GFM-Gruppe oder gfm Geschäftsführer – Bonn München Hamburg

Wer als Werbeagentur oder Designagentur oder freier Grafikdesigner aus Bonn München oder Hamburg – also bundesweit – diese oder letzte Woche im heurigen August Anfragen für konkrete Angebote und entsprechende Dienstleistungen bekommen hat oder soeben bekommt von einem Geschäftsführer von Ledexchange und einer gewissen GFM-Gruppe für: Komplettpakete Logo, Flyer, Webauftritt / Webdesign, und dem erzählt wurde, ein Finanzinvestor hätte ihn als Geschäftsführer vor die Tür gesetzt und sein Lebenswerk zerrupft, der möchte sich bitte bei mir über E-Mail oder Telefon melden (Daten hier in  “Über …” oben in der Navigation). Stichwort Verfügungsverbot und § (Paragraph) 133 der Insolvenzordnung.

 

 

Das Haustier und das Nutztier und die schöne regionale Welt

Unser Umgang mit Tieren

Hier spricht mal wieder der Kater.
DEM KATER SÎN BLOG: Hier spricht der Kater. 17 und forever young.

Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst töten müsste, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins Ungemessene steigen. (Christian Morgenstern)

Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt. (Christian Morgenstern)

Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück. (Charles Darwin)

 

Moritz am Ende ihrer Tage

My sun sets to rise again. (Moritz,17, † 17. Mai 2015)

Es geht um Anzeigen gegen Schlachthöfe, die CO2-Gruben, abgebrühte Schweine im Todeskampf und den juristischen Kampf gegen uneinsichtige Betreiber und lahme Kommunen.

Der Staat gibt sich – fast wie immer  – hilflos.

Ich wiederhole der Einfachheit halber den Link dort unten zum Spenden:

Mit Ihrer Hilfe schalten wir für die Tiere die Justiz ein.

 

Man kann viel gegen PETA e. V. haben, aber hier spenden ist eine wirklich gute Sache!

Falls Interesse an Infos aus der unabhängigen, investigativen Presse besteht, der Schlachthof Landshut lässt es grade „tierisch“ krachen. Die SZ berichtet am 27. Juli 2016:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/verbraucherschutz-tierquaelerei-und-ungeziefer-auf-niederbayerischem-schlachthof-1.3097244

CO2-Begasung die nachgewiesen qualvoll ist (siehe auch Bundesfleischforschungsanstalt Kulmbach), Ü-Stunden bis oder über 10 Stunden/d der überlasteten Arbeiter (Akkord, nehme ich mal an), die den Tötungstich den nicht mehr sauber setzen und die Tiere im Brühgang erst qualvoll verecken.

Einfach nur kein Fleisch mehr essen reicht nicht, wenn sich was für die Tiere und wenn sich unser Umgang mit Tieren verändern soll.

Der Fleischkonsum in Deutschland sinkt stetig. Aber díe Fleischerzeugung steigt widersinnigerweise dennoch. Die Fleischerzeuger machen dann eben schwer auf massiven (Billig?-)Export. Und zerstören dann eben die heimischen Infrastrukturen eben dieser anderen Länder.

Am Ende auch noch EU-subventioniert ist anzunehmen. Aber auf den Webseiten der einschlägigen “Erzeugergemeinschaften” ein Werbe-Gesülze an Texten, dass man pfeilgrad fast glauben könnte, den Tieren und der heiligen regionalen Erzeugung würde ante und post Mortem ein rosarotes Himmelreich errichtet. Dass sogar ein Werber im Gesicht rot wird. Ob diese ungesunde Gesichtsfarbe von Scham oder vor Wut kommt, ist auch schon egal.

 

Gruß

der Kater

Kralle zeigen …

Komm an mein Herz, mein schönes Katzentier; Zieh ein der Tatze Krallen, Gönn einen Blick in deine Augen mir, Achatgesprenkelt und metallen.
Charles Baudelaire

 

… kann sich heute nur noch die Katz’ erlauben.

Merlin: Schau, wie ich schau!

