Kalt

Johnny Horton: North to Alaska, 1960 (gegenüber der populär gewordenen aus dem Western stark zurückgenommene Version).

PS: Leider muss ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle vermerken, dass das Bildmaterial meinem eigenen Copyright unterliegt, weil ich keine 8000 Euro zuviel hab. Die Bilder sind zur Gaudi auf meinem Flickr-Account, die schenk ich Ihnen.

Haben und Nichthaben

Ich kann so nicht arbeiten. Meine – und wahrscheinlich auch Ihre – Krankenkasse gedenkt ihre Beiträge zu erhöhen. Nicht alle. Nur die für Raucher und Übergewichtige. Sie begründet es mit verlegenen Gratisargumenten über eine Solidargemeinschaft, in der jeder einzelne soziale Verantwortung trägt und für seine selbstverschuldeten Krankheiten möglichst alleine aufzukommen hat.

Kann schon sein. Mich stört nur die hinterkünftige Vorgehensweise. Wenn sie mein Geld haben wollen, sollen sie gefälligst das Kreuz aufbringen, es zu sagen. Nicht so schleichend immer noch ein Kreuzerchen mehr abknöpfen, als nur gerechte, ja unverdient milde Strafe für etwas, an dem ich mir auch noch schuldig vorkommen soll, und glauben, ich merk das nicht. Aber dann hätten wir ja eine Diktatur, in der die Obrigkeit schuld an der Misere ist, und keine Demokratie, in der jeder schön selbst sein Glück schmieden darf, gell? Das geht bis jetzt nur mit dem ganzen leistungsscheuen Gelichter, das jeden Tag die ansonsten high performenden Agenturen mit Hartz-IV-Anträgen von der Arbeit abhält.

Offensichtlich besteht soziale Verantwortung in einer Hatz gegen politisch unerwünschte Sozialversager. Oder haben Sie schon mal von erhöhten Krankenkassenbeiträgen für Autobesitzer und Schifahrer gehört? Geht ja gar nicht: Wenn ich mit meinem “Jahreswagen” schon mühsam bis “Kitz” geblockert bin, will ich doch das Hotel nicht mit einem Zigaretten qualmendem Speckknödel teilen. Ist man denn nirgends mehr unter sich?

Wenn der Grund selbstverschuldete Krankheiten wären, ginge noch einiges: Wer zieht endlich die Mietpenner zur Verantwortung, die sich in ihrer Gedankenlosigkeit für einen Wohnsitz im Einzugsbereich eines Handymasten entschieden haben? Wer die Süchtlinge, die trotz aller Ermahnungen und jedermann zugänglicher Information nicht von eierhaltiger Ernährung lassen können? Wenn die darauf bestehen, dass sie mit ihrem Lebenswandel weder sich noch ihre Volksgemeinschaft schädigen, sollen sie halt rüber in den Osten, da düngen sie ihre Wassermelonen mit der Strahlung aus Atomkraftwerken und mampfen das Dioxin mit dem Kochlöffel als Nationalgericht.

Solidargemeinschaft, jawohl. Und der freundliche Herr Sparkassendirektor zahlt mir Zinsen, weil er sich so über meine Sparsamkeit freut.

Hey buddy, got a match?: To Have And Have Not, 1944.

Die zwei Wohnsinnigen

So hat alles einen tiefen Sinn: Ich hab beim Putzen im Bücherregal unser altes Scrabble wiedergefunden.

“Und ich wollte schon ein neues kaufen”, sag ich von der Leiter herunter zu Vroni.

“Weil du so viel Geld sparst, wenn ich das Bettsofa direkt an den Kare überweis?”

“Weil ich mir gerade noch ein Scrabble leisten kann, wenn ich dir in letzter Zeit lauter derartigen Mist geliefert hab, dass du mir nix abgeben kannst.”

“Das ist deine Sichtweise.”

“Und deine?”

“Dass du mir für unsere Kundschaft in letzter Zeit lauter dermaßen gute Sachen geliefert hast, dass ich die Einkünfte nahtlos an unsere Lieferanten weiterreichen kann.”

“Jedes Wort zählt.”

“Was braucht man da noch ein Scrabble.”

“Spielen wir mal wieder eins?”

“Lass mal. Es reicht, wenn wir beim Texten gegeneinander arbeiten.”

Scrabble. Jedes Wort zählt.

Ich hab aber kein E: Ödipussi, 1988.

PS: Leider muss ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle vermerken, dass das Bildmaterial meinem eigenen Copyright unterliegt, weil ich keine 8000 Euro zuviel hab. Die Bilder sind zur Gaudi auf meinem Flickr-Account, die schenk ich Ihnen.