Ich bin nicht alt geworden, ich bin noch allzeit jung

Am einzigen Regentag der Woche nach Schäftlarn pilgern, um lokalen Klosterhonig aufzutreiben, zum ersten Mal im Leben Fotos von den Sehenswürdigkeiten machen, ohne einen ausgewiesenen Fotoapparat zu benutzen, am Abend mit demselben Gerät auf Spotify das Gesamtwerk von Zupfgeigenhansel durchhören und dann wundern, wenn’s Werbung für Treppenlifte reinschwemmt. Genau mein Humor.

Öffnungszeiten vom Klosterladen:
Mittwoch bis Samstag: 14.00 bis 17.00 Uhr,
Sonn- und Feiertage: 11.00 bis 17.00 Uhr.
Montag und Dienstag: geschlossen.
Sonntage im Januar, Februar und März: geschlossen.

Kloster Schäftlarn von hinten, mit Obstgarten, 22. März 2017

Buidl: Kloster Schäftlarn von hinten mit Obstgarten, 22. März 2017, von mir. Schenk ich Ihnen, weil’s meins ist.

If you are the dealer, I’m out of the game

Fällt das wieder allein mir auf, dass seit Wochen alle von 2016 in der Vergangenheit reden? Bis es die anderen merken, ist 2016 Vergangenheit, und es wird sich — Futur römisch zwei — herausgestellt haben, ob eine tourettekranke Gelbbauchunke in Amerika noch vor Weihnachten einen Atomkrieg losgebrochen hat oder erst hinterher, und ob man sich, wenn die ganzen geflüchteten erzkatholischen Mexikaner mit den angestammten Islamisten zusammentreffen, nach Mitternacht noch in die Bahnhofsgegend trauen kann, um ein paar Flaschen zu sammeln.

Die gute Nachricht ist: McDonald’s hat endlich den Nutella-Burger erfunden. Die schlechte: und schafft den Big Mac ab. Und die mittelgute: In der Münchner Bahnhofsgegend gibt’s praktisch keinen McDonald’s.

Soundtrack: Leonard Cohen: You Want It Darker, 2016, natürlich als vollständige Playlist, solange sie legal bleibt (jedenfalls so lange, wie sie nicht in in private Weblogs eingebettet wird).

Das Haustier und das Nutztier und die schöne regionale Welt

Unser Umgang mit Tieren

Hier spricht mal wieder der Kater.
DEM KATER SÎN BLOG: Hier spricht der Kater. 17 und forever young.

Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst töten müsste, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins Ungemessene steigen. (Christian Morgenstern)

Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt. (Christian Morgenstern)

Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück. (Charles Darwin)

 

Moritz am Ende ihrer Tage

My sun sets to rise again. (Moritz,17, † 17. Mai 2015)

Es geht um Anzeigen gegen Schlachthöfe, die CO2-Gruben, abgebrühte Schweine im Todeskampf und den juristischen Kampf gegen uneinsichtige Betreiber und lahme Kommunen.

Der Staat gibt sich – fast wie immer  – hilflos.

Ich wiederhole der Einfachheit halber den Link dort unten zum Spenden:

Mit Ihrer Hilfe schalten wir für die Tiere die Justiz ein.

 

Man kann viel gegen PETA e. V. haben, aber hier spenden ist eine wirklich gute Sache!

Falls Interesse an Infos aus der unabhängigen, investigativen Presse besteht, der Schlachthof Landshut lässt es grade „tierisch“ krachen. Die SZ berichtet am 27. Juli 2016:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/verbraucherschutz-tierquaelerei-und-ungeziefer-auf-niederbayerischem-schlachthof-1.3097244

CO2-Begasung die nachgewiesen qualvoll ist (siehe auch Bundesfleischforschungsanstalt Kulmbach), Ü-Stunden bis oder über 10 Stunden/d der überlasteten Arbeiter (Akkord, nehme ich mal an), die den Tötungstich den nicht mehr sauber setzen und die Tiere im Brühgang erst qualvoll verecken.

Einfach nur kein Fleisch mehr essen reicht nicht, wenn sich was für die Tiere und wenn sich unser Umgang mit Tieren verändern soll.

