuch-Gesamtklotz lieferbar — dafür mit noch mehr Anmerkungen und einem zusätzlichen Handbuch, das — wenn schon, dann richtig — gleich den dicksten von 8 Bänden abgibt. — Ein 104-jähriges Buch wohlgemerkt, in dem es 5000 (jawoll: fünftausend) Seiten lang hauptsächlich darum geht, dass vor einem Menschenalter ein kleiner Bub mal einen Keks in Tee getunkt hat. In Lindenblütentee!

Im Direktvergleich hat Fischer den sprichwörtlich gewordenen ersten Satz “Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen” dem Buben gelassen, dafür “schloss” er jetzt die Augen, statt dass sie ihm, übrigens gleich im ersten Absatz, “zufielen”, weil das wegen fermer wörtlich richtiger sein soll, obwohl es um den Schlaf und nicht seinen großen Bruder geht. Solche Skandale häufen sich auf den folgenden 4999 Seiten.

Weil es Buchmesse heißen und deshalb immer um harte Kosten-Nutzen-Rechnungen gehen muss: Der ICE von München nach Frankfurt ist länger als ein Satz von Marcel Proust, aber seit dem Unwesen mit den Schallschutzwänden sehr viel langweiliger und praktisch nicht unter 89,90 zu haben, die anderen Versionen kosten 125,90 und brauchen länger — und zwar einfache Fahrt. Pro Sitz-, wenn nicht gar Stehplatz. Das macht zu zweit 503,60, falls Sie jemals wieder nach München wollen. Ach ja: plus vier ICE-Zuschläge, gell? — Den Rechel-Mertens-Proust gibt’s momentan ab 42,48 und in jeder — wirklich jeder — Stadtbücherei dauerhaft umsonst. Von dem haben Sie länger als sechs Stunden was, und Sie dürfen sich dazu hinlegen, ohne dass ein Großraumwaggon voller rasierwassergetränkter Rollkoffermännchen blöd herschaut.

Und Weihnachten ist auch gleich wieder, genau deswegen ist ja Buchmesse. Für mich bitte einmal die revidierte Rechel-Mertens: Suhrkamp 49,95 statt Reclam 148.

Bookporn: Bookshot, 20. September 2017:

Bonus Track: Carla Bruni: Quelqu’un m’a dit, aus: Quelqu’un m’a dit, 2002:

Wahlunrat

Fatal ist mir das Lumpenpack,
Das, um die Herzen zu rühren,
Den Patriotismus trägt zur Schau,
Mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen,
Caput XXIV, 1844.

War was? Was für ein Wal? Ach so, die Waaahl. Ach, letzte Woche war das?

Was man so hört, scheint’s ja gar nicht so schlecht ausgegangen: 83 Prozent haben nicht AfD gewählt, obwohl nur 76 Prozent überhaupt irgendwas gewählt haben, das muss man auch erst mal schaffen. 83 minus 76 gleich 7: Heißt das dann bei einem Parlament von etwa 1000 Insassen, dass ungefähr 70 AfD-Angehörige des Landes verwiesen werden? Im Rausrennen sind sie ja groß.

Das wäre der Moment, öffentlich zu bitten, dass die ganzen Hackfressenbilder von mir aus jetzt bitte sofort entfernt werden dürfen, danke. Ab Montag war schon jemand schneller und konstruktiver und hat ketzereigelb über die Wahlplakate plaktiert, ob man jetzt Jesus oder den Tod wählt, fertig mit Kästchen zum Ankreuzen. Einer unrepräsentativen Zählung nach liegt die Wahlbeteiligung derer, die mit dem Edding den Tod wählen, weit über 76 Prozent. Die Schnittmenge zur AfD hätte mich interessiert — irgendwas unter null oder über 100 wahrscheinlich.

Und die ganzen Hackfressen dürfen von mir aus jetzt bitte endlich sofort weg, danke.

