Freitag! Logbuch

Bewirtschaftet von Vroni und Wolf

Kategorie: Lesen! Pronto!

Liebe Mitbürger in Bayern:

Am Sonntag ist Landtagswahl. Die AfD unterrstützt Rente ab 72. Ich sag’s bloß.

Auf den Dreh, es mal so schlicht zu formulieren, bin ich ganz alleine gekommen: Vielleicht dass das endlich ein Argument wäre, jemanden, der ohnehin zum Missbrauch seiner einzigen Stimme pro Wahlzettel neigt, von der Verirrung seines Kreuzleins abzuhalten: Wenn es unversehens an sein eigenes Leder statt das irgend eines „Flüchtlings“, den er noch nie gesehen hat, geht und klar wird, dass er da jemanden wählt, der offen damit droht, gegen seine Person vorzugehen. — Wo es danach ins Philosophische lappt: Vielleicht ist Ehrlichkeit doch überschätzt.

Was jeder denkende und fühlende Mensch damit anfangen kann: selber weiterverbreiten — betont beiläufiges Fallenlassen der Bemerkung sollte reichen. Es muss kurz vor dem Wahlvorgang kommen und mit dem Rückenmark verständlich sein. Die Sprache, die sie verstehn.

So genau, wie es schon gar keiner mehr erklärt haben will, wäre: Die AfD unterstützt Rente nach 45 Arbeitsjahren. In meinem unmaßgeblichen, anekdotischen Fall wäre das schon gar nicht mehr mit 72, sondern angefangen mit einem Arbeitsleben ab 27 — die 15 Monate staatlich eingeforderter Dienst am Vaterland waren nicht anrechnungsfähig — und drei arbeitslosen Jahren (lange her…) ein Renteneintritt mit 75 — falls nix mehr dazwischenkommt; suchen Sie mal mit über 50 noch eine Dönerbude, bei der noch kein Roboterchen die Zwiebeln schnippelt. Momentan steht mein Rentenanspruch ohne AfD-Eingriffe auf irgendwas um 490 Euro, also pro Monat jetzt.

Wenn also nicht bald das Flaschenpfand wesentlich erhöht wird, zieh ich halt auf meine alten Tage, die jeden Moment anfangen können, ins Hinternürnberger Flachland, da hat die Tafel, wie man hört, wenigstens Unterstützer statt einer Security am Eingang, und ich hab einen schönen Bildband über essbare Wildpflanzen.

Irgendwen AfD-Verdächtigen trifft man ja immer mal. Stellen wir ihn uns einfach vor, wie er mit Mitte 70 im Shared Workspace von seinem Altersheim hockt und sich wg. Life-Long Learning fürs Web 5.0 fit macht, nachdem er für heute schon wieder eine fast geldwerte App optimiert hat, die Apps optimieren kann (der Job ist leider bloß auf Freelance-Basis, also wieder nix mit Rente), während ihm eine illegal eingewanderte, lesbische, autistische, alleinerziehende jüdische Negerin unterm Arsch den Nachttopf leert. Auch auf Freelance-Basis, „das wird man wohl noch sagen dürfen.“

Bitte wählen gehen, Briefwahl wirft schon keinen Schatten mhr.

Soundtrack: Natalie Merchant: Which Side Are You On?, 1931,
aus: The House Carpenter’s Daughter, 2003:

Der Geschenktipp des Jahres (doch, echt jetzt)

Der Advent liegt heuer skurril. Zum praktischen Gebrauch stehen nur drei Adventssonntage zur Verfügung, der vierte ist schon Heiligabend, worüber sich der Einzelhandel nicht genug zerfleischen kann, als ob es heute noch Angestelltenverhältnisse gäbe, in denen man nur das bisschen arbeiten muss, das in den Arbeitsverträgen aus dem Abreißblock vom Kaufhof steht.

Silvester ist quasi fünfter Advent. Und wo wir gerade beim Einzelhandel sind: Liebe Kinder, es werden mir keine Gegenstände gekauft, Weiterlesen

Wolf sucht Rolf

Kein Wort stimmt doch mit dem überein, was tatsächlich passiert.

