Das Bild der Woche:

Miss Marple, Murder She Said. 16 Uhr 50 ab Paddington, 1961

Wahrscheinlich Vista Home Premium.

Diese Steilvorlage für alle Mac-Jünger stiftete Metro-Goldwyn-Mayer 1961 in Murder, She Said, deutsch: 16 Uhr 50 ab Paddington, der ersten von vier Miss-Marple-Verfilmungen mit Margaret Rutherford. Das Buch mitsamt dem Autor wurde für den Film erfunden.

She’s Unable to Lunch Today

Seit Youtube praktisch untersagt und wirkungsvoll unterbunden hat, dass Musik abgerufen werden kann, wird wieder klar, was das Demokratische am Internet sein soll: Jedem das Seine heißt eben nicht: Jedem das Gleiche.

In deinem Land ist auch nicht alles verfügbar.

In “meinem” Land (na gut, anteilig schon, bei Google und seinen angeschlossenen Anstalten kennen sie bestimmt meinen Steuersatz) ist eben das Copyright für die ganzen Musikvideos nicht frei, die ich bis vor etwa vorgestern bookmarken, angucken und auf volle Lautstärke hören konnte. Ist ja auch korrekt so, der Umgang mit Rechten an abstrakten Erzeugnissen ist ein großes Thema, gerade in meinem Gewerbe.

Und dann muss doch wieder mit Mythen aufgeräumt werden wie: “Das Urheberrecht ist dasselbe wie das Copyright“.

Ein Mythos ist das? Noch einmal: Na gut. Ich hab auch lange gedacht, der Hirsch sei der Vater, das Reh die Mutter und das Bambi beider Kind. Youtube tut, was es kann, und hat schon mal angefangen, Disney-Filme zuzusperren. Keine Ahnung, ob sie denn noch in jemandes anderen Land verfügbar sind, vielleicht will Disney einfach nur ein paar Backups schaffen, die nicht seinen eigenen Server vollstellen. Oder bei Youtube wird das Salär schmaler und die Arbeitszeit länger, wie man das so kennt, und die für alles verantwortlichen Praktikanten wollen ein paar Kindheitserinnerungen konservieren. Als Nutzer, der nicht mal für die Werbevideos, die er anschauen will, bezahlt, kann man hier nur spekulieren.

Nun bedeutet Demokratie ja auch, dass man für seine Gewohnheiten bei der Mediennutzung nicht erschossen wird, sondern sich sozial selbst aushungert. Das entlastet die Regierung und belässt die Schuld bei den Schuldigen: nämlich den Opfern. Und Unternehmen, die sich ausschließlich auf den Böden lupenrein demokratischer Grundordnungen bewegen, wie zum Beispiel das ehrenwerte Youtube, behalten das Sagen. Es bleibt also alles wie früher: Im Internet bleibt der Vorteil bei den Inhabern von Kapital — hier: von Speicherplatz. Und die digitalen Loser, die mal dachten, sie könnten daherkommen und geldwerte Vorteile abzweigen, werden auf ihren Platz verwiesen — hier: draußen.

Demokratie und Wertkonservatismus — das wollen doch immer alle. Also schnell noch die verbliebene Musik im Internet weghören und auswendig lernen, da hat man was fürs Leben. Nämlich Bildung, und das wollen wir auch alle.

Soundtrack sei deshalb ein “very rare” Video von den Pogues aus Irland, dem alten Widerstandsnest, mit Kirsty MacColl (kennen Sie nicht? Das Wichtigste über die hab ich mal andernorts zusammengestellt): Miss Otis Regrets & Just One of Those Things. Da haben Sie gleich zwei Videos auf einmal (das wollen doch immer alle).

Logo von PRAKTIKAWELTEN.de

Voher:

Praktikawelten-alt

Nachher:

Praktikawelten-neu

Vorher etwas Missionsstationshaftes, jetzt Babysitteragentur?

Die Neugestaltung ist nicht von uns (the missinglink).
Ich bin am Überlegen, ob ein Babyfußabdruck wirklich das richtige Signal für die Vermittlung von Praktikanten in alle Welt ist.

Das neue Logo befindet sich in genau dieser Größe auf der konzeptionell unveränderten Website www.praktikawelten.de

Das alte Logo der Website platziert auf der Website findet man auf diesem Archivlink


Rettet die Animalexotika

Update zu Ahnungsvoller Mittelstand:

Der Eber ist oft missgestimmt,
weil seine Kinder Ferkel sind.
Nicht nur die Frau, die Sau alleine,
auch die Verwandten: alles Schweine!

Im Frühling 2009 bisher gelernt: Nicht alle Animalexotika stammen von Robert Gernhardt. Genau das angeführte, das der Münchner Mittelstand auf dem Viktualienmarkt verwendet, um geflochtene Pinguine crosszusellen, entstammt allen Recherchen zufolge (vor allem Dagmar Schmauks: Ringelschwanz und rosa Rüssel. Stilisierungen des Schweins in Werbung und Cartoon in: IMAGE, 15. Januar 2006) dem lizenzfreien Volksgut.

Dem Viktualienmarkt scheint’s nicht schlecht zu gehen und man wird nach Jahren mal wieder an die Kunstform des Animalexotikums erinnert, die nicht mal googelbar ist. Mal sehen, was man in vergangenen Lenzen schon aus der Slapstick gelernt hat.

Bild: Selber gemacht, Viktualienmarkt, Frühling 2009.

PS: Leider muss ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle vermerken, dass das Bildmaterial meinem eigenen Copyright unterliegt, weil ich keine 8000 Euro zuviel hab. Die Bilder sind zur Gaudi auf meinem Flickr-Account, die schenk ich Ihnen.