Soundtrack: Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze, 1787, in kleiner Besetzung: Streichquartett in St. Ottilie, Möschenfeld, Karfreitag 1985:

Sonst schafft die das

Martin Schulz, schon mal gehört in letzter Zeit, der war mal in der Zeitung, wer die noch liest. Martin Schulz hat keinen demütigenden zweiten Vornamen, dafür mal Buchhändler gelernt. Bis 1980 hat er gesoffen, danach einen Buchladen aufgemacht, den es noch gibt, Kaiserstraße 78. Die neue Chefin konnte das Logo beibehalten, weil sie die gleichen Initialen hat wie der alte Chef. Heute hat die Buchhandlung Schillings M. eine Google-Bewertung von 4,7 auf der Grundlage von 7 Einzelbewertungen, darunter “Die freundlichste Buchhandlung in Würselen” von Volker Göbbels, sehr aktuell von Anfang 2017 (übrigens hat Würselen zwei Buchhandlungen). Martin Schulz hat seit 3. Juli 2003 einen eigenen Wikipedia-Artikel, der immer noch nicht wegen Irrelevanz gelöscht wurde.

Und das Beste: Martin Schulz ist nicht identisch mit Angela Merkel, die Dorothea heißt und bis jetzt noch überhaupt nix aufgemacht hat außer ab und zu ihrer Klappe oder einer Packung Suppenwürfel.

Um nicht selber daran mitschuldig zu werden, dass ab dem Tag der Wiesn-Halbzeit zum ersten Mal seit 1945 die Nazis ins deutsche Parlament einziehen, kann jeder Wahlberechtigte Briefwahl beantragen, das geht heute per Fingerwisch wie’s Tindern. Ich sag’s bloß.

Soundtrack: Element of Crime: Michaela sagt, aus: Psycho, 1999:

Lebensgröße DIN A4

Ich erfinde nichts. Nicht dass wieder es heißt, ich erfinde was.

Wir in München, 08.17

Wir! in München, von vorn und hinten (“Entdecke faszinierende Giganten der Urzeit in Lebensgröße”), August 2017.

Beiträge zur Arbeitsmoral (Ich begreif nicht, was Ihr habt)

Nämlich zur Arbeitsmoral von Auftraggebern.

——— Robert Gernhardt:

Der Abt von San Marco an Raffael

aus: Schreiben, die bleiben. Höhepunkte abendländischer Briefkultur,
in: Wörtersee. IV: Spaßmacher und Ernstmacher, 1981:

Verehrter Meister Raffael,
wir brauchen die Madonna, schnell!
Seit Monaten ist sie bezahlt,
bis heute hab’n Sie nichts gemalt.

PS Avanti!

Raffael an den Abt von San Marco

Hochverehrter Vater Abt,
ich begreif nicht, was Ihr habt.
Das Bild kommt mit dem Glockenschlag
um zwölf Uhr am Madonnastag.

PS Schickt Chianti!

Wie schön für den Signor Raffaello Sanzio da Urbino, dass er sich solche Antworten leisten konnte; es wird ja nicht jeder knapp drei Jahrhunderte nach seinem eigenen Ableben von Ludwig Tieck und seinem Kumpel Wackenroder in den Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders so hymnisch verewigt, bloß weil er seinen Hintergrund von Wolken auf Engelsköpfe uminterpretiert hat.

Allein den letzteren Schachzug kann heute einer, der nichts als Künstlertum studiert hat, kaum mehr in ausreichend verwölkendes BWL-Deutsch übersetzen, damit’s auch ein Auftraggeber versteht. Dass jeden Tag Mdonnastag sei, versteht er wahrscheinlich schon nicht mehr. Schon 1928 konnte ein immerhin Tucholsky nur noch listenförmig um Ruhe bitten.

Einen Versuch ist es wert: Schickt Chianti!

Soundtrack: Electra: Die Sixtinische Madonna, aus: Die Sixtinische Madonna, Amiga 1980:

A so an Haffa Biacha dahoam

Jetzt kommen’s wieder daher: Kaum hat man sich eineinhalb Jahre dran gewöhnt, dass der Hugendubel am Marienplatz dicht ist, machen sie ihn wieder auf.

Weil so viele Kunden so sehnsüchtig drauf gewartet haben, sagen sie. Weil sowieso jeder “am Hugendubel” sagt, wenn er sich am Marienplatz verabredet, weil “am Fischbrunnen” schon seit 1318 nicht besonders einladend klingt, nehm ich an. “An der Telekom” oder “an dem neuen Luxushotel für arabische und russische Wohnungsspekulanten, denen der Bayerische Hof schon zu runtergewanzt ist”, was das gleiche Gebäude bezeichnen würde, sagt eh keiner.

