Endlich auf dem eigenen Server!

Liebe Leser,

es ist geschafft: endlich auf dem eigenen Server!

ab 1. August 2011 wird hier weitergeschrieben. Gleiche Themen, das gleiche Geplauder ;-). Es bleibt wie es ist: Alle Inhalte seit 2005 sind jetzt hier. Wir bitten Sie, Kommentare nur noch hier zu verfassen. Vielen Dank!

Und jetzt gleich weiter hier zu

“Don’t Look Now”

dem jüngsten Beitrag auf dem neuen Server.

Viel Vergnügen weiterhin beim Lesen wünschen Vroni und Wolf Gräbel

[Historisches: Am 31. Oktober 2005 wurde der erste Eintrag „Kamma mal sehen …“ hier geschrieben. Dieses Blog hier ist somit 6 Jahre und 9 Monate alt.]

Don’t Look Now

Update zu Undressed to Shower. The Hollywood Küchenmesser Massacre. Liebe, Tod und Marli Renfros Füße in Schokosirup:

The Man Who Wasn't There, film poster 1983

The Man Who Wasn’t There, 1983.

 

The Man Who Wasn't There, film poster 2001

The Man Who Wasn’t There, 2001.

 

The Man Without a Past, film poster 2002

Der Mann ohne Vergangenheit, 2002.

 

Body of Lies, film poster 2008

Der Mann, der niemals lebte, 2008.

“Don’t Look Now”: Die Vögelsequenz aus dem gleichnamigen Film, der auf Deutsch sinnloserweise “Wenn die Gondeln Trauer tragen” heißt, hab ich lange Zeit für die beste der Filmgeschichte gehalten, wegen der gegenläufigen Schnitttechnik nämlich, ehrlich – und bin damit in illustrer Gesellschaft (“We cannot see humping. We cannot see the rise and fall between thighs. […] technically speaking, there was no ‘humping’ in that scene.” Nicolas Roeg, Regisseur). Trotzdem oder deswegen muss man von Deutschland aus ganz schön kramen, bis man eine technisch halbwegs brauchbare Version davon findet. Soweit ich mich an Sexualität erinnere, haben diese drei Minuten allerhand mit dem zu tun, was man so treibt, wenn zufällig mal kein Kameramann zuschaut, der sein Regiedebüt dreht. Deshalb, meine lieben minderjährigen Weblogleser: Weg die Mausepfoten, ja? Wie das geht, kriegt ihr noch beizeiten genug spitz, und ich weiß heute selber, dass Vögelsequenzen nicht in Filme gehören: Wenn in einem Film ein Hemd aufgeknöpft oder das Haarband aus einem Zopf geschüttelt wird, hat das gefälligst als Chiffre zu genügen. Da muss kein unbefugter Sadist von Regisseur seine zahlenden Zuschauer noch weiter damit foltern, was sie alles im Leben verpassen. Aber Julie Christie konnte man 1973 noch ganz gut anschauen (“People didn’t do scenes like that in those days.”) Schönes Wochenende.

Letzte allgemeine Verunsicherung

Update zu Cooles Essen:

Haben Sie mal mit jemandem zusammengelebt, der sich als Gourmet versteht? Und sind Sie da noch zu regelmäßigen Mahlzeiten gekommen?

Mein Französisch ist in letzter Zeit etwas porös, aber “Gourmet” muss etwas heißen wie “Nichtesser”, so eine angeblich unübersetzbare Entsprechung eben. Drei Tage in einem Haushalt mit einem Gourmet, und je nachdem, wer stärker ist, wird einer den anderen zwangsernähren.

Gourmetsein scheint ziemlich hip; man munkelt von Kochsendungen im Fernsehen, wo von gelernten, ja berühmten Köchen gezeigt wird, wie man isst. Und schlecht ernährt sind alle Leute, heißt es.