Der Fleischkonsum in Deutschland sinkt stetig. Aber díe Fleischerzeugung steigt widersinnigerweise dennoch. Die Fleischerzeuger machen dann eben schwer auf massiven (Billig?-)Export. Und zerstören dann eben die heimischen Infrastrukturen eben dieser anderen Länder.

Am Ende auch noch EU-subventioniert ist anzunehmen. Aber auf den Webseiten der einschlägigen “Erzeugergemeinschaften” ein Werbe-Gesülze an Texten, dass man pfeilgrad fast glauben könnte, den Tieren und der heiligen regionalen Erzeugung würde ante und post Mortem ein rosarotes Himmelreich errichtet. Dass sogar ein Werber im Gesicht rot wird. Ob diese ungesunde Gesichtsfarbe von Scham oder vor Wut kommt, ist auch schon egal.

 

Gruß

der Kater

Neulich

Neulich, als ich einen 2013er Merlot trank und Nürnberger Lebkuchen aß (Wicklein Meistersinger) stieß es mir nach irgendwas mit Heizöl auf. Nachdenklich geworden.

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O.k., hab eine geraucht. Das war aber schon alles.

 

 

 

Weihnachten Wein Lebkuchen Heizöl and all this Holy Shit

Unschlagbare Neue Gespenster eingetroffen … (Eine Art Nachlese vom Oktoberfest in München – ein freundliches Anti-Wiesn-Bashing)

DEM KATER SÎN BLOG: Hier spricht der Kater.

Die Künstler sind wie Sonntagskinder; nur sie sehen Gespenster. Wenn sie aber ihre Erscheinung erzählt haben, so sieht sie jedermann.

 

Ich möchte fast glauben, Herr Pastor, wir alle sind Gespenster. Nicht bloß das geht in uns um, was wir von Vater und Mutter geerbt haben. Es sind allerhand alte, abgestorbne Ansichten und allerlei alter, abgestorbner Glaube und dergleichen. Es lebt nicht in uns, aber dennoch sitzt es fest in uns, und wir können’s nicht loswerden.

 

Neeiiiin, nicht Halloween. Das Oktoberfest! Sehet die unschlagbaren Gespenster.
Die Gespenster des Oktoberfests
Die unteren Gespenster abgedeckt. (Mer waas nie, wer sich alles erkennt am letzten Oktoberfesttag – und dann hat der Kater des Gschieß mit den Rechten … ^^. (… am Bild…)

Und lesbarer in Groß, mit allerbester Rächtschraipung:

Neue Gespenster eingetroffen! In Groß.
Auch diese auf den Augen schröcklich abgedeckt, mer waas ja nie …

Das war das Lustigste am Oktoberfest. Auf dem der Kater höchstselbst am letzten Tage flanieren tat.

 

Auch sehr lustig:
Der einzig wahre Maiskolben. Huldigt ihm!
Huldigt dem Maiskolben! (Blick vom Augustiner-Biergarten aus, aber hey!)

Er, der Maiskolben, ist zwar nicht sonderlich bairisch, aber des is wurscht, net woar. Er ist internationales Barbequju. Des is wichtig. Im Angesicht des majestätischen Maiskolbens im Biergarten des Augustiner-Wahrzeichens, des Turms, nahm der Kater trotz der Widrigkeiten (voll und kaum ein Plätzchen zu finden) traditionell eine Maß Augustiner und ein Hendl zu sich.

Gruß also von der internationalen Wiesn vom internäschonäl Kater. Habe Gerhart Polt gesehen. Wie er von der Alternativ-Wiesn kumma is. Mitsamt seiner Entourage. Ansonsten nix Wichtiges. Die Leut im Biergarten waren wunderbar, lieb, angenehm und gaaanz normal. Null Schickimicki, keine Besoffenen, keine Randalierer, kein IS. Habe es genossen, so soll Wiesn sein.

 

Gruß
Der Kater, das Sonntagskind
Der geliebte Kater Mor. Wie er die Welt sieht.
In sich ruhend und geliebt von den Seinigen.