Wo sie zugemacht haben, war man tatsächlich versucht, mit dem Hugendubel Mitleid zu haben, den man bei seiner ersten Eröffnung als Antichrist mit Rolltreppen dargestellt hat. Der Endgegner Internet war dann doch noch ein Stück größer, und auf einmal war der Hugendubel halt doch bloß ein Bücherladen, und keine Rede mehr davon, dass der nächste größere Hugendubel weiterhin am Stachus haust und der schönere — skurril genug — in den Fünf Höfen, alle zwei fünf Minuten vom Marienplatz weg. Jedenfalls zu Zeiten, in denen man auch wirklich in einen Buchladen hinein möchte.

Laut sämtlichen Presseberichten besteht der größte Vorteil des “neuen alten” Standorts darin, dass man da — o des Novums — “Kaffee trinken” kann und die E-Books jetzt keine gesonderte Abteilung mehr haben. Was mich beruhigt, ist der gar nicht als Vorteil ausgelobte Umstand, dass der Eingang hinten raus zum Rindermarkt liegt. Der letzte Grund, jemals wieder den Marienplatz zu betreten, entfällt also immer noch.

Die E-Books sind jetzt ins Sortiment integriert, als ob sie Bücher wären, und die “Leseinseln” sind ebenso abgeschafft wie drei von fünf Stockwerken. Nur logisch, weil Strombücher keinen Platz wegnehmen, jedenfalls keinen, der Innenstadtmiete kostet. Und ein Buch, das nicht wert ist, es stehend bei Hugendubel auszulesen, wäre auch nicht den — dankenswerter Weise immer noch — gebundenen Verlagsvollpreis wert gewesen.

Ein Gewinn für die Logistik, weil sie ihr Altpapier ab sofort spätestens zum Saisonwechsel zum Hinterausgang vom Luxushotel über den Rindermarkt raus in die Sendlinger Straße karren können, ohne Münchens neue Wohungseigentümer mit Leitkulturgut zu belästigen. Da in der Sendlinger steht nämlich in Nummer 24 eine der wenigen verbliebenen relevanten Buchhandlungen, der texxt, wo sie das ein halbes Jahr alte Zeug für die Hälfte verhökern. Oder es jedenfalls ungebrochen tapfer versuchen. Ganz verkehrt kann’s also nicht sein, wenn in München ein neuer Buchladen aufmacht — auch wenn er alt ist und schon zehnmal offen hat.

Wenn ich so durchvergleiche, hat der texxt alle der angepriesenen Vorteile vom Hugendubel außer dem Kaffee, vielleicht weil schräg gegenüber der Starbucks drinsitzt, wenn’s einer mag. Am Wochenend geh ich dann doch wieder in alle zwei und bestell daheim über Booklooker ein steinaltes Artemis-Winkler für 2,95, das ich mir mit 14 nicht leisten konnte.

Wenn sie beim Hugendubel eine antiquarische Abteilung für Strombücher haben, meld ich mich wieder.

Live vor Ort: Buch Wurm: Hugendubel Neueröffnung Marienplatz 08.17, 1. August 2017:

https://youtu.be/R3uudQMB1wA

Bürgerliches Trauerspiel

Der junge Baron bringt’s mit einem Wischer hinaus, das muß ich wissen, und alles Wetter kommt über den Geiger.

Stadtmusikus Miller, Kabale und Liebe, I,1, 1784.

Wann hat das eigentlich angefangen, dass Kunst nichts mehr wert ist? Da kann man weit zurückschauen: Mehr Mammutfilet als für die abgebildeten Tätigkeiten des Jagens und Abschlachtens ist für Konzeption und Ausführung der Höhlenmalereien von Altamira und Lascaux auch nicht rausgesprungen.

Offen feindselig wurde gegen Kunstschaffende erst mit der abendländischen Aufklärung vorgegangen, als sich volks- und betriebswirtschaftlich nachweisen ließ, dass Schamanen eigentlich nur den Arbeitenden das Zeug wegkiffen und Kinder mehr Ideen haben als bezahlte Künstler. Diese Epoche wird derzeit noch perfektioniert.