R. D. B.

Brigitte Friedrich, Rolf Dieter Brinkmann und die Beine seiner Frau Maleen, ca. 1969Es ergeht eine antiquarische Suchanfrage: Hat jemand Bücher vom heillos vernachlässigten Rolf Dieter Brinkmann sinnlos herumgilben und will sie loswerden? Geliehen geht auch. Gesucht werden in der Reihenfolge nach Wichtigkeit:

Ja, ich weiß, die sind alle spätestens antiquarisch erhältlich, wenn ich sie schon auf Amazon.de verlinken kann. Wir reden hier aber über abgewanzte, annähernd zwei Generationen alte rororo für irgendwas um 19 Euro, das kann ja wohl nicht wahr sein. Die Stadtbibliothek hat münchenweit je genau 1 Exemplar von Westwärts 1 & 2 und Rom, Blicke, beide im Gasteig, und die sind chronisch ausgeliehen, weil auf dem einen ein Baum drauf und das andere so schön rosa ist.

Ich zahl einen Fünfer pro Stück, oder wenn Sie mir’s leihen mögen, geb ich’s garantiert schöner zurück, als ich’s gekriegt hab. Sind die fünf Euro okay, plus Porto natürlich, oder ist das zu mickymaus oder wollen wir was tauschen? — Die Kommentarfunktion ist offen.

Die Beine von Maleen: Brigitte Friedrich: Rolf Dieter Brinkmann und die Beine seiner künftigen Witwe Maleen, ca. 1969.

Küchenregeln

3. Wenn ich schon kochen muss, dann was zu essen. Wenn einer ein „Rezept“ kochen muss, bitte nicht in meiner Küche.

2. Zum Kochen braucht man: 1 Messer (scharf), 1 Löffel (groß) und 1 Gabel, ferner 1 Schüssel (groß), 1 Topf (groß genug) und noch einen Topf für die Nudeln. Für jedes zusätzliche Trumm ist ein Antrag zu stellen, bitte mit guter Begründung — oder eine Spülmaschine anzuschaffen, die unter obgenannten Regeln kein Mensch gebraucht hätte. Wer sich ein Brot schmiert, muss deswegen nicht den Besteckkasten alle machen.

1. Wer im Ernst das Wort „lecker“ benutzt, hat noch 1 Chance und darf, während er draußen eine raucht, ein Wort überlegen, das eine Aussage über Essen trifft. Wahlweise kann er gern in andächtigem Schweigen die Gaben Gottes verzehren. Wer danach immer noch auf nichts anderes als „total lecker“ kommt, fliegt.

Die süßen, traurigen Schmuse-Jungs Tommie & Timmie suchen ein neues, liebevolles Zuhause!

Hier alle beiden:

Wir suchen ein liebes Zuhause

Die beiden Katzenbrüder Tommie und Timmie (hinten) sind wieder traurig und warten endlich auf ein liebes Zuhause

Leidvolles Pech für sie:
Die beiden Schmuser hatten ebenso rasch wie ihre anderen 4 Brüder ein Zuhause gefunden, leider bekam das Söhnchen der Familie eine Allergie.

Eine traurige Sache. Sie brauchen dringend erneut ein gutes Heim! Sie sollen zusammenbleiben, auf gar keinen Fall getrennt werden und werden ausschließlich zusammen vermittelt!

Nur für den Interessenten selbst bei Nachweis eines guten Zuhauses. Aber bitte nicht jemandem Unwissenden als Überraschung, als Weihnachtsgeschenk schenken. DONT, machen wir nicht. Das ist eine ganz schlechte Idee, die beiden Katerchen verkraften es nicht mehr, noch einmal herumgeschoben zu werden.

Sie sind übrigens im echten Leben gut zu unterscheiden: Tommie (vorne) ist etwas rundlicher als Timmie.

Lieber Leser, verbreitet dieses Blogpost, auch gern auf Facebook, lest es, meldet euch bei uns:
An Wolf mailen: wolf@gute-worte.de

Oder sich bei Vroni melden: join@vroni-graebel.de
Beides geht.

Hier Tommie nochmal in groß, wie Timmie ein 5 1/2 Monate junger Schmusekater:

trauriger, süßer Kater Tommie

Tommie weint oft und ruft klagend, weil er sein frisch gebackenes Zuhause wieder verloren hat.

Gottseidank hat des Söhnchens Maman diese beiden schwarzen schmusigen Jungs nicht ins Tierheim abgeschoben, wo es ihre kleine Katzenseele endgültig gebrochen hätte, sondern sie vorübergehend wieder bei Frau F. untergebracht. Sie liebt Katzen über alles, hat aber leider schon so viele, dass es zu viel wird.