Kater Merlin Kralle

Kater Merlin bei der Arbeit (Mail an komische Kunden)

Bibliothek deutscher Knauserer

Als Kathrin Passig, die grande vieille dame des Webloggens (ich darf das sagen, ich bin der Ältere) noch cool war, was nach ihrem Bachmannpreis nachgelassen hat und sich deshalb auf 2006 festlegen lässt, konnte sie außer Entbehrlichem wie One-Rope-Bondage, Fußfetischismus oder dem Beschriften von Backup-CDs immerhin auch Bücher als Geldanlage empfehlen.

Gut, das war 2001, da wurden Gegenstände und Dienstleistungen sowieso noch gegen Geld gehandelt. Seit das meiste Geld dem Umlauf entzogen wurde, ist mit Büchern das passiert, was Frau Passig 2001 dem Elektroschrott bescheinigt hat: Da muss man sogar die — selbstverständlich ehrenamtlich ihre Tagesfreizeit hinbringenden — Hausfrauen bei Oxfam anbetteln, dass sie einem das ganze Altpapier als “Bücherspende” abnehmen.

Seit 1985, als das Ding erschienen ist, spare ich auf die erste und einzige vollständige — und vor allem: anständig kommentierte — Ausgabe Phantasus von Ludwig Tieck. Vor 31 Jahren hat dieser sechste von zwölf Einzelbänden der Gesamtausgabe 198 D-Mark gekostet, seit dem Zusammenbruch der europäischen Währungen 2002 kostet er 102 Euro; man kann also gar nicht sagen, dass er in über einer Generation wesentlich teurer geworden wäre. Leider ist die Leinenausgabe in einen durchsichtigen, dennoch hässlichen Plastikeinband gewandet, was dem geschätzten Erdölaufwand einer Fahrt mit einem VW durch die Euro-Zone entspricht, und dann am Ende noch bei dem verführerisch naheliegenden Amazon.de, also überhaupt nicht zu verantworten ist.

Es muss deshalb heutzutage die streichelweiche Lederausgabe sein, für 164 Euro. Dafür kriegen Sie den in literaturwissenschaftlicher Pionierarbeit erschlossenen zuverlässigen, maßgeblichen Text, “nach Erstdrucken ediert, die wichtigen Abweichungen von den Handschriften und der von Tieck selbst veranstalteten Gesamtausgabe werden im Kommentar ausgewiesen. Erstmals werden die Texte durch grundlegende Kommentare erschlossen”, auf über 1500 Seiten alleredelsten, bei Schoeller & Hoesch eigens für die Bibliothek entwickelten alterungsbeständigen Dünndruckpapiers, in rotes Leder gebunden (man korrigiere mich, aber es müsste Schaf sein) und im vertrauenerweckend stabilen Schuber, und bei der einzuschätzenden Drehzahl sollte es mich nicht wundern, wenn Sie bis heute bei Verlagsbestellung aus der Erstauflage bedient werden. In dieser Art ist jeder Band der Bibliothek Deutscher Klassiker: leider. Jeden. Cent. Wert.

Die 164 sind der Neupreis. Sollte ich Sie also gerade zu einer mittelgroßen Geldanlage animieren, dann möglichst nicht ausgerechnet bei Amazon.de: Wenn Sie das Ding ohne Aufpreis und diskutierwürdigen Premium-Status auf den nächsten Tag in einem kuschligen Buchlädchen bestellen, kriegen Sie wahlweise vom Inhaber oder der hübschesten Azubine auf den Mund geschmatzt oder wenigstens die Tür aufgehalten. Was die 164 vormals in D-Mark waren, hat mich anno 1985 gar nicht groß interessiert: Damals wäre ich mir sogar vermessen dabei vorgekommen, die Bierdosen mit 0,33 statt der im im Literpreis effizienteren 0,5 Liter wegzulitern.

Gebraucht gibt’s die Lederausgabe schon mal um 95 Euro, die im Laufe des Klimawandels indiskutabel gewordene Leinenausgabe für 65. Für einen 47-Jährigen wie einen ehemals 17-Jährigen immer noch ein Haufen Holz für 1500 Seiten angehendes Altpapier, das ich bei meinem Lebenswandel vielleicht noch 20 bis 30 Jahre ausnutzen kann, wofern weder meine Sehkraft noch mein Auffassungsvermögen wesentlich nachlässt, und auf das meine mir persönlich bekannten Erben garantiert keinen Wert legen werden.