Und rambazamba macht der Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände – Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) eine Seite namens Lebensmittelknappheit auf. Sollen sie ruhig: Wenn das irgendwas nützt, ist es morgen verboten.

Hach, Moment, “Lebensmittelklarheit” heißt das. Tatsache ist: Zuerst hab ich mich tatsächlich auf “-knappheit” verlesen, und zweite Tatsache ist: Das kommt aufs gleiche raus. Unter Lebensmittelklarheit litt allenfalls meine Oma, aber da war Krieg und schmerzhaft klar, dass die Kartoffeln, die sie der kargen Krume entrang, aus Kartoffeln bestehen.

Im Ernst: Beim derzeit gültigen Preis für Erdbeerjogurt ist nicht die Frage, ob die Erdbeeren darin auf Schimmelpilzen oder Frisörabfällen basieren, sondern ob man davon sofort krank wird oder erst in einem Zeitraum, der auch für Zigaretten gilt.

Der Marketing-Tipp von Ihrem Lieblingstexter: Analogkäse muss endlich veganer Käse heißen. Dann regt sich kein Loha und nicht mal mehr ein Gourmet mehr darüber auf, sondern zahlt begeistert den dreifachen Kilopreis für das, was bei der Rewe-Kette als Bio-Tiefkühlpizza durchgeht, wetten?

Erste Allgemeine Verunsicherung: Oh Bio mio aus: À la carte, 1984.

„Family from Hell“ oder: Kleine Morde unter Freunden

 

"Clients from Hell" kenne ich als Site.

…als Buch als Gute-Nacht-Lektüre (ISBN 978-0-9824739-3-1); darin wird die missverständliche Sicht auf unsere kreative Arbeit in zahlreichen wunderbaren Geschichten nacherzählt. Diese sind wahr, unfassbar und daher brüllwitzig komisch!

kennt es Thilo vom fontblog.

 

Wer aber kennt das Buch "Family from Hell"?

Ich! Ganz alleine!

Die missverständliche Sicht auf kreative Arbeit darf ich im realen Alltag ab und an „genießen“. Zu Besuch gestern bei meinen Lieben auch wieder.

Nicht nur, dass sie kaum verstehen, was ich mache. (Der Klassiker: „Irgendwas mit Computer, aber früher war das doch mit Pinsel …“) Das habe ich langsam kapieren müssen, dass sich das wohl nie ändern wird. Denn eine Erklärung, was ich eigentlich wirklich mache, die länger ist als 2 Sätze, wird nicht gewünscht und ihr wird auch nicht zugehört. Werde eher abrupt unterbrochen, dass es doch besser gewesen wäre, wenn ich Lehrer geworden wäre, weil ich so gerne belehren würde…

Ich gab es also schon vor längerer Zeit auf. Muss ja keine Magengeschwüre kriegen.

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Man gibt mir aber auch regelmäßig ungefragt Ratschläge, dass ich den „Kunden“ halt einfach alles machen solle, was sie wollten. Ihnen beispielsweise Stellenanzeigen gestalten, wo HohlSPIEGEL-reif widersprüchlichster Schwachsinn im Text stehen solle. Nicht beraten! Die wollen das halt und dann machst du das halt so! Denn dann wären diese zufrieden mit dir und das sei Dienstleistung.

Sie halten sich damit jedoch nicht allzu lange auf, lassen mich verdattert stehen und sprechen bei Torte wieder darüber, wie teuer ihr Gärtner geworden sei, ihre neue Nagellackfarbe, und dass sie versuchen wollen, aus ihrem geschlossenen Immobilienfonds herauszukommen, der zu wenig Ertrag abwirft … .

Was steh' ich aus.

Ich weiß manchmal nicht, ob ich über Realsatire im Alltag lachen oder weinen soll. Satire besser im Buch oder im Film! Besser ist das.