Beim nächtlichen Studium von YouTube wird das besonders augenfällig, wenn man die Live-Aufnahmen klassischer Musik vergleicht: Bis tief in die 1970-er Jahre bestanden Orchester aus bierbäuchigen Familienvätern mit Hornbrillen, die auf ein ernstzunehmendes Monatsgehalt angewiesen sind, ganz wie der Schiller’sche ehrwürdige Stadtmusikus Miller (Cello). Danach sehen Orchester zunehmend aus wie fernöstliche Mädchenschulklassen.

Dass japanische Schulmädchen Musik machen dürfen, ist an sich noch nicht feindseilig; auf den ersten Blick ist es sogar schön vom Herrn Intendanten, überhaupt welche einzustellen. Es fällt nur auf, dass seit dem Einbruch der Billiglohngeschlechter in die Arbeitswelt die Arbeit nur mehr aus Gewohnheit und zur Eindämmung des Arme-Leute-Gemosers symbolisch bezahlt wird, wenn nicht gar vollends ausgeht. Da rede ich nicht allein vom Kunstschaffen, da macht es nur mehr Spaß hinzuschauen.

Ist es Zufall, dass der Preis für Tonträger mit klassischer Musik im gleichen Zeitraum in bestürzender Weise verfallen ist? Auch das ist für uns Musikverbraucher zuerst einmal schön. Oder ein Schlag ins Gesicht für jeden, der sich einst den Hunderter für die Matthäus-Passion unter John Eliot Gardiner monatelang vom Munde abgespart hat: Die gibt’s nämlich heute als Dreingabe für CD-Boxen, auf denen netto eine Woche der erlesensten Jahrhundertaufnahmen zusammengepackt ruht, um auf Amazon noch einen letzten Zwanziger einzutragen und dann nie wieder angehört zu werden.

Der Eintritt für Live-Konzerte kostet ungebrochen die ein, zwei Hunderter wie in den alten Zeiten, als in einem bürgerlichen Mittelstand in auskömmlichen Mengen Geld verbreitet war. Nun geht weder ein Bürger noch einer, der sich dergleichen leisten kann, in ein klassisches Konzert, da sind zwei- bis vierhundert Öcken schnell weg, und da ist noch nicht mal der Sekt in der Pause mit drin. Für vierhundert kann einer allerdings die verbliebene Klassik-Abteilung vom Müller aufkaufen, jedenfalls die relevanten CDs. Und von denen hat er länger als zwei Stunden was.

Ist doch gut? Ja, zuerst schon — für eine Gesellschaft, denen Kunst nicht einfach nur nichts wert ist, sondern die seit einigen Jahrhunderten gegen ihre Geistesarbeiter vorgeht: durch Aushungern, Verunglimpfen, Ausgrenzen — ein politisch gewünschtes, funktionierendes Mobbing. Eine Gesellschaft, die sich den eigenen Kopf absägt.

Zu den Höhlenmalereien von Altamira und Lascaux wird immer betont, aus welch hochstehender Zivilisation sie nur entstehen konnten. Wenn uns das heute wieder reicht — okay. Jedenfalls hört man von den Leuten aus der Jungsteinzeit weniger Klagen als von den um ihr Leben geigenden Familienvätern und den immer verzweifelt ratlos wirkenden Schulmädchen im YouTube-Orchester. Und in dem gibt’s die Jahrhundertaufnahmen gratis, hurra, zum gleichen Preis wie im Paläolithikum, als die Schamanen legal kiffen und dabei mit den Honoratioren am selben Höhlenbärenfell sitzen durften.

Kann man schon machen. Muss man halt wollen.

