Freitag! Logbuch

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Plan C

Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen. Blaise Pascal

 

Ich überlege mir grade: Was ist, wenn die Nobelpreis-gekrönte Therapie bei ihr nicht anschlägt. Wie geht es dann weiter mit T.?

Alle sind zuversichtlich.

 

Caravaggio. Matthäus und der Engel

http://syndrome-de-stendhal.blogspot.com/2012/11/matthaus-der-analphabet.html

 

 

 

2 Kommentare

  1. Hallo,

    ja, alle sind immer zuversichtlich.
    Nicht nur, dass es weitergeht, sondern vor allem wie.
    Das kenne ich zu gut.
    Ich versuche dann doch lieber Tatsachen zusammenzutragen – dem wie wegen.
    Aber das ist Arbeit, das ist unangenehm, das tut weh.

    Man darf ja wohl noch hoffen!
    Und: Hör auf zu unken!

    Leider habe ich den Eindruck, dass Menschen mit der Fähigkeit zur Verdrängung des Hier und Jetzt besser durch das Leben kommen.

    Das erinnert mich an eine Diskussion zum Thema Entbindung.
    Nachdem die Zeit des Mutterschutzes im Wesentlichen als Zeit für Babybekleidung kaufen,
    Geburtsvorbereitungskurse besuchen und in den Tag leben angesehen wurde, meinte ich,
    dass man sich ruhig mit dem Herrn Dr. Alfred Rockenschaub befassen könne.

    Nach der Beantwortung der Frage, wer das überhaupt sei, gab es heftigen Widerspruch.
    Man müsse sich die schöne Zeit nicht mit solcher Literatur verderben.
    (Stimmt – man sollte schon bei dem verfestigten Gedanken Kinder in die Welt zu setzen mit dem Lesen anfangen.)

    Und außerdem war es ja klar, das so etwas von mir komme.
    (Ja, leider. Den Menschen aufmerksam zugehört, für vieles interessiert und deswegen oft nachgefragt.
    Und das Feature „Weinen hilft dir jetzt auch nicht!“ von Marie von Kuck gesendet im öffentlich rechtlichen Rundfunk
    hat mir bei diesem Thema die Hoffung (sic!) genommen, dass ich nur den falschen Menschen zugehört habe.)

    Und im Nachhinein heißt es dann „das muss wohl so sein, das war schon immer so.“

    Wohin soll das noch führen, wenn das Denken durch Hoffen ersetzt wird?

    Zum „digitalen Leben“, wo wir Menschen von Robotern alles gemacht bekommen?
    Ist das etwa das Ziel, nicht nur mit dem Denken aufzuhören sondern mit dem ganzen selbstständigen Leben?
    Wozu sind wir Menschen eigentlich am tun sein, also am rumexistieren?
    Ich habe noch kein Viech gesehen, welches sich beim Erblicken meiner die Lefzen leckt
    und sodann – voll Hoffnung auf Stillung des Hungers – mir hinterher jagt.
    Und auch noch keinen Roboter. Wobei – der technische Fortschritt …

    >> Herr Doktor, ich habe immer Kopfschmerzen. <> Das ist kein Problem. Da machen wir einen kleinen Eingriff. Minimalinvasiv.
    Das Hirn können wir moussieren und Sie haben ein Problem weniger. <<

    Aber ich schweife ab! Entschuldigung.

    Bloß gut, dass ich einen technischen Beruf ausübe.
    Da gibt es auf alle Fragen eindeutige Antworten.
    Und wenn man diese zu finden nicht selbst in der Lage ist, liegt es nur am Mangel an Wissen.
    Liest du noch oder weißt du schon?

    Ich wünsche ein schönes Wochenende.

    (Zählt das Aneignen von beruflich verwertbarem Wissen in der Freizeit auch zu den rund 2 Mrd. Überstunden,
    welche wir 2018 natürlich(!) übertrumpfen wollen?)

    • Der vortreffliche Kater Mor

      30. November 2018 at 23:46

      Lieber Mario,
      der Mensch fühlt und hofft in der Tat mehr als er denkt. Das stimmt.

      Bleibt ihm etwas anderes übrig?

      Eine schwere Krankheit mit möglicherweise tödlichem Ausgang ist etwas derart Niederprügelndes, dass der Kranke und seine Angehörigen sich schwertun, in Gänze die hohe Wissenschaft zu verstehen und die Fakten zu verarbeiten. Zumal es bei gewissen schweren Krankheiten – anders als bei Entbindungen – mit den Fakten und den Wahrheiten auch heutzutage sehr dünn wird und selbst hochmoderne Ärzte lieber hoffen statt dem Kranken eisige, faktenbasierte Prognosen zu verkünden. Es gilt inzwischen als ärztlicher Kunstfehler, einen Schwerkranken mit kühler Fakteritis niederzuschmettern. Ein Arzt ist ein Vademecum, der weiße Kittel das Heilmittel; allein was er sagt kann heilen. Ohne Hoffnung kann kein Mensch existieren.

      Den Caravaggio mit Matthäus und dem Engel, weil der Evangelist ungläubig und überrascht wirkt, dem Engel nicht glauben mag. Vor allem Caravaggios erstes, verschollenes Bild (das kleinere, erdige) drückt aus, wie schwer der faktenbetonte und damit erdgebundene Mensch sich mit transzendenten Botschaften tut, die außerhalb seiner Reichweite sind.

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