DVD-Empfehlung: „Kleine Morde unter Freunden“

 

Stand links und rechts der Isar
by your man

Immer wieder ist es anrührend zu sehen, wie junge Menschen ihrer Zuneigung in neuartigen Ritualen Ausdruck verleihen [hier durchschnittlich unbeholfenes, Unterschichtkids diskreditierendes YouTübchen einfügen]. Sie tun es auf der Thalkirchener Brücke. Hinterher tun sie es darunter, und in den smogfreien Sommernächten, in denen die Luft den Schall besonders barrierefrei transportiert, haben alle Passanten an beiden Isarufern was davon. Wofür das ein Symbol war, merken sie noch beizeiten genug.

Vorhängeschloss Thalkirchener Brücke

Vorhängeschloss Thalkirchener Brücke

Vorhängeschloss Thalkirchener Brücke

Vorhängeschloss Thalkirchener Brücke

Wenn an jedes böse Maul ein Schloss gehängt müsst werden, dann wäre wohl die Schlosserei das schönste G'schäft auf Erden

Wenn an jedes böse Maul
ein Schloss gehängt müsst werden,
dann wäre wohl die Schlosserei
das schönste G’schäft auf Erden.

Sicht-, nicht hörbare Zeugnisse junger Verbindungen unter der Isar über der Isar, selbst erlegt im Juni 2011, plus 1 Fremdbild von Herrn e!genart: Wahrheit, 2. September 2008, und als Bonus Track das beziehungs-reiche Lied von Tammy Wynette: Stand by Your Man 1968 (gerade 2010 von der Library of Congress in die National Recording Registry gewählt, “which selects recordings annually that are culturally, historically, or aesthetically significant”), in der Version aus dem “Blues Brothers”-Film 1980: das beste Lied im ganzen Film, das nicht auf der Soundtrack-Platte drauf war, bei den Japanern in einer Qualität gefunden, die Vollbild zulässt und sogar in Deutschland aufgerufen werden kann.

PS: Leider muss ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle vermerken, dass das Bildmaterial meinem eigenen Copyright unterliegt, weil ich keine 8000 Euro zuviel hab. Die Bilder sind zur Gaudi auf meinem Flickr-Account, die schenk ich Ihnen.

Thank you Jesus, thank you Lord! (And if you’re downright disgusted)

 

Update zu Machst du mir bis Donnerstag ein .mp3 mit allen Münchner Bushaltestellen?Iss deine Frühstückszerealien, Schatz :

Liebe Freunde, gerade habe ich http://j.mp/kuVmov gestartet. Gelobt sei Jesus Christus! Mein Gebet und mein Segen begleiten euch, B. XVI

Vatikan Nachrichten; ea sunt:
Vatikan-TV, Osservatore Romano, Päpstlicher Medienrat, Radio Vatikan, Pressesaal, Vatican.va, V.I.S., vulgo Benedictus PP. XVI per fluminem twitterorum, 28. Juni 2011.

Bewerbungsfoto on Joseph Ratzinger anläßlich seiner Berufung nach Tübingen Mitte der 60-er Jahre.Kaum 2000 Jahre jung und immer auf Augenhöhe mit dem Zeitgeist: DerStellvertreter Gottes auf Erden benutzt die Stiftung seines treuen Dieners Konrad Adenauer als Agentur für Crowdsourcing. Und unsereins ist berufen, am 26. August vielleicht sogar auserwählt, so Gott will,Ghostwriter für den Papst zu werden.

Die Stelle dauert nicht in Ewigkeit, amen, sondern ist befristet bis 26. August 2011. Wir zitieren aus der Ausschreibung:

Wettbewerb: Ghostwriter für den Papst!

 

Ghostwriter gesucht!
Ein Wettbewerb zum Besuch von Papst Benedikt XVI in Deutschland

Wettbewerb bis zum 26. August 2011

Was könnte Papst Benedikt XVI im Deutschen Bundestag im September 2011 sagen? Versuchen Sie sich an einem Redeentwurf und beteiligen Sie sich an unserem Wettbewerb!