Die wahre Geschichte von Tommie & Timmie:

Sie wurden ihr, der Frau F., zusammen mit 4 weiteren Brüdern als 1 Woche alte Babies in einer Bananenkiste anonym vor die Haustür gestellt.

6 Brüder auf einen Streich

Die 6 Katzenbrüder, all levels of cuteness exceeeded

Ich berichtete hier bereits darüber (6 Katzenbuben an der B14 ausgesetzt, die 6 BANANA-BROTHERS)

Zwei davon, Merlin & Murr, sind vor kurzem bei Vroni und Wolf untergekommen. Diese beiden süßen Jungs hier auf dem Bild sind ihre echten Brüder. Nicht nur wie aus dem Gesicht geschnitten (große dunkle orange-braune Bernstein-Augen) sondern ähnliche Charaktere, wie mir berichtet wurde: schmusig, köpfelnd, clever, unkomplizierte Esser. Und sehr stubenrein, sauber, verträglich, da gibt es gar nichts.

 

Bite meldet euch, unsere E-Mail-Adressen sind oben angegeben. Wir melden uns auch rasch bei euch zurück, rumpennen können wir wenn wir tot sind. ;-)

Rumschnurren

„die scheinasylanten können doch nur kinder machen und rumschnurren. (Pegida- und Fratzenbuchdeppen)

 

DEM KATER SÎN BLOG: Hier spricht der Kater. 17 und forever young:

Moritz am Ende ihrer Tage

My sun sets to rise again. (Moritz,17, † 17. Mai 2015)

Wann’st euch net endlich schleicht’s, ihr Bratz’n, ihr Nichtintegrierten, ihr Sprachverhunzer, ihr strukturellen Analphabeten, ihr Hohlraumbenutzer, ihr Brettergymnasiasten, wenn ihr so lang wär’t wie ihr dumm seid, dann könntet ihr den Mond mit Sidolin putzen. Rumschnurren, das tun nur wir!!einself!!!!!!!

 

 

 

Es ist, ist es nicht.

 

 

 

Don’t Panic and Thanks for All the Mostly Harmless Fish

Don't Panic Towel

Darauf einen pangalaktischen Donnergurgler.

Bild: Beny Shlevich: „Towels with a silkscreen print as homage to Douglas Adams. Next to the words „DON’T PANIC“ there are the GPS data from the city Innsbruck where D. Adams had the idea for the Hitchhiker’s Guide To The Galaxy.“

Händeringend

Na bravo. Solche Anzeigen gibt’s tatsächlich noch („Keine jahrhundertealte Vergangenheit, sondern innovative Ideen“). Und dann muss man aus biologischen Gründen hingucken und dann heißt’s wieder, Männer sind schwanzgesteuert.

Stellenanzeige Maelu

Ich kann’s nicht mehr hören. Bitte bewerb sich doch endlich jemand, damit das aus dem Verkehr kommt. Theatinerstraße, der Inbegriff von zentral; von außen sieht der Laden sogar ganz begehbar aus:

Wir suchen:

Mitarbeiter für Service/Verkauf (m/w)
Vollzeit oder teilzeit

Café MAELU
Theatinerstraße 32
80333 München

oder

MAELU GbR
-Personalabteilung-

Kleinhaderner Straße 2
D-80689 München

Fachliteratur: Shocking Sexism Vintage Ads. Nein, weder das Bild noch der Link ist Satire. Das meinen die so.

Does anybody remember laughter?

Virale Videos gibt’s also immer noch: The Online Engineer wollen nicht, dass ihr Video geguckt wird, einfach so, weil they were concerned about what the video showed, aber alle gucken. Wir werden es weder einbetten noch Ihnen empfehlen, es auf Ihre Festplatte zu rippen — nur, es so lange zu gucken, wie es noch da ist, und zwar auf Vollbild. Es dauert knapp 8 Minuten, einschließlich hinterher den Angstschweiß von den Händen waschen 10.

