Warum Wählen gaaaaar nicht geht

Aus entlegenen politischen Brennpunkten der Welt verlautet, dass die Leute da ihr Leben einsetzen, um seine Anführer wählen zu dürfen.

Ich weiß, es ist ein Blog, Aufmerksamkeitsspanne gleich null, oder zehn Sekunden, was aufs gleiche rauskommt, darum geben wir uns das nochmal: Menschen. Gehen sterben. Fürs Wahlrecht.

Film: Geh nicht hin!, 2009.

Nun sind wir hier weder in Afghanistan noch werden wir dort besonders eifrig gelesen (hoffe ich…), und in Deutschland setzen die Menschen lieber ihre Freizeit dafür ein, um zu begründen, warum man nicht zur Wahl gehen muss. Mäh, mäh, kann man doch eh nix ändern, diedaohm machendocheh wassewolln, was soll da meine Stimme, außerdem ist da in Walkenried Klostermarkt und in Kloster Eberbach gehobenes Saufen. Es ist nämlich ganz anders.

Hat sich was von wegen das Wahlrecht mit Füßen treten, indem man nicht hingeht, nur weil sich irgendwelche Kuffnucken genau dafür abknallen lassen. Schließlich sind früher die Leute auch beim Bärenjagen draufgegangen, und heute? Sind die Veganer die Guten. Erlegt werden allenfalls political animals, da hab ich in letzter viele gesehen: Das animal lebte biologisch noch, nur die politics waren abgestorben.

Erst vor wenigen Jahren und wenige Kilometer weiter waren Todesfälle im Einsatz für die Meinungsfreiheit zu beklagen. Was machen wir damit? Youtube gucken und Mund halten und das Rezept für Schweinsbraten aus einem C-regierten Land optimieren, hey, wir haben zwonull, Keule.

Betreiben wir Altersvorsorge? Hilfe, is mir doch viel zu riester, I only live once, baby. Aber im Ernst: Haben Sie mal überlegt, wo noch vor siebzig Jahren einer hingekommen wäre, der sich eine schwarz-rot-goldene Fahne ins Autofenster klemmt und hupend den Verkehrsfluss behindert? So gesehen ist Wählengehen tatsächlich blanker Zynismus.

Und anders gesehen? Glauben Sie mir doch sowieso nichts, weil ich meine Ratschläge nicht in gerappter Form vortragen werde und weder über einen sichtbaren Migrationshintergrund noch über Vorstrafen verfüge. Also bitte selber nachdenken, was gut ist (als Einstieg: Die Einsicht, dass ein Politiker, der Politiker geworden ist, um Politiker zu sein, vermutlich Politiker bleiben will, ist keine fortgeschrittene Denkleistung). Das ist meine einzige Wahlempfehlung. Eine dringende.

Bloggen soll ja auch Spaß machen. Tom Waits: I Don’t Want to Grow Up aus: Bone Machine, 1992.

Erster!

8. September 2009: Penny Thalkirchner Straße eröffnet die Weihnachtssaison von ca. 2011. Klingelingeling! Schön, das ganze Weihnachts-Bashing für heuer schon erledigt zu haben.

PS: Leider muss ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle vermerken, dass das Bildmaterial meinem eigenen Copyright unterliegt, weil ich keine 8000 Euro zuviel hab. Die Bilder sind zur Gaudi auf meinem Flickr-Account, die schenk ich Ihnen.

Dass Marmelade Schnaps enthält (What would you ask if you had just one question)

Man weiß jetzt wenigstens, wo man kreativ werden kann, wenn schon nicht, wie. Und kreativ sein, das wollen doch immer alle.

Und, nein, es ist nicht im Bauch. Das glauben, so viel Verunglimpfung muss sein, nur solche, die beständig im Kreise irren.

Geschrieben bedeutet sowieso schon fast gelogen, jedenfalls wenn der Lügner, nein, der Schreiber, sich nicht aufs Multitasking versteht. Aber jetzt ist endlich erwiesen, dass man mir nichts vormachen kann.

Das ist das leidige Neidige an der Wissenschaft: Sie hat Antworten; wir Philosophen haben immer nur Fragen; mit den Bedenken- ist es wie mit den Windelträgern.

Eine Bedienung im Nürnberger Café Express der verflossenen Neunziger hatte das verstanden. Die drehte einmal pro Schicht One of Us auf Rechtsanschlag und schmetterte in einem Bad der Ehrfurcht durch die versammelte Meute den Text von vorn bis hinten mit beeindruckender Wort- und Tonhöhensicherheit mit, und zwar ohne die Arbeit zu unterbrechen. Hefeweizen einschenken konnte sie eh nicht so richtig, dafür kam sie auf Rollschuhen zur Arbeit. Die Frage nämlich, wie Gott heißen könnte, ist mindestens so alt wie das Judentum (also schon ziemlich) — weiterführend aber zu fragen, ob man SEinen Namen auch verwenden würde, das ist in seinem Alltagsbezug sehr groß.

Philosophinnenliedchen: Joan Osborne: One of Us, aus: Relish, 1996.