PS: Der Diels/Kranz ist genauso theoretisch erhältlich: alle drei Bände, zweisprachig, in halbwegs ordentlichem Zustand bei Amazon.de ab 182 Euro, bei anständigen Leuten für 200 aufwärts. Noch theoretischer gibt’s Die Gelehrtenrepublik von Klopstock: als abkopierten Nachdruck eines nicht näher ausgewiesenen Fraktur-Schinkens von einer amerikanischen Klitsche, die einen für ihr bisschen Bindearbeit ganz schön aufkommen lässt, und für den man sich lieber selber ein Stündchen an den Münzkopierer der Unibibliothek stellt und den Stapel dann zum Copyshop trägt. Mitnichten erhältlich sind Der Geheimnisvolle von E.T.A. Hoffmann, Isle of the Cross von Herman Melville, Das Kind und die Stadt von Franz Kafka und Clemens von Thomas Mann, wofür aber kein heutiger Verlag etwas kann. Das Trauerspiel dabei ist ja: Wenn einem nach hundert Jahren endlich doch noch die Abflussrohre unter dem Kellerboden wegrosten, müssen auch auf einmal ein paar Tausend für nix da sein.

So hätte das bestimmt Kathrin Passig als Studentin gehalten, als sie noch Bücher gekauft hat, statt ihnen als überzähliges Material, das sich gerade noch bedingt zur Wanddämmung eignet, zugunsten unkopierbarer Textdateien, die auf einem Fernsprechapparat gespeichert werden, Hausverbot zu erteilen. Und ich hätte Dosenbier gekauft — hab ich wahrscheinlich sogar, meine Erinnerung an diese Zeit verschwimmt vor allem in den Teilen, welche die Wochenenden anbelangen. Aber damals war sogar ich noch cool.

PPS: Gibt es eigentlich Buchhändlerwitze? “Ein Grossist heißt nicht Großist, weil er groß ist” oder so?

Bei- und Nachträge zur Kritik der reinen und praktischen Unvernunft

Und ich hab gedacht, damit wäre im Lauf der Achtziger Schluss gewesen: dass Werbung so offensichtlich ihre Zielgruppe zum Besten haben kann. Die zynische Abwertung “Zielgruppe” wird sich wohl so schnell keiner mehr abgewöhnen, aber wurde “Reklame” nicht mit dem Wechsel in die Neunziger in “Werbung”, also etwas Altfränkisch-Deutsches, und noch fürnehmer in “Verbraucherinformationen” umbenannt? Damit wurde doch ein gewisser Respekt vor dem Melkvieh zumindest nach außen hin behauptet — so wie heute auch kein Landwirt mehr damit prahlt, wie viele Stück Vieh er hinter wie wenig Stallfenster stopfen kann; egal wie er daheim wirtschaftet, wenn die PETA nicht hinschaut.

In der Werbung kann man’s noch machen, ist ja bloß Reklame. Seit Lidl nicht mehr durch Arbeitsbedingungen wie in der Legebatterie, sondern richtig entspannte, fröhliche Angestellte auffällt, müssen sie ihre “Ich Chef, du nix”-Allüren wohl an irgendwem anders auslassen und hängen in ihre Filialen und mitten in den öffentlichen Raum Plakate, auf denen sie fragen: “Woran erkennt man gutes Brot?”, “Woran erkennt man gute Wurst?” und was eben sonst noch so weg muss. In einer Art Parodie auf Verbraucherinformationen geben sie auch gleich die Antworten in drei Unterpunkten; der vierte zählt nicht, der heißt immer: “Und an einem guten Preis.” Und was soll ich sagen: Woran man guten Kaffee erkennt? — Am guten Kaffee! Ja scheiß doch die Wand an.

Hab ich gedacht. Bevor ich nachgedacht hab.

Wenn heute aufgeklärte Kreise der, Obacht: Zielgruppe statt Kaffee lieber gleich die Tränen der kolumbianischen Plantagensklavinnen trinken würden, wenn da bloß genug Koffein drin wäre, muss man solche Wackelkonsumenten wieder daran erinnern, dass billiger eben doch besser ist, nicht andersrum. Fast schon liebhaben könnte man in seiner Abkehr von allem, was das 21. und 20 Jahrhundert ausmacht, die Verbraucherinformation für den wahren Genießer: “Woran erkennt man guten Wein?”

