Nicht zu unterschätzen: Aegopodium podagraria

Vorher:

Gierschbeet vorher

——— Jan Wagner:

giersch

aus: Regentonnenvariationen, Hanser Berlin 2014:

nicht zu unterschätzen: der giersch
mit dem begehren schon im namen – darum
die blüten, die so schwebend weiß sind, keusch
wie ein tyrannentraum.

kehrt stets zurück wie eine alte schuld,
schickt seine kassiber
durchs dunkel unterm rasen, unterm feld,
bis irgendwo erneut ein weißes wider-

standsnest emporschießt. hinter der garage,
beim knirschenden kies, der kirsche: giersch
als schäumen, als gischt, der ohne ein geräusch

geschieht, bis hoch zum giebel kriecht, bis giersch
schier überall sprießt, im ganzen garten giersch
sich über giersch schiebt, ihn verschlingt mit nichts als giersch.

Während:

Giersch nah

Nachher:

Gierschhaufen nachher

Buidln: Selber gemacht, für gemeinfrei mit Namensnennung erklärt.

Bonus Track: Reinhard Mey: In meinem Garten,
aus: Aus meinem Tagebuch, 1970, in: Live, 1971:

Der Ton macht die Musik.

1. Nicht arbeiten müssender Edel-A-Blogger zieht um in ein neues Medium, in dem er auch wieder bezahlt wird.

2. Dass das gewählte Medium sein erklärter Oberfeind war: geschenkt. Passiert im Netz andauernd, dass das Gerede von gestern nicht mehr interessiert. Mir wär’s nicht wurst, aber bitte was solls!

3. Als selbsternannt erlesen vorbildlicher Gentleman der Oberschicht wird er im Ton sehr ruppig, als eine Dame ihn daran erinnert, dass er damit seine Oberfeind-Grundsätze über den Haufen wirft, die er auch immer von seiner Community verlangte (= memorierte Aufforderung “nicht dahin linken!”).

 

Wir bloggen seit 2005.

Ich hab den mal gelesen. Habe viele selbstverliebte Phantasten gelesen, gibt es im Netz sonst andere? Punkt 3 ist unfassbar, da ziehe ich den Stecker.

Das reicht, das wars dann.