Den Sand in den Kopf stecken

In diesen ruhelosen Tagen werden unsere Kollegen aller Branchen „was zur WM machen“ müssen. Das muss the missing link glücklicherweise nicht. Bis zum 11. Juli 2010, an dem dieser betrübliche Auswuchs der afrikanischen Entwicklungshilfe enden wird, verhalten Sie sich uns und allen gefühlsbegabten Menschen gegenüber nach folgenden sehr wenigen, sehr einfachen Regeln:

  1. Meiden Sie Zusammenrottungen vor übergroßen Monitoren. Man erkennt sie von weitem am typischen Ausruf „Schlant!“ und am Klang des Rauschens wie von Meeresbrandungen oder Autobahnen, gerne auch von traditionell afrikanischen Musikinstrumenten, die ähnlich heißen wie ein zurückgezogen lebender deutscher Fußballspieler. — Sollten Sie trotzdem unverschuldet in eine solche Zusammenrottung geraten, vergegenwärtigen Sie sich, dass man traditionell afrikanische Musikinstrumente und zurückgezogen lebende deutsche Fußballspieler respektieren sollte. Ebenfalls mit Respekt, nicht etwa Mitleid, sollte man zum eigenen Schutz Menschen mit Verhaltensstörungen begegnen. Deren Selbsthilfegruppen lösen sich am 11. Juli von selbst auf und mit ihnen das Problem, das sie bewältigen.
  2. Vermeiden Sie auch den Erwerb von Merchandising, der im Zusammenhang mit dem Fußball der Herren steht. Sehr wahrscheinlich unterstützen Sie damit niemanden, der Sie nicht dafür verhöhnen würde, allen voran eine undurchschaubare Hierarchie bizarr überbezahlter Hauptschulabbrecher. — Sollten Sie trotzdem unverschuldet solches Merchandising erwerben, etwa weil Entwicklungshilfe schließlich Entwicklungshilfe ist, oder weil Sie glauben, dass der Krempel in fünfzig Jahren was wert wird, verschließen Sie es gut an einem Ort, zu dem niemand außer Ihnen Einsicht gewinnt.
  3. Vor allem aber vermeiden Sie die Sätze „Der Ball ist rund“, „Der nächste Gegner ist immer der schwerste“, „Das Spiel dauert neunzig Minuten“ und „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ sowie die Synekdoche „das runde Leder“ als Umschreibung für einen Fußball. 1954, das war gerade einmal neun Jahre nach dem bisher verheerendsten Krieg, als man froh sein musste, wenn die Leute nicht noch schlimmere Sachen sagten. Rechnen Sie zum Vergleich nach, wo Sie heute vor neun Jahren standen, und bewahren Sie ein Mindestmaß an Würde in Ihren Äußerungen. — Sollten Sie trotzdem unverschuldet solche Sätze aufsagen müssen, etwa weil Sie sonst von Menschen, die sich unter Drogeneinfluss die Wangen mit Landesflaggen bemalt haben, spontan auf die Lichter kriegen, hören Sie hinterher zuhause ein Viertelstündchen Deutschlandfunk. Das bereichert und reinigt den Geist.

Sollten ungnädige Umstände Sie dennoch in den nächsten Wochen zwingen, ein Fernsehgerät zu verwenden: Nutzen Sie die DJ-Helme, die Sie sonst in Ihren iPod stöpseln! Die passen nämlich auch in die Kopfhöreranschlüsse an Breitwandfernsehern. Danke.

Nächste Woche: Korrektes Verhalten, wenn die Sendung mit der Maus wegen Fußball ausfällt, in behördlich unterstützten Verkehrsstörungen („Autokorso“) und im Kontakt mit Betroffenen und Angehörigen.

Ich habe schon unterschrieben. Und Sie?

Es geht um den 37-jährigen Journalisten und Dichter Shi Tao.

Shi_tao_titel

Foto,
© : amnesty international

Alles, was Sie tun müssen: Ihre gültige E-Mail von dort abschicken (In die Petitionsliste für ihn von ai eintragen, siehe linke Spalte ebendort und blauer Kasten.)
http://www.amnesty-einsatz.de/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=20&Itemid=40

Auszug:

Zahlreiche Menschen sind in China wegen der friedlichen Ausübung
ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung inhaftiert. Viele davon sind
„Cyber-Dissidenten“ wie der 37-jährige Journalist und Dichter Shi Tao.

Shi Tao hatte über sein Yahoo-Konto eine E-Mail an eine amerikanische
Nichtregierungsorganisation (NGO) geschrieben. Darin schrieb er, dass
die chinesische Regierung Journalisten davor gewarnt hatte, im Vorfeld
des 15. Jahrestages über das Massaker auf dem Tiananmen-Platz zu
berichten. Diese E-Mail wurde anonym veröffentlicht.