Take the Fruktoseintoleranz Away From Me o Lord

Give me cornbread when I’m hungry,
give me corn liquor when I’m dry.
Give me wine and women while I’m living
and sweet salvation when I die.

John Fahey: The Dance of Death
and Other Plantation Favorites
, 1964 ff.

Allgemeinmenschliche Verhaltensweisen wie das Gucken von YouTube-Videos, Zigarettenrauchen und Alkoholismus sind heute gut behandelbar, weil Betroffene ihre Umgebung meist ausführlich an ihrem Krankheitsverlauf teilhaben lassen.

Schwieriger liegt der Fall bei intestinaler Fruktoseintoleranz, weil die Umgebung das Wort nie für die Bezeichnung einer Krankheit hält, sondern für ein Lied von Funny van Dannen. Erst wenn man Betroffenen ihre gewohnten zwei bis sieben Nutellabrote zum Frühstück wegnimmt und sie durch Obst und Gemüse (was auch immer der Unterschied dazwischen sein soll) ersetzt, zeigen sich die Symptome, die bei Hunger anfangen und bei Reizbarkeit noch lange nicht aufhören, und die sich erst bei Aufnahme von Nahrung unmittelbar legen.

Auch der sozial zuträgliche Alkoholismus kann hier lindernd wirken, weil in Verbindung mit genügend Schnaps die schädliche Fruktose nicht zu lange im Körper verbleibt. Hätten Adam und Eva nicht den ersten und schädlichsten aller Äpfel vom Baum der Erkenntnis zu sich genommen, sondern vielmehr die Schlange, die auf vielen glaubwürdigen Darstellungen (außer bei Dürer) vom Baum des Lebens gleich daneben herübergekrochen kommt, wären wir heute alle wohlig umnachtet und unsterblich und würden uns von Reptilien ernähren. Und Nutellabrot, Whisky und Zigaretten.

Unter Lieben, Trinken, Singen

Update zu Cooles Essen:

Nord und West und Süd zersplittern,
Throne bersten, Reiche zittern,
Flüchte du, im reinen Osten
Patriarchenluft zu kosten!
Unter Lieben, Trinken, Singen
Soll dich Chisers Quell verjüngen.

Goethe: Hegire, aus: West-östlicher Divan, 1819/1827, Anfang.

Saufen und Aufmucken, man mag es gutheißen oder nicht, waren schon immer eine deutsche, nun ja: Einheit. In der ersten funktionierenden Version Deutschlands als geschlossenes Konstrukt, dem nachnapoleonischen Deutschen Reich, galten Kneipen an regierenden Stellen als Brutstätte des Widerstands. Bis heute wird unterstellt, das, was an Stammtischen betrieben werde, sei Politik.

In diesen postmodernen Zeiten muss man ja ohne Alkohol fröhlich sein. Daher ist es nicht zwingend als Teilsieg eines aufmuckenden Islamismus zu werten, wenn morgenländische Rip-offs von Coca Cola den abendländischen Basar überschwemmen.

Liter Cola Turka, Flasche 1 Liter 99 CentVon uns am lebendigen Leib getestet wurde Cola Turka, weil’s das in unserem Gemüse-Mekka Goethestraße gibt (1 Liter: 99 Cent). Das Urteil aus unserem privaten Pepsi-Test: Typische Tiefschwärze, erfüllt in Pappigkeit und Dursterzeugung alle Verbrauchererwartungen, überzeugender Rülpsfaktor. Insgesamt auch nicht grauslicher als herkömmliche Zuckerlösungen. Gut.

Sobald unser zuständiger Cavusoglu sein Angebot verbreitert, vergleichen wir:

  • Evoca Cola, EU-weit aus London für orientaffine Zielgruppen;
  • Mecca Cola, Algerien;
  • Parsi Cola, Iran, direkte Konkurrenz zu Zamzam, ohne eigenen Web-Auftritt;
  • Qibla Cola, Pakistan, ohne eigenen Web-Auftritt;
  • Cola Turka, Türkei, vom global agierenden Lebensmittelriesen Ülker, auch als 3-Liter-Bombe erhältlich;
  • Zamzam Cola, Iran.