Jaja, klar, am “guten Preis”, wie alles andere auch, aber an erster Stelle? Soll ich’s sagen oder wollen Sie selber zum Lidl? Okay, ich bin ja gar nicht so. Die schonungslose Enthüllung lautet: “An seinen Eigenschaften”!

Ist das nicht schnulli? Ist es nicht wunder-wunderschön? Wein ist gut, wenn er im dreidimensionalen Raum eine bestimmte Zeitlang in Beziehung zu seiner Außenwelt, dem Nicht-Wein, existiert — und nix kostet. Und das von einem marktorientierten Unternehmen. Kant wäre begeistert.

Nun ist ja Kant tiefes achtzehntes Jahrhundert, dagegen sind die Gepflogenheiten der Achtziger des 20. Jahrhunderts Avantgarde. Und seit Einstein nachgewiesen hat, dass Zeit und Raum gar keine reinen Kategorien des unzulänglichen Menschengeistes sind, sondern dass es die womöglich in echt gibt, lässt sich guter oder schlechter Wein durch nichts treffender beschreiben als durch seine Quantität, Qualität, Relation und Modalität, schon wahr.

Woran würde man gutes Marzipan erkennen? — Es wäre nicht saisonal verknappt, sondern im dreidimensionalen Raum einer Lidl-Filiale Montag bis Samstag, 7 bis 20 Uhr ganzjährig da.

Du musst kein Schwein sein,
auch wenn der SPIEGEL das sagt.

DEM KATER SÎN BLOG: Hier spricht der Kater.

Trust and belief are two prime considerations. You must not allow yourself to be opinionated.

Only the gentle are ever really strong.

James Dean

Man kommt schon ohne Betrug oder ohne andere zu nerven in der Welt zu etwas. Einfach nur mal ausprobieren! Es tut gar nicht weh.

Ein tendenziöser Artikel auf SPIEGEL Online diese Woche zeigte mir, wie wichtig doch auch seine Kommentaristen sind.

Zeigte der SPIEGEL-Artikel “dank” eines “Whistleblower”-Verkäufers reißerisch auf, wie stark auf Einkäufer- und Verkäuferseite erfolgreich, da höchst-kreativ, getrickst und betrogen werde – bis hin zum dreisten Doppelfake, der Fake-Ausstellung angeblich gefakter China-Produkte, um Preise des starken Lieferanten stark zu drücken.

Rührte sich darauf ein Kommentarist, was das vom Autor und dem Interviewten soll. Und ob man auch bedacht hat, dass solches als gängige Geschäftspraktik gepriesene ruppige und bis ins illegale betrügerische Geschäftsverhalten nicht von Dauer ist. Beständige und vertrauensvolle Kunden-Lieferantenbeziehungen könnte so jedenfalls nicht entstehen und er selber hätte geschäftlich nur positive Erfahrungen mit nachhaltigerem Umgang.

Was soll ich sagen: ich auch.

Danke an diesen Kommentaristen. Ich mag es, wenn Kommentaristen geistig heller sind als derlei trübe Artikelschreiber. Und wünsche mir ebenfalls keine entfesselte Zockerbande als einkaufende Kundschaft, sondern vernünftige bodenständige Menschen und handle selbst ebenso.

Mit Schwein sein, kann man gern schnell reich werden wollen. Aber dann gehen Sie bitte woandershin. Ausgang nächste Tür rechts. Aber gerne! Nichts zu danken.

Hängebauchschwein mit blauen Augen, sich ausruhend

Dieses Hängebauchschwein, das sich gerade ausruht, bedankt sich auch. Diese Augen! blau und sehr menschlich. Der Vergleich solcher Menschen mit einem Schwein ist aber eigentlich eine Beleidigung. Für das Schwein.

 

 

 

Meistens ist offen.