Vom 22. bis 25. September 2011 besucht Papst Benedikt XVI. Deutschland. Der erste offizielle Staatsbesuch seiner Heimat steht unter dem Motto „Wo Gott ist, da ist Zukunft“.

Im Rahmen seiner Deutschlandreise wird der Papst auch eine Rede im Deutschen Bundestag halten. Seit Wochen wird heftig über die Inhalte dieser Rede spekuliert. Wir möchten Ihnen die Gelegenheit bieten, sich selbst an einem Redevorschlag für Papst Benedikt XVI zu versuchen. Beteiligen Sie sich an unserem Ghostwriter-Wettbewerb!

Der Gewinnertext wird auf der Webseite der KAS veröffentlicht. Zudem erhält der Gewinner eine der wenigen Karten für die Teilnahme an der Papstrede im Deutschen Bundestag.

Teilnahmebedingungen

Gewertet werden nur Beiträge in Theologie, Form und Inhalt Papst Benedikt XVI entsprechen. Einen Anhalt für die Form kann die Rede des Papstes in Westminster Hall vom 17.09.2010 bieten; Max. Länge: 4-5 DinA4 Seiten, Schriftgröße 12, 1.5 Zeilenabstand;

Die Rede muss auf in deutscher Sprache eingereicht werden. [Sic.] […]

Jury

Die Auswahl wird von einer Jury bestehend aus den Mitarbeitern des KAS Auslandsbüros in Rom, Professoren der katholischen Theologie, Journalisten (Radio Vatikan & Osservatore Romano) sowie geistlichen Würdenträgern. Die Auswahl ist nicht anfechtbar.

Wir freuen uns sehr auf Ihren Beitrag!
Katja Christina Plate, Leiterin Auslandsbüro Rom der Konrad-Adenauer-Stiftung

 

Wie ich das verstehe, ist die Qualifikation: katholisch und deutsch. Und ich müsste meine Mutter fragen (solange sie sich noch an irgendwas erinnert), aber ich erinnere mich verschwommen an eine Ausbildung von vier oder sechs Semestern im katholischen Kindergarten (an mein Deutsch-Studium wollte Mutter sich noch nie erinnern). Bei der Bezahlung sollte das reichen: Die Naturalien, die als Bezahlung dienen, sind nicht im Verkauf, also ein Wert von genau null Euro.

Der ideelle Wert liegt wohl darin, dass die Kreativen das ja nachher für ihr Portfolio verwenden dürfen und deshalb hallelujamäßig dankbar sein müssen. Selber veröffentlichen sie's ja auch. Nutzungsrechte errechnen sich nämlich prozentual, und wie viele Prozent von null ergeben null? Na?

Derlei Briefings ist man als harter Texterknochen auch langsam gewohnt: Schreiben Sie einfach sowas wie letztes Jahr in Westminster Hall und reden wir nicht über den Preis.

Wo Gott ist, da ist Zukunft, genau darum geht's ja, und wo Sein Stellvertreter in seinem Ratzefummel umherwandelt, da hat er keine Zeit, schon vorher zu wissen, was er den Preußen erzählen soll. Der Mann hat Professortitel, oder…? Dann passt das schon: So als Papst ist der Papst ja kein umstrittener Religionsführer wie alle anderen, weil man ihm ja nicht seine Seele verkauft, sondern den Not leidenden öffentlichen Dienst unterstützt.

Karten, um die man sich bewerben muss, gibt's erst wieder für die anschließende Eucharistiefeier, 18.30 Uhr im Olympiastadion. Auch durch dieses Nadelöhr kommt man um Gotteslohn rein. (Ja verreck, in Berlin haben sie jetzt wohl auch schon ein Olympiastadion?)

Bewerbungsfoto:Tübinger Universitäts Nachrichten, 14. Juni 2005.

Soundtrack: The Rolling Stones: Far Away Eyes, aus: Some Girls, 1978: