Gründe für die Selbstständigkeit, Folge 495: Teamwork Rag

Der Gruppen-IQ errechnet sich aus dem IQ des dümmsten Gruppenmitglieds geteilt durch die Anzahl der Gruppenmitglieder.

Terry Pratchett

(Talking Blues, Ragtime Turnaround.)

Na was hams denn
Hams ka Zeid
Hams ka Zeid für Diemwörg
Kömmers fei aa anders machn

Hams ka Zeid oder
wollns ned oder
könnens ned
oder dudd Ihnen des weh

Wissens was des is a Diemwörg
wie des geht flexibl sei muss ma da und weng auf Zagg
Gas gem durchschdaddn sein Deil beidrang und
horchn was eim xachd wird

Oder hams am End
grad was Wichdigers zum Duhn
Dann willi nix xagt ham
wenns was Wichdigers zum Duhn ham

Oder brichd Ihnen da
a Zaggen aus der Gronen
wenns mid uns a Diemwörg machn
Na des dudd dann freilich weh

Kömmer Ihnen scho Zeid gem
ganz viel Zeid kömmer gem
für alles Wichdigers
was zum Duhn ham

Des könnens dann in Ihrn Zeugnis lesn
wieviel Zeid dass ghabd ham
und sich Ihnen gnommen ham
Aber wenns fei ned können oder wolln oder sich Ihnen weh dennen oder an Zaggen aus der Gronen brechen

Fade-out: Weiß ned von der Zeidarbeid schiggens uns einglich normalerweis immer meisdens a ganz a indelligendes Madderal rei des zumindesdns glei weiß wie da herin bei uns a Diemwörg gschriem wird

[Ca. 2001. Herr S. (Name geändert) müsste den Job noch haben.]

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Bonus Track: Miss Derringer: Better Run Away From Me, from: Lullabies, 2006.

Die west-östlichen Sofata

Nein, das heißt nicht richtig “Sofata”. Aber wenn Sie beim Einkaufen im Bahnhofsviertel Goethe treffen, mögen Sie sich auch nicht mehr mit halbherzigen Hyperkorrektismen wie “Sofae” zufriedengeben. Die Dame aus dem Film war gerade aus, Gemüse war noch da.

Wer sich selbst und Andre kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen.

Sinnig zwischen beiden Welten
Sich zu wiegen lass’ ich gelten;
Also zwischen Ost und Westen
Sich bewegen, sei’s zum Besten!

Goethe: West-östlicher Divan, 1819 ff.

Hotel Goethe München

Bild: Hotel Goethe, München; Film: Nil Ausländer, 28. Mai 2010.

PS: Leider muss ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle vermerken, dass das Bildmaterial meinem eigenen Copyright unterliegt, weil ich keine 8000 Euro zuviel hab. Die Bilder sind zur Gaudi auf meinem Flickr-Account, die schenk ich Ihnen.

Du bist nicht bei mir, aber ich bin nicht allein (Everybody Now)

Hooters EP Cover 5x5, 2010Na bitte, geht doch: Kaum probiert man nach wenigen Jahrzehnten glückloser Versuche mit dem Bayerischen Rundfunk einen anderen Sender, schon arbeitet man die Nacht durch wie nix. Fürs Protokoll: In den frühen Donnerstagmorgenstunden (15. Juli 2010 gegen halb vier) erreichte das zweite deutsche Lied der Hooters eine breitere Öffentlichkeit, jedenfalls potenziell breiter, als am 7. Mai in die Rundsporthallte von Waiblingen gepasst haben.

Sie erinnern sich an Johnny B. und ihren Auftritt, als Roger Waters 1990 glaubte, The Wall als Kasperltheater aufführen zu müssen. Sie erinnern sich ans letzte Mal, als Sie einen Engländer Deutsch reden hörten und sich ständig verbeißen mussten, ihm verbessernd ins Wort zu fallen. Sie erinnern sich, dass Sie’s gelassen haben, weil er ein wirklich klasse Typ war, mit dem man das nicht machen kann, die Qualität kam eben woanders her als aus seinem korrekten Deutsch; Ihr Schulenglisch war auch nicht besser, als Sie Ihren ersten englischen Liedtext geschrieben haben, und die Hooters haben sogar noch eine halbe Strophe Mozartsolo drin, und das machen sie den meisten German Native Speakers vor. Und Sie erinnern sich, dass man Sauflieder beispielsweise der Toten Hosen viel besser mitpfeifen kann. Und das ist die Hooters-EP wert. Das .mp3 ist so gratis wie legal.

Leider reimt sich nur der Rhein, die Isar auf überhaupt gar nix. Typisch Bayerischer Rundfunk.

Ja/Nein/Abbrechen

Bayern ist ja auch eine Demokratie. Am 4. Juli stimmen deshalb die Menschen dort ab, ob das Rauchen von Tabak endlich illegal werden soll. Mal durchrechnen:

Angenommen, die Mehrheit stimmt für “Nein”, bleibt alles, wie es ist. Das heißt, die 75% Nichtraucher sind glücklich, und die 25% Raucher sind auch glücklich.

Angenommen, die Mehrheit stimmt für “Ja”, sind die 75% Nichtraucher glücklich, die 25% Raucher sind unglüklich.

Aber das immerhin an Orten, die Nichtraucher sowieso nie betreten werden.

Automatenbild: Hamburger Automatenverlag via Qype.