Türschild Geschäftszeit Antiquariat Hauser, Schellingstraße 17, München

Die Stunden verrannen unmerklich, und noch immer schritt ich mit hungrigen Augen prüfend von Regal zu Regal, als ich in einer Ecke einige grosse, eben erst geöffnete Kisten erblickte und bei ihnen den Buchhändler, wie er sorghsam Band um Band heraushob, aus der Papierhülle befreite, aufmerksam die für seine Kataloge erforderlichen Angaben notierte und nach kurzerm von jahrelanger Übung zeugender Überlegung, rasch und sicher neben jedes Buch seiner Liste den Preis setzte. Ich trat hinzu und fragte nach Herkunft und Inhalt der Sendung; worauf er mir, mich mit den alten klugen Augen ansehend, vertraulich und wie einem Eingeweihten seine Auskunft erteilte. Die Bücher kamen aus Upsala und enthielten in bunter Reihenfolge Werke von Holberg und Sars, seltene Nachdrucke älterer deutscher Dichter wie Fouqué und Wieland und ganze Reihen von Öhlenschläger Ausgaben und Übersetzungen. Ich griff nach dem nächsten Stapel und sah eine Ausgabe der Werke von E.T.A. Hoffmann in 10 Bänden, Berlin, 1827–28 in entzückenden grünen Einbändenmit goldenem Rückenschildchen; ich hatte zufällig den Band herausgegriffen der die “Prinzessin Brambilla” enthielt mit ihren Kupfern nach Jacques Callot, den phantasstischen Masken und ihren seltsamen Tänzen, und dachte der Stunden, da ich zuerst bei sommerlichem Lampenschein die Erzählungen des Kammergerichtsrates las und in ihm den großen Zauberer und Dichter verehren lernte.

Arno Schmidt: Die Insel, 1937, Einleitung,
in: Bargfelder Kassette 1, Juvenilia.

Telefon-Networking

Das verdammte Telefon: Füddeldi, üddeldi, üddeldi? Füddeldi, üddeldi, üddeldi? Füddeldi, üddeldi, üddeldi?

Ich: Gutewortecopiesclaimsundliebesliederwerbetextmünchenmeinnameistwolfgräbelwaskannichfürsietun?

Mausestimmchen: Hallo?

Ich: Hallo?

Mausestimmchen: Hallo, ich weiß nich, bin ich da jetz richtich bei Whholf Gcheeebl?

Ich: Jaja, sag ich doch.

Mausestimmchen: Dann hallo. Mein Name is Annika-Maria Elfenhaarpinsel [Klarname d. Red. bekannt, aber entf., d. Red.], und ich wollte gern fragen, ob ich in Ihrm Hause ein Praktikum anreten könnte.

Ich: Ein was??

Mausestimmchen: Ein Praktikum. Bitte.

Ich: Ja um Gottes willn, Mauserl, was kennst denn du scho für Wörter? Wie, ähmnaja, wie “alt” bist denn du?

Mausestimmchen: Zehnte Klasse schon.

Ich: Zehnte schon! A so a Große!

Mausestimmchen: Ja, ich weiß, ich bin etwas spät. Die letzten Jahre hatte ich mich eher in der pharmazeutischen und Pflegebranche orientiert.

Ich: Wolltst Krankenschwester wern, gell?

Mausestimmchen: Eher Richtung Altenpflege. Da erkenn ich viel mehr Chancen auf einem Wachstumsmarkt.

Ich: Hat dir des dei Lehrerin gsagt?

Mausestimmchen: Stand in der Financial Times.

Ich: Gibts die no af Deitsch?

Mausestimmchen: Hatten wir letztes Schuljahr in Englisch als Pflichtlektüre.

Ich: Respekt. Und heuer steht gwiss was anders drin?

Mausestimmchen: Ich möchte gerne Qualifilationen draufsatteln, um flexibel für den Markt zu bleiben.

Ich: A so. Hats dir recht graust vorm Nachttöpfausleern?

Mausestimmchen: Eher vor den zwölfstündigen Schichten. Das kollidiert oft mit den Schulstunden.

Ich: Vor allm wenns ein’ in der Früh wieder net pünktlich zum Feierabend nauslassn, gell.

Mausestimmchen: Ja, genau. Da kommen häufig die Hobbies zu kurz.

Ich: Was machstn da gern in deiner, ähmnaja, in deiner “Freizeit”?

Mausestimmchen: Ich kann sehr gut zeichnen.

Ich: A geh. Was malstn da immer?

Mausestimmchen: Hauptsächlich Character Design, manchmal auch gleich mit Storyboarding.

Ich: Die Diddl-Maus kannst, stimmts?