 

Durch
die Zusammenarbeit mit Yahoo konnte die chinesische Regierung den
Absender dieser E-Mail ermitteln. Daraufhin verurteilte ein Gericht Shi
Tao im April 2005 zu zehn Jahren Haft. Die Urteilsbegründung: Er soll
dem Ausland „Staatsgeheimnisse“ verraten haben.

Tatsächlich
hatte Shi Tao die betreffende Informationen bei einer Redaktionssitzung
der Zeitung, für die er arbeitete, erhalten. Wie er beteuerte, handelte
es sich nicht um Staatsgeheimnisse.

Setzen Sie ein Zeichen und zeigen Sie Einsatz für Shi Tao.

(Text von mir gefettet)

_______________
Es ist so einfach, mit seiner E-Mail mal was Nützliches anzustellen.
Denken Sie nach!!!


Hokus Pokus Viribus

Viral ist die Zauberidee ( und sprichst du nur das Zauberwort…), wenn das Budget schmal ist und man trotzdem Bekanntheit möchte. Denn es verkörpert auf geniale Weise, wie Internet funktioniert: Der gelangweilte Lebens- und Büroslacker hüpft freiwillig drauf und amüsiert sich prächtigst zu Tode und erzählt das auch noch von selber weiter (der Depp als Viruswirt…).

Leider erzählen irgendwelche komischen Web 2.0 Unternehmensb(e)rater-Gurus, die sich als Freud-Epigonen wähnen, in Wirklichkeit aber aus der Ecke Informatik kommen, absoluten Kommunikations-Blödsinn: Witzig sei nur, was als Tabubruch daher käme. Und KMU fallen darauf herein. Nur weil Papa Freud mal erzählt hat, dass ein wirklich guter Witz nur dann ein echter Knaller ist, wenn er ein Tabu berührt.

Logisch: Wir lachen am meisten über das, was uns weh tut. Witze über Schwiegermütter und über Chefs lehren uns das.

Die sogenannte logische Umkehrung aber, dass alles, was ein Tabu bricht, automatisch dann auch witzig sei *zurücklehn*, ist ein Fehlschluss. Der nur aus der Mathematiker- und Informatik-Ecke kommen kann. Rührt euch, wenn ihr Mumm habt, ihr lebensfremden Kommunikationsversager! *french kiss aber auch*.

In Wirklichkeit ist Humor aber immer ein zweischneidiges Schwert. Man muss sich fragen: Funktioniert auch der Witz sozial? Passt er fürs social web? Oder halte nur ich ihn für witzig, weil ich gern primitive und unkorrekte Witze höre? Und das ist viel komplexer als eine mathematische Gleichung, die in ihrer Welt der emotionslosen Zahlen immer und komplikationslos als simple Umkehrung funktoniert: a = b, also ist b = a. True = true;  false = false.  Oder für die Fans des Pythagoras:

a² + b² = c². Also ist  Dbdb285a1c7df59d99931a73095b1efc

Wunderbar.

Nur: Wenn ich Tabus wie Porn, Sex, Inzest, Betrug oder den Furz zum Inhalt meiner viralen Spots nehme, ist der dann auch wie die Umkehrung der mathematischen Gleichung auch gleichzeitig immer witzig? Eine Witzischkeitsgarantie?

Nä. Auf dieses Idee, diese schmale logic fuzzi Brett, können echt nur Mathematiker und Ingenieure kommen, oddr? Falls Werber (Berufskommunikatoren, hach) drauf kommen, dann sind sie entweder windelweiche Ja-Sager oder blöd in der Birne und haben ihren Beruf verfehlt. Weil sie Ihre Kohle wollen und kaum fragen: „Zahlt das auch auf Ihre Marke ein?“

http://www.werbeblogger.de/2007/06/19/pariser-duft/
http://www.werbeblogger.de/2007/05/16/happy-fathers-day/
http://the-missinglink.blogs.com/logisches/2007/06/westaflex-is-ov.html
http://www.werbeblogger.de/2007/03/18/jvm-weis-genau-was-hinten-raus-kommt/

OK, jetzt habe ich es mir mit Ingenieuren und Mathematikern komplett verdorben. Dabei war ich sehr gut in Mathe und eine meiner besten Freundinnen im Gym ist Mathematikerin geworden. Ich liebe Mathematiker! Und Bach. Manchmal, wenn von Glenn Gould gespielt. Aber das war auch nur so ein furzender Verrückter… Und wenn der Web 2.0 Käse vorüber ist, wird es darüber ein fettes Buch von T. C. Boyle geben wie damals das „Grün ist die Hoffnung“ (World’s End.  New York: Viking, 1987.) und „Willkommen in Melville“ (The Road to Wellville.  New York: Viking, 1993). Eine Glosse über inkompetente Ernährungsgurus und windige Geschäftemacher.

