Kleine Designbüros aufgepasst: Das Weihnachtskartenungeheuer geht um, drah di net um …

Hier spricht der KATER

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
das ist die liebe Weihnachtszeit!  […]

Theodor Storm

 

Mein Frauchen hat sich ja nun freigemacht – von den angestellten Diensten in der Werbeagentur. Und ist ein kleines Designbüro geworden.

Als ausgesprochen praktisch empfindet es meine Herrin, Folgendes nie mehr machen zu müssen:

  1. Den Grafikeinkauf für die ganze umweltbewusste Mannschaft, wo der Chef ökologische Sprühkleber aufrichtig hasst doof findet, weil nur immer ihm beim Kunden die Logos von der Pappe fielen.
  2. Die Betreuung des Praktikanten-Kindergartens ohne eigene Freistellung. Also noch mehr arbeiten, denn man hat ja Praktikanten hervorragend ausgebildete Mitarbeiter … oh! nein! doch!
  3. Die Weihnachtskarten für die Vorstände der Werbeagenturkunden.

 

Gottseidank aus und vorbei. Aus Gründen. Nicht nur ich der Kater – aus: The Good, The Cat and The Ugly – bin froh. Sondern vor allem meine Herrin dankt ihrem Herrgott auf Knien.

Aber was ist das? Der Weihnachtskarten-Pitch geht jetzt in München um. Pitch! Weihnachtskarten! Mehrfach wurden Konzern-Aliens Anrufer gesichtet.

Man lässt den Angerufenen auf sein Fragen wissen, dass natürlich! mehrere Designbüros drum pitchen. Pitchen?! Um eine X-Mas-Karte? Natürlich! Man lässt die kleinen Designbüros am Rande der Stadt auch wissen, dass man nach erfolgreicher Zusammenarbeit geneigt sei, Folgeprojekte …

 

Die Wahrheit

Weihnachtskarten sind kreativ ein karges Feld und projekttechnisch die Höchststrafe. Ein Politikum und damit eine Gefahr für den Werbeetat! Folgeprojekte? Gibt es nicht, you stupid.

Die WELT weiß über den Agentur-HORROR mit Weihnachtskarten:

“Dort kennt man wie in allen Werbeagenturen den gefürchteten Anruf von Kunden, die darum bitten, ihnen doch „schnell noch“ eine Weihnachtskarte zu machen.

Für die Mitarbeiter, die es trifft, bedeutet das die Höchststrafe. Denn die vermeintlich trivialen Kärtchen sind nicht nur in kreativer Hinsicht ein karges Feld – sie können zu einem echten Politikum werden. „Weihnachtskarten sind fast überall Chefsache, denn der Vorstand muss sie unterschreiben. Sie können wegen einer verunglückten Weihnachtskarte den gesamten Werbeetat gefährden“, berichtet Zschaler, der schon Kunden erlebte, die sich erst nach 20 verschiedenen Designentwürfen für eine Karte erwärmen konnten: nicht peppig genug, zu wenig Stil, nicht witzig oder zu sehr. Die Abstimmungsprozesse für die Kartengestaltung begännen mitunter schon im August, und es werde trotzdem am Ende noch knapp, berichtet der Werber.”

Quelle: Unterschaetzen-Sie-niemals-die-Weihnachtskarte

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