Mausestimmchen: Ja, die. Ich kann aber auch Pferde.

Ich: Jedenfalls die Köpf, wetten? Wird halt gar net viel verlangt …

Mausestimmchen: Bereits während des Kindergartens habe ich mir …

Ich: Passt scho, Mauserl, entspann dich. Brauchst dich net so bewerben, i bring di eh net unter.

Mausestimmchen: Auf Ihrer Website stand aber …

Ich: Und außerdem wars die oberste, gell. A Papp steht da. Sagt dir Panda-Update was? Und was des heißt, wenn des Wort “nicht” oder “kein” wo davorsteht?

Mausestimmchen: Zwei oder drei Monate würden schon genügen.

Ich: Und zahln kann i dir auch nix, dich krieg i ja net amal als Zulieferer verrechnet.

Mausestimmchen: Sie würden mir für mein Praktikum etwas bezahlen?

Ich: War des net so üblich?

Mausestimmchen: Keine Ahnung, was zu Ihrer Zeit üblich war …

Ich: Mauserl, i wüsst noch net amal, wo i dich hinsetz. Aufs Sofa oder was? Oder auf an leern Bierkasten?

Mausestimmchen: Das wäre kein Problem.

Ich: Schreibtisch brauchst ja auch. Zwei leere Bierkästen vielleicht?

Mausestimmchen: Ich sagte ja bereits, das wäre kein Problem. Wir können das gerne übers Home-Office abwickeln.

Ich: Mauserl, bei uns im Haus macht schon einer die Grafik, und des is mei Frau.

Mausestimmchen: Ich weiß, ich hab Sie beide gegoogelt.

Ich: Und bewirbst di immer noch? Tapfers Mauserl.

Mausestimmchen: Ist ja nur für das Praktikum. Ihr Auftrag an mich sollte ja schon klar sein.

Ich: Heißt des, du mailst mir heut im am Viertljahr an Scan von am Pferdeschädl?

Mausestimmchen: Und Sie stellen mir dafür das Zeugnis aus.

Ich: Also recht. Dei Telefonnummer seh i aufm Display, falls i inzwischn doch lieber a Diddl-Maus brauch. Und du überweist mir dann an Zwanzger oder irgendwas fürs Praktikum. A recht a Goldige bist ja und a ganz schlaus Madl, da kriegst a super Zeugnis. IBAN steht dann am Briefbogn drobm.

Mausestimmchen: Es hat mich gefreut, mit Ihnen Geschäfte zu machen. Sie hören dann von mir. Danke und schönen Tag noch!

(Rascheldiklock.)

Das verdammte Telefon: Füddeldi, üddeldi, üddeldi? Füddeldi, üddeldi, üddeldi? Füddeldi, üddeldi, üddeldi?

Ich: Gutewortecopiesclaimsundliebesliederwerbetextmünchenmeinnameistwolfgräbelwaskannichfürsietun?

Frettchenstimme: Guntach, binch bei Ihn’ richtich?

ich: Kommt drauf an. Wos hinwolln.

Frettchenstimme: Wir hätten da einen Auftrach zu vergeben. Ein komplettes CI. Sind allerdings noch in der Orientierungsphase …

Ich: Ja, des hört ma heut öfter …

Frettchenstimme: Sehnse. Müssense sich allerdings bisschn anstreng’ auch für den Auftrach, wie gesacht …

Ich: Gibts a Budget?

Frettchenstimme: Wie gesacht, sind wir noch in einer Orientierungsphase, würden Sie und Ihre Arbeit aber gern kenn’lern’. Dazu wäre es wie gesacht wichtich, wenn Sie zeitnah mal bei uns erschein’ könnten. Ihre Erfahrungen, Ihre Kenntnisse, Ihre Fähigkeiten, diese Dinge, wie gesacht.

Ich: Auf meim Internet warns net?

Frettchenstimme: Sicher, wie gesacht!

Ich: Und? Referenzen? Nix?

Frettchenstimme: Wer hat heut schon diese Zeit, alle Seiten anzuschaun, nichwah, und wie gesacht alles in dieser Smartphonegröße. Also wann könnse vorbeischaun?

Ich: Die Branche wissns aber scho?

Frettchenstimme: Pharmalösung’.