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Fetter Rat an Kosten sparen wollende KMU: Holt euch Leute, die wirklich was vom Witz verstehen, Informatik-Professoren und Web 2.0 Gurus sind es jedenfalls nicht, die den Tabubruch wie Porn, Splatter, Vergasung zur heiligen Kuh erheben wollen. Informatiker haben null Humor und begreifen als soziale Autisten absolut nicht und nie mehr in diesem Leben, warum nur Harald Schmidt und Polen Polenwitze machen dürfen. Und Web 2.0 Gurus haben nur ihr eigenes Beratergeld im Kopf. Ihnen ist es wurscht, ob Sie sich blamiert haben. Logisch mal  wieder: Es ist nicht ihr Geld, sie stehen nicht in der Verantwortung.

Zweiter fetter Rat an KMU:

Bester Humor ist: Selfirony. State of the Art, wie Engländer und englisch schnackende Länder wissen. Nichts ist dumpfer und peinlicher als deutscher schenkelklopfender Anal-Humor. Nichts ist sympathischer als souveräne Selbstironie wie in einer Anzeige der Hilfsgemeinschaft für Blinde und Sehbehinderte:

Was sagt ein Blinder wenn man ihm Schleifpapier gibt?

„Verflucht, ist das aber klein geschrieben!“

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Frauen, die sich von schwulen Designern gängeln lassen.

"Man kann Geschmäcker und Farben nicht reglementieren." (Didier Grumbach, Präsident des französischen Verbandes der Modeindustrie). Arrogantes Rückzugsgefecht einer Modeindustrie, die wirtschaftlich schon bessere Tage gesehen hat.

Dass jeder Designer das selbst entscheiden dürfe. Keiner wird einen Künstler gängeln wollen, wir leben nicht mehr in einer Diktatur, die Kreativen vorschreibt, was sie zu denken hätten. Mehr
aber als retro-Verwurstung der Kleidungsstile der 60er, 70er, 80er und 90er,
mehr als das erneute Inszenieren des Elfen-Looks der Britin "Twiggy" Lesley Hornby fällt diesen sich für innovativ haltenden Männern jedoch im 3. Jahrtausend nicht ein.

Es geht heute – anders als in den experimentierfreudigen 60ern – nicht mehr um die spielerische Selbst-Inszenierung oder Protest durch Kleidung, es geht um die Inszenierung des beherrschten halb-nackten Körpers der Frau.

Halbnackt, da die Défilées statt Kleidung nur das Nötigste bedeckende Stoffstreifen zeigen, die auf unerklärliche Art zusammengehalten sind. In Wirklichkeit das Inszenieren eines allen Blicken ausgesetzten und schwächlichen unreifen Körpers, der sich nicht vernünftig – sondern nur gehemmt – bewegen kann, ohne dass ihm diverse Gaze-Stoffstreifen abfallen.

Der backlash, die Hemmung der sich ihrer Weiblichkeit bewussten starken, erwachsenen Frau, die männlichen Designern einfällt statt lustvoller Kreativität? Oder einfach nur hirnlos? Selber nur unreife Buben? Denn sie wissen nicht, was sie tun? Oder letzte Arroganz einer eh sterbenden Mode-Industrie?

Die immer dünnere Silhouette, die immer männlich-schmaleren Hüften, die von Designern skizziert werden (gerne im Uniform-Look), sind das Ergebnis eines zum kindlich-schwachen verzerrten Frauenbilds der, gerne homoerotischen, auf jeden Fall männlich geprägten Modedesignerwelt, die sich selber malt. Im ersten Fall keine Ahnung, was wirklich echte Weiblichkeit ausmacht (die schwulen Designer), denen kann ich nur raten, solche Hungerentwürfe mal für den Kerl zu machen.

Tun sie aber nicht. Gaultier lässt den schwulen oder metrosexuellen Mann nicht schwächeln. Was diese Abbildung beweist. Deren Männer-Knie erscheinen nicht riesig-knubbelig, durch deren Oberschenkel kann man keinen Fußball durchschießen.