Vaterlands- und gottlose Allround-Rebellen (Berlin-Mitte-Hipster, die irgendwie an Unis wie Freiburg im Breisgau, Greifswald oder Tübingen hängen geblieben sind, Liegeradfahrer, Unixer) werden sich ihr Cola lieber in bewusstem Widerstand zu allen Ideologien selbst mischen. Jetzt, wo die OpenCola-Bewegung offiziell ausgeblubbert ist, das Rezept aber noch online steht, müsste es ja wieder “gehen”, oder nicht?

Widerstand gegen den Widerstand, prinzipell eine zutiefst hippe Konstellation, regt sich bei den Erfindern der modernen Demokratie, die ihre Monarchie nie aufgeben wollten: In Newcastle upon Tyne, Northumberland hört eine von unbeugsamen Linksfahrern bevölkerte Brausefabrik nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten. West und Süd und Ost zersplittern, Throne bersten, Reiche zittern — nur Fentimans füllt alles in Flaschen, was nicht sofort Glas zersetzt, bis keiner mehr weiß, ob es als Cola, Nährbier, Cocktail, zur Einnahme oder zum Waschbeckenputzen gemeint war.

Cool, die Engländer. Sieger nach Punkten, von denen einem nach dem “Genuss” wahrscheinlich der ganze Körper übersät ist: Fentimans! Burp! Tschuldigung!

Tautologischer Pleonasmus

Atticus told me to delete the adjectives and I’d have the facts.

Harper Lee: To Kill a Mockingbird, 1960.

Update zu Und zwar es ist ja doch so:

Wird ja so viel sinnlos geredet hetzutage, hat meine Großmutter gesagt, und wenn man genauer googelt, ein paar Vorsokratiker bestimmt auch schon.

Und weil gleich wieder Weihnachten ist, wünsch ich mir, dass ich nie wieder sinnlose Adjektive lesen muss. Sinnvolle schon, und davon jede Menge. Das ist wie bei allen anderen Formen der Umweltverschmutzung auch: Jeder kann mithelfen.

Für den Anfang merken Sie sich einfach, dass “lecker” keinen Geschmack beschreibt. “Lecker” beschreibt gar nichts, noch nicht mal den geistigen Zustand der Benutzers; in den letzten Jahren hab ich die zurechnungsfähigsten Leute “lecker” sagen gehört. Erst bei “total lecker” falle ich jedes Mal in Zweifel.

Wenn Sie das geschafft haben, sagen Sie einfach nie wieder (alphabetisch):

  • ansprechender Flyer;
  • berstend voll;
  • blauer Himmel;
  • brütende Hitze;
  • finsteres Mittelalter;
  • frische Luft;
  • fröhliche Urständ;
  • gesunder Menschenverstand;
  • grüne Wiese;
  • heiße Endphase;
  • kochend heiß;
  • pfiffige Schreibe;
  • schnöder Mammon;
  • spitze Feder;
  • tierisch ernst;
  • wohlverdienter Ruhestand.

Und wenn Sie’s schon nicht lassen können, so zu reden, schreiben Sie es wenigstens nicht. “Total” ist der Gegensatz zu “relativ”, das benutzt man nicht außerhalb der Mathematik, und “lecker” gehört sich einfach überhaupt nicht. Das ist alles meine unwiederbringliche Lebenszeit. Und Ihre übrigens auch.

Total leckere wöchentliche Imogen:
Speed Baking: Vanilla Muffins,
22. September 2012.

Kulturpreis

Das waren heute wieder 70,32 Euro allein beim V-Markt (hätten Sie gewusst, was Loganberry Jam ist?)

Und weil der V-Markt in der Gegend von der großen Stadtbücherei am Gasteig liegt, auch noch zwei Opern aufgelesen: die Mutter aller Opern: L’Orfeo von Monteverdi und einen abgelegenen Schatz, der bisher genau zweimal eingespielt wurde: Aurora von E.T.A. Hoffmann.

Ein einziges Kilogrämmchen Gimpet Käse-Rollis für die Betriebskatze Moritz gab es für 19,59 Euro, die Opern umsonst.

Moritz meint: “So viel Unterschied muss sein.”