Soundtracks: Beethoven: Fünfte, einmal unter Otto Klemperer 1970, einmal unter Chung Myung-Whun 2013:

Maximilianstraße

Alix, München, 23. März 2013, blog-amm.comDen entscheidenden Tick
zu lange gemusterte
Markenjeans,

den entscheidenden Tick
zu bemühte hochhackige
Sandalenstiefel:

Die Sommersaison ist
entweder in der
Staatsoper

der Eintritt höher
oder im P1
niedriger.

~~~\~~~~~~~/~~~

Buidl: Frau Alix in München, 23. März 2013, aus dem blog-amm.com, den es nicht mehr gibt.
Paisley-Jeans, Peetoe-Boots und Schneeleopardentasche: Zara.
Die Straße scheint mir einer der ruhigeren Aufgänge am Giesinger Berg.
Meine eigenen Models halten nämlich nie still.

Ernstfall-Video: Secret Fashion Show Vol. 7, Mai 2017. Keine dreieinhalb Minuten, aber nichts für schwache Nerven:

Soundtrack zum Entgiften, weil Musik ja auch Spaß machen soll: Sportfreunde Stiller: Tage wie dieser, aus: Die gute Seite, 2002, mit allerhand glaubwürdigen Münchner Ansichten:

Das Ende der Kunst

“Wieso spielst du eigentlich gar nicht mehr auf deiner Gitarre?”

“Meiner was?”

“G-i-t-a-r-r-e. Der Holzscheit unter der Staubschicht da an der Wand.”

“Wann denn?”

“In deiner Freizeit.”

“Meiner was?”

“F-r-e-i- … Ach komm. Ich hab einen Mann mit Gitarre geheiratet.”

“Das war sehr mitfühlend, aber nicht sehr umsichtig von dir.”

“Gedichte und so was alles schreibst du auch nicht mehr.”

“Vertonst du mir eins?”

“Machst keine Fotos mehr.”

“Ich bin nicht mal sicher, ob ich noch aufladbare Akkus hab, die in die Kamera passen.”

“Zeichnest nicht mehr.”

“Ich sauf ja auch nicht mehr.”

“Willst du sagen, dass du ohne Alkohol nicht fröhlich und kreativ sein kannst?”

“Doch, aber nicht besoffen.”

“Wieso eigentlich nicht? Du kannst doch auch beim Essen mehr schwitzen als beim Arbeiten.”

“Weil ich nicht mal das Wort kreativ nüchtern aushalt.”

“So wird das freilich nix mit einem kreativen Zustand.”

“Was aussagt, dass meine künstlerischen Bemühungen nichts sind, das in der Welt sein sollte, sondern etwas, das eine faule, besoffene Sau ausschwitzt.”

“Das hast du gesagt.”

“Einer muss es tun.”

“Das war sehr kreativ, aber nicht sehr umsichtig von dir.”

“Gern geschehen.”

Soundtrack: Keni Lee Burgess und Schwager: Sweet Home Chicago auf zwei Cigar-Box-Klampfen, 5. Dezember 2009:

Deine neue Schlampe

Alexa versteht jetzt auch Liedertexte. Slayer und norwegischer Death Metal sind noch early Alpha, dafür werden die meisten Texte von Morrissey und The Cure schon zuverlässig an die Psycho-Hotline weitergeleitet. Bei Bibi schaltet Alexa automatisch den Jugendschutz ein, d. h. für Kontoabbuchungen muss das Passwort von einer männlichen Stimme gesprochen werden.

Empirisch ungesichert bleibt vorerst, was passiert, wenn Liedertexte missverständliche Anweisungen erteilen und wenn sich Alexa mit Siri anlegt.

Missverständliche Anweisung: Hatebreed: Destroy Everything, aus: Supremacy, 2006,
offizielles Live-Video vom With-Full-Force-Festival 2007, Ferropolis bei Gräfenhainichen.

Obwohl ich arm bin, kann ich in meiner Bude Fahrrad fahren

Zahlen! Die kann man so oder so sehen!

Majestix.

In Europa gibt es 4,1 Millionen Obdachlose. Und 11 Millionen leerstehende Häuser. Nicht Wohnungen. Häuser.

Da gibt es jetzt die einen, die sagen, na super, dann müsste es ja kein Problem geben, es ist auf der Welt alles für alle da, es ist nur scheiße verteilt.

Und dann gibt es die anderen, die sagen, na super, in Europa kriegt jeder Penner drei Häuser in den Arsch geschoben. Also statistisch jetzt.