Bei der dünnen Kate Moss, dem in Mailand ausgeschlossenen Model, und Amber Valetta geht das. Weil das des männlichen Designers Geschmack und Wille und Vorstellung ist.

Im letzten Fall das Bestreben des Alpha-Männchens, als Mann der Alpha zu bleiben. Das geht nur mit einer Frau, die so zart ist, dass sie von einer Brise weggeweht wird. Böse Zungen sagen Kleiderständer dazu, Tom Wolfe nennt solche Trophy Wifes, die kräftemäßig einem Mann sicher nicht gefährlich werden können, in seinem  "Fegefeuer der Eitelkeiten" "Society-Röntgenbilder".

Der Zusammenhang mit immer gestörterem Essverhalten wird klar. 15jährige Models (älter sind sie nicht in Mailand und Paris) tun es, Schülerinnen ab 13 tun es: dünn sein wollen, Diäten machen. Ausgerechnet in einem Alter, wo sie verunsichert, verletzbar sind, werden sie so geprägt, dass sie der Außenwelt zu gefallen haben, statt sich selbst. Niemand kann sich konsequent dem Einfluss der Gazetten und Filme entziehen, außer er lebte im Wald. Insofern haben Modemacher, Werber, Journalisten und Medienleute Verantwortung. Ich sehe sie nur nicht, sie wird nicht gelebt.

Die will in einer aktuellen Studie 2006 belegt haben, dass die Magersucht ("anorexia nervosa") genetisch bedingt ist. Das entlastet auf den ersten Blick den Modemacher und die Arroganz aus Paris.

Für mich ist er nicht entlastet, denn die Genforschung sagt auch eindeutig, dass genetische Veränderungen mit aktuellen zivilisatorischen, auch aktuellen neurologischen Veränderungen einhergehen. Das heißt, das, was ich jetzt lebe, verändert bereits meine jetzige Gendisposition: meinen erworbenen plus im jetzigen Leben veränderten Genhaushalt. Beides gebe ich an meine Nachkommen weiter. Neben der erblichen Anorexia sind die Bulimie (Fressen & Kotzen) und weitere Ess-Störungen psychisch bedingt und eine wahre Endemie.

Keine Entlastung, euer Ehren Designer.
Und mein geballtes Unverständnis nach Paris, dem sterbenden Mode-Imperium mit seinen Rückzugsgefechten.

Der neokon-Zeitgeist ist ein Skelett und weht wieder rückwärts. Kernfrage: Haben Männer Angst vor starken Frauen? Ich denke, ja.

Fragt sich nur, warum aufgeklärte Frauen sich in ihrem Selbstbild so fremdgesteuert gängeln lassen. Weiss jemand eine Antwort?

Der Mensch braucht Illusionen.

O ja!

Nach der Wissensgesellschaft die Depp 2.0 Fakegesellschaft.

Der reißerische SPON (der Fake des SPIEGEL print, werd scho wissn…) weiß:

Nur falsch ist wirklich echt

Und berichtet aufgeregt über eine falsche Kommerz-Maid in youtube, die rührend auf künstlich echt machte (by the way, sie spricht ein schrecklich quäkend-sägendes US-Amerikanisch, ein Sänger fistelt kastratisch dazu). Sie wird nicht die einzige sein, liebe social autists, ähm artists.

100mal für die Web-Junkies an die Tafel zu schreiben:
"Es gibt kein richtiges Leben im valschen."

Wer durchschaut, wie social community und blogosphäre funktionieren, geht entweder nicht mehr hin oder schreibt drüber. Im Grunde müssten es gerade diejenigen besonders gut durchschauen, die seit Jahren im Netz unterwegs sind, sich als Sandra ausgeben, obwohl sie Hans-Günther heißen. Kommt doch den hardcore usern bekannt vor, deren jahrelanges Hobby seit Erfindung des haiperdexddransfährbrodogoll.

Warum soll ausgerechnet das Web 2.0 anders sein?

Blöder Name, es gibt kein neues Web im alten, immer noch die gleiche Mischpoke unterwegs. Und warum soll gerade das OpenBC ein Hort von honest business people sein. "Honest" und "business" ist sowieso ein Widerspruch, hobt’s mi! Den löst das dritte Jahrtausend mit seinen globalen Jobnorm_maden, virtuellen Möglichkeiten und pro Küche 2 PCs nicht auf. Eher on the contrary, if you odd Tube verständ, what I mean.

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