Ich: Tabletten und Verbandszeuch und so? Oder mehr Austattung für Krankenhäuser? Sankas, Nachttöpf, so Sachen?

Frettchenstimme: Nee, wie gesacht: Lösung’. IT.

Ich: Also kei Geld, kei Produkt, kei Gschäft, seh i des richtig so?

Frettchenstimme: Hahaha!

Ich: Des war kei Scherz …

Frettchenstimme: Naja, wie gesacht: Sie sind der Künstler, nichwah!

Ich: Komplettes CI, sagn Sie? Also außer Text scho aa Grafik?

Frettchenstimme: Wie gesacht.

Ich: Geht des aa vom Home-Office aus?

Frettchenstimme: Wenn wir uns darauf einigen, wie gesacht …

Ich: Wartns gschwind, da hab i Ihnen a Nummer.

Kommt ein Germanist in den Musikladen.

“Grüß Gott.”

“Grüß Gott?”

“Banjosaiten bitte.”

“Vier- oder Five-string?”

“Four- oder Five-string!”

“Ja, genau: vier oder fünf?”

“Genau genommen viereinhalb.”

“Müssen’s fei aufpassen: Gitarrenbanjo hätt sechs.”

“Dann is es doch ka Banjo mehr.”

“Gitarrenbanjo.”

“Und die mit weniger?”

“Banjo halt. Vier- oder Five-string. Je nachdem.”

“Gitarrensaiten bräucht ich vielleicht auch.”

“Stahl oder Nylon?”

“Naa, passt scho. Einfach welche fürs Banjo.”

Was wolln’S’n drauf spieln?”

“Bei mir is wurscht, was i spiel. Des wird eh immer Wolfgang Ambros.”

“Und da immer Mir geht es wie dem Jesus, stimmt’s?”

“Ja, des.”

“Ja, des is a bekanntes Problem. Streichinstrumente ham immer vier. Ham’S scho mal an a Streichinstrument dacht?”

“Ja, immer wenn mei Radio auf Bayern Klassik wegschwimmt.”

“Bei Ihrer Größ geht Kontrabass. Da sin die Saiten immer Schafsdarm.”

“Gibt’s die dann aa in Lamm oder Hammel?”

“Dreiviertel oder Vierviertel?”

“Krieg i etz meine Banjosaiten?”

“Five-string. Siem neununeunzich.”

“Danke.”

~~~\~~~~~~~/~~~

“Und, Wölfling? Hast kriegt, wast wolln hast?”

“Keine Ahnung. Kann aber sein.”

“Meiomei, bis ma von dir a Antwort kriegt.”

Soundtrack: Dueling Banjos aus Deliverance
(dt.: Beim Sterben ist jeder der Erste), 1972, was sonst.

Grüß Gott, ich bin das Internet und hätt da mal eine Frage.

Du musst nur die Laufrichtung ändern, sagte die Katze zur Maus und fraß sie. (Franz Kafka)

 

Aber gern.

Internet:
Welche Angebote/Leistungen
möchten Sie denn im Internet gerne besser verkaufen/anbieten?

Ich:
Keine.

Internet:
Wie jetzt.

Internet-Kunden sind untreue Jäger, die Jagd am iPad ruft.

Moritz, der Mausejäger, schaut misstrauisch

Sie wollen eiligst nur eine einzige Sache: Mäuse. Mäuse verdienen, oder Mäuse sparen. Obwohl die hektische Jagd sich oft in Luft auflöst. Weil die Hälfte der Räuber dazu neigt, mitten in der Jagd zu vergessen, was sie eigentlich wollten und es sich am Schluss mit dem Bezahlen richtig gemütlich machen.

Ihre E-Mails, in denen sie vorher ihre Anfragen fehlerhaft reinwischen (an die sich sich nur 1 Tag später kaum erinnern, katzoide General-Amnesie), um sich was zu krallen, sind kryptisch und von einem Analphabeten geschrieben. Unterzeichnet mit dem 80er-Jahre-Schnörkel ‘mfg’. Auf dem iPhone immerhin, gewischt und nicht getippt. Soviel Angeberei muss sein.

Du Internet, bist eine Katze im Morgenmantel vor dem Rechner. And cats are queer articles.

Internet:
das ist super ferruckt LOL hahaha
mfg.
send from my i-phone

Ich:
Typisch.