Und dann gibt es uns, die sich vor lauter eigengenutztem Wohneigentum nicht mehr aus dem Haus trauen, weil das Geld kosten könnte, das hinterher an der Wohnungsrate fehlt, weil wir immer noch aufs Daheimbleiben sparen und nicht aufs In-der-Weltgeschichte-Herumhupfen, und weil in der Statistik wieder nicht dringestanden ist, ob die 11 Millionen leerstehenden Häuser mit unverbaubarem Meerblick an der Côte d’Azur, in Giesing zwei Minuten von der U-Bahn oder an einem stechmückenverseuchten Tümpel in Nordfinnland leerstehen, und wie viele Obdachlose pro wie viele Wohungen pro Haus da reinpassen und wie weit sie von da pendeln müssen, um die Miete zu erschwingen. Und ob Wohnen jetzt Menschenrecht ist oder nicht und wenn ja, warum es keiner umsetzt.

Mal so zum Beispiel:

Exquisiter Lebenstraum auf 2 Ebenen: 4 Zi. DG-Altbaujuwel mit Galerie & Balkon

Kapuzinerpl. 5, 80337 München, Deutschland

3.400€· Altbauwohnung (Zu vermieten)

TRAUMWOHNUNG NAHE GLOCKENBACH: HERRLICHE TOP SANIERTE 5 ZI. ALTBAU-WOHNUNG, PARKETT, STUCK & BALKON

Idyllisches Schmuckstück in der »Isarvorstadt« nahe Glockenbach

OBJEKTBESCHREIBUNG

Inspirierender Freiraum auf zwei Ebenen nahe des begehrten Glockenbach Viertels – Ein Stück Luxus vom Feinsten, den man sich gönnen sollte…!

Diese faszinierende 4 Zimmer Maisonette Wohnung befindet sich hoch oben im 2003 ausgebauten Dachgeschoß eines monumentalen Wohnhauses der deutschen Renaissance inmitten des neuen Trendviertels »Isarvorstadt«. Schon der Anblick der bildschönen Altbaufassade wird Ihr Herz höher schlagen lassen und Ihre Vorfreude auf zauberhaft romantische Tage in Ihrem neuen Zuhause wecken…

Eine optimal mit stilsicherem architektonischen Einfühlungsvermögen durchdachte Grundrissgestaltung mit schönen offenen luftig-hellen und hohen Räumen sowie stilvolle Details bei der Innenausstattung lassen diesen modernisierten Altbautraum zu einem besonderen Wohnerlebnis werden, der Ihre Phantasie und Einrichtungsträume beflügeln wird.

Sicherlich wird diese schöne Wohnung auch Ihr Herz höher schlagen lassen. Bitte begleiten Sie uns auf eine Besichtigung und lassen Sie den Charme der Wohnung bei einem persönlichen Besichtigungstermin auf sich wirken! Dann werden wir sehr gerne auch Ihre Wohnträume wahr werden lassen.

Verlockende Lichtspiele und traumschöne Gestaltungsmöglichkeiten

AUSSTATTUNG

Ein imposantes hölzernes Tor mit schmiedeeisernen Beschlägen eröffnet den Zugang zu einem idyllischen Innenhof. Ein moderner Lift führt Sie hinauf in den 5. Stock zu einer repräsentativen Wohnung mit lichtdurchfluteten Räumen. Schon beim Betreten dieses stilvoll modernisierten Altbau-Traums wird Ihnen schnell klar, hier eine ganz besondere Wohlfühlidylle gefunden zu haben!

Charmante Dachschrägen und eine bezaubernd schöne hölzerne Balken-, Säulen- und Schrägen-Architektur prägen den stimmungsvollen Charakter dieser großzügig geschnittenen Galerie-Wohnung. Die Ausstattungsmerkmale sind in Design, Technik und Farbwelten auf höchste Ansprüche hin ausgelegt worden. Der ursprüngliche Glanz vergangener Zeiten wurde stilvoll und gekonnt restauriert und gelangt zu neuer Blüte: Neben den historischen Stilelementen kultivieren modernisierte Ausstattungsmerkmale wie auch eine Fußbodenheizung die gehobene neuzeitliche Wohnqualität. Das inspirierende Farbkonzept des wundervollen Eichenparketts im stimmungsvollen Wechselspiel mit den naturbelassenen oder weiß lackierten hölzernen Balken und Säulen unterstreicht die natürliche Note des edlen Dachgeschoß.

Es empfängt Sie stilvoll ein Entrée mit separater Garderobenmöglichkeit. Ein von Licht durchflutetes Wohn- und Esszimmer mit angrenzender offener komplett ausgestatteter Küche ist das Herz dieser malerischen Dachwohnung. Es besticht durch seine optimale Raumaufteilung mit hoher Raumhöhe und lädt genußvoll zum glamourösen Tafeln wie auch zum wohltuend relaxten Loungen ein. Von hier gelangen Sie auch auf den entzückenden Balkon mit einem weiten hellen Blick über die Dächer und in den Himmel. Lauschen Sie dem fröhlichen Zwitschern der Vögel und kreieren Sie hier Ihre ganz persönliche kleine Stadtidylle mit einem prachtvoll blühenden und verführerisch duftenden Blumenparadies… einen zauberhaften Ort mit verwunschenem Charme, der Ihre Gäste begeistern und Sie den Rest der Welt vergessen lässt!

Auf dem ersten Level befindet sich auch ein charmantes Schlafzimmer sowie ein strahlend weiß gefliestes Badezimmer mit Fenster, Badewanne, zusätzlicher Dusche und Doppelwaschbecken, welches Ihnen schon in den Morgenstunden fröhlichen Genuss und gute Laune schenken wird. Gleich am Eingang der Wohnung befindet sich ein zusätzliches, ebenso stilvoll ausgestattetes Gäste-WC.

Der Blick schweift weiter die Treppe hinauf zur offenen Galerie. Hier erwartet Sie ein weiteres großes Zimmer mit viel Charme und tollen Blickspielen. Ein idealer Platz für ein wunderbares zweites Schlaf- oder Kinderzimmer, eine stilvolle Privatbibliothek oder ein poetisch künstlerisches Refugium mit Loungebereich und einem kleinen Schreibtisch… Auch hier erwartet Sie ein strahlend weiß gefliestes Badezimmer mit Badewanne.

Der Bereich auf der zweiten Ebene ist mit einem grauen Teppich ausgestattet. Er verfügt über einen separaten eigenen Eingang. Eine praktische Abstell- und Wirtschaftskammer rundet das Angebot der Wohnung ab.

State of the Art: modernisierter Altbautraum

– Bildschöne Altbaufassade

– Inspirierender Freiraum auf zwei Ebenen: innerstädtische Wohnoase mit großzügiger Weitläufigkeit

– Offene luftig-helle Räume mit besonderer Deckenhöhe und Galerie

– Charmante Dachschrägen und eine bezaubernd schöne hölzerne Balken-, Säulen- und Schrägen-Architektur

– Moderne offene Wohnküche mit EBK

– Frühstücksbalkon mit einem weiten hellen Blick über die Dächer und in den Himmel

– Zwei Tageslichtbäder sowie ein separates stilvolles Gäste-WC mit Fenster

– TG Stellplatz möglich

Stimmungsvolle Perspektiven auf der Galerie

LAGE: BESTE MÜNCHENER INNENSTADTLAGE IN DER ISARVORSTADT

Der Kapuzinerplatz liegt in dem begehrten Münchner Viertel »Isarvorstadt«. Die »Isarvorstadt« mit ihrem Glockenbach-, Gärtnerplatz-, Schlachthof- und Dreimühlenviertel zählt zu den trendigsten und begehrtesten Wohnlagen in München. Benannt nach einem alten Kapuzinerkloster verzaubert diese Lage am Kapuzinerplatz jeden, der das städtische Leben inmitten eines eindrucksvollen Surroundings voller denkmalgeschützter Häuser mit allen Vorzügen facettenreich genießen möchte.

Sie wohnen in dem angebotenen Anwesen inmitten des lebendigen Treibens der Münchner Innenstadt direkt zwischen Kapuzinerplatz, Goetheplatz und den erst kürzlich herrlich renaturierten Isarauen mit ihren vielfältigen Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. In nur wenigen Minuten mit dem Rad oder zu Fuß können Sie von hier gemütlich die Isar erreichen. Auf der anderen Seite ist das Viertel vom Grüngürtel der Theresienwiese begrenzt, sodaß auch ein Besuch der »Münchner Wiesn« auch mal schnell zu Fuß möglich ist.

Weitere bedeutende Orte im »Isarvorstadt-Viertel« sind das weltberühmte Deutsche Museum und der alte aufgelassene südliche Friedhof, auf dem berühmte Persönlichkeiten wie Carl Spitzweg, Leo von Klenze oder Ferdinand von Miller (Erzgiesser der Bavaria auf der Theresienwiese) ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Im »Isarvorstadt-Viertel« finden Sie auch zahlreiche bekannte Gaststätten und Theater wie das »Fraunhofer«, das »Mariandl« und vor allem die köstlich bayerische Traditionsküche des »Paulaner Bräuhaus« mit seinem wunderbaren Biergarten im begrünten Innenhof des Kapuzinerplatzes.

Daß inmitten dieser verführerischen Lebendigkeit und des Verkehrsaufkommens der Großstadt München eine Nachtruhe vor 22.00 Uhr nicht immer möglich ist, darf hier den Bewohner nicht stören. Dafür profitiert er von der Top Lage und den optimalen Verkehrsanbindungen in alle Stadtteile Münchens. In unmittelbarer Nähe finden Sie sämtliche Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf, eine Bäckerei und Konditorei, eine Apotheke, Banken, Restaurants, Cafés und In-Bars, Kino, Ärzte und Kliniken usw… In nur wenigen Minuten erreichbar sind der Stachus, Hauptbahnhof, Fußgängerzone und der Marienplatz ebenso wie die U-Bahn-Stationen U3 und U6, die Busverbindungen N 40 (auch nachts) und 58 sowie ein Taxistand.

DETAILS IM ÜBERBLICK

Baujahr: 1892
Heizungsart: GET

Miete pro Monat: 3.400,- € Grundmiete
zzgl. Nebenkosten: 300,- € zzgl. Heizung und Warmwasser
Wohnfläche ca. 206,25 m²

Qualität der Ausstattung: Gehoben
Schlafzimmer: 2
Badezimmer: 2,5
Keller: Nein

Energieausweis laut Gesetz nicht erforderlich

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Wenn wir Ihre Leidenschaft für dieses erlesene Juwel der Jahrhundertwende geweckt haben, wäre es uns eine ganz besondere Freude, Sie Ihrem Ziel der Wohnungsfindung näher bringen zu dürfen.

Bitte bewerben Sie sich dazu mit ein paar aussagekräftigen Informationen das Mietverhältnis betreffend per E-Mail […] und wir sind Ihnen gerne behilflich! […]

***Die Kosten für Warmwasser und Heizung werden über die autarke Gastherme mit einem großen Wärmetauscher für Warmwasser und Heizung vom Mieter direkt mit dem Energieversorger abgerechnet. Erfahrungsgemäß betragen diese Kosten ca. € 1,20 /m2 monatlich zusätzlich und sind vom individuellen Verbrauch abhängig.***

Charmante Dachschrägen und eine bezaubernd schöne hölzerne Balken- und Säulenarchitektur

Und? Noch wach? Dabei hab ich bis jetzt den ganzen Eintrag lang noch nichts selber erfunden.

Und sehen Sie, mir wäre das Wichtigste auch fast entgangen: Die Dreieinhalbtausend sind ein Mietzins, den man jeden verschissenen Monat wieder von vorne aufbringen muss. Nicht für ein Haus. Für eine Wohnung. Die einem für den Preis nach hundert Jahren immer noch nicht gehört.

Und das Wichtigste: Der charmante Balkon, oder was da über der Paulanerbeize angeschraubt sein soll, der ist von der gegenüberliegenden Agentur für Arbeit, wo sich der Pöbel täglich ab 7 Uhr um Münchens letzte 450-Euro-Jobs balgt und allerhand Kopfsteinpflaster zur Hand hat, nicht einsehbar.

11 Millionen. Nachdem ich das alles weiß, neige ich, wenn ich schon die Auswahl hab, eventuell doch zu der Ansicht, dass auf der Welt alles für alles da ist, nur eben, sagen wir, eigenwillig verteilt, aber wissen kann man nix.

Kann man sich’s wieder aussuchen, gell.

Soundtrack: Milk auf Ex: Fahrrad, aus: Platte des Monats, 1997:

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