Flowerpower

Irgendwie muss ich schnell nutzen, dass meine Nachbarin noch in Urlaub ist. Sie ist die Hüterin des Hofes. Vor unserem Fenster ist ein kleines Stück Garten, das ich gerne etwas… ähm individueller hätte und daher hatte ich kurz vor Winteranbruch Blumenzwiebeln gekauft. Pech, dass die Nacht drauf Bodenfrost war und nix wars mehr mit Zwiebelchen in die Erde bringen.

Jetzt aber, nach Wochen voller Arbeit, habe ich die Zwiebelchen wieder entdeckt, die ich dunkel und kühl lagerte, und mich gefreut. Sie hatten alle grüne wunderfeinste Spitzen dran. Jetzt fehlte die Pflanzschaufel.

Kein Problem, das man nicht lösen kann, ich habe jetzt eine. Fehlt nur noch, dass exakt morgen meine Nachbarin vom Urlaub zurückkommt und sagt, was machst du denn, die gehören dahin und nicht da hin, nicht so flach, nicht so tief und zuwenig Erde, und hier zuviel Erde. Ja, das wird sie sagen.

Woran ich einen guten Kunden erkenne

Gleich sagen Schnellmerker unter uns, ja klar *gngn*, dass er zahlt.

Das stimmt schon, auf den ersten Blick. Jeder, der Kunden hatte, die nicht oder nie zahlten, wird das leidgeprüft für das Hauptproblem halten. Schließlich muss er sich und die Seinen ernähren und die Büromiete zahlen. Heute will ich den Blick auf etwas anders als den Bankauszug lenken, was ich für genauso wichtig halte:

Was ist mit der Zeit und meiner Energie, die ich während des Auftrags mit meinen Kunden verbringe? Eine wichtige Frage.

Doch vorab:

Früher als wir, die Dienstleisterchen im Grafikdesign- und Textbereich, Angestellte waren, war unser gängiger Spruch in der Abteilung oft: "Wir sind täglich über 8 Stunden mit den Kollegen und Chefs zusammen und reden Statistiken zufolge nur ca. fünf Minuten am Tag mit unserem Partner und nur eine halbe Stunde mit unseren Kindern – den Rest, 8 Stunden (ein Drittel) schlafen wir. Geld verdienen da drin müssen wir eh, also lasst uns das Beste daraus machen und wenigstens eine gute Zeit mit den Kollegen verbringen!" Und das war eine wirklich gute Idee, die uns gleich viel kreativer arbeiten ließ und eventuelles Mobbing in der Abteilung im Zaum hielt.

Jetzt ist es so, dass wir als Freiberufler unsere Zeit komplett selbst bestimmen, mit wem wir sie verbringen wollen, auch mit welchen Kunden wir sie verbringen wollen. Seh’ ich den Schnellmerker wieder vorlugen? Der, der sagt: "Ähm, du kannst dir deine Kunden aussuchen und sie stehen Schlange? Ja ne, is klar man …" *vorlachenaufdembodenroll*

Doch, er darf sich vor Lachen auf dem Boden wälzen, ich habe nichts dagegen, wenn dieser Griesegram mal lacht, es wird ihm gut tun. Kommen wir aber zur Sache:

1. Ich erkenne einen guten Kunden daran, dass er Kreative nicht als bunte Zirkuspferdchen sieht, die man zur Gaudi tanzen lässt.

Er hat zwar Vergnügen an der Zusammenarbeit mit ihnen, denn oft sind seine eigenen Firmenmitarbeiter trockener unterwegs oder die tägliche Routine in seiner Firma langweilt ihn. Aber er hat dennoch Respekt vor dem Job, den die Kreativen machen, denn er ist nicht nur immer lustig. Wenn sie ihn gut machen, kommt Qualität von Qual. Zigmal einen Einleitungstext umtexten oder einem störrischen weißen Blatt Papier kreative Überideen einzuhauchen, das weiß er, das nicht immer witzig ist. Weil er es selbst nicht kann und es ihn schon in der Schule gequält hat, daher hat er sie ja geholt.

2. Ich erkenne einen guten Kunden daran, dass er von den Kreativen für sein Geld nur das Beste will.

Ja, ach ne, das soll was Neues sein? Das ist was Neues. Denn ein Kunde, der wirklich das Beste von ihnen will, tut was dafür. Er weiß, dass er sie, solange sie noch nicht der Telepathie fähig sind, ausreichend und darüber hinaus informieren wird. Er versorgt sie sortiert mit Wissen, Anhaltspunkten, Merkmalen, bis sie ihren Job gut machen können. Er sagt nicht: Wenn ihr "Bier könnt", dann muss ich euch ja wohl nix mehr sagen, macht mal was Pfiffiges.

3. Ich erkenne einen guten Kunden daran, dass er intelligent ist.

Er schätzt die offene Rede. Ein Herumgebuckel und eine Dauer-Jasagerei der Kreativen würde seine Intelligenz in seinen Augen beleidigen.

Fazit aus 1-3

Das Wichtigste aber ist: Mit solchen Kunden macht es nicht nur Freude zusammen zu arbeiten, sondern sie bringen… einen voran, alles voran. Der Auftrag wird rund, nein, er wird spitze. Der Kunde hat also selbst das meiste davon, und der beste Nebeneffekt der Welt: Mit ihnen wird man besser und besser. Mit schlechten Kunden aber wird man ebenfalls schlechter. Und das Fiese daran, man merkt es nicht gleich, es ist ein schleichender Prozess: Man kocht dauernd nur in der eigenen Suppe, die Anregungen und Forderungen der Kollegen fehlen ja, und die eigenen schlechten Kunden sind keine gute Inspiration, da sie einen nicht hart aber positiv fordern. Man wird ein fauler Sachbearbeiter, dann denkfaul und am Schluss eine frustrierte lame duck. So ungefähr das Gegenteil des Kreativen.

Dass man fit bleibt und besser wird, ist also der Grund, warum ich solche guten Kunden haben will.
Und solche zahlen auch in der Regel, merkwürdig nicht?

______EDIT:
Um ein Missverständnis aus der Welt zu schaffen, bevor es entsteht: Mit

Er versorgt sie sortiert mit Wissen, Anhaltspunkten, Merkmalen, bis sie ihren Job gut machen können.

meine ich nicht, dass ein Kunde soweit gehen muss, dass er selber am Rechner gefertigte Templates oder Skizzen liefern soll. Lieber nicht, denn derart festgezurrte Vorstellungen sind meist zu früh entwickelt. Passiert auch oft der Designerzunft selber: Sie gehen zu häufig planlos, kopflos, auf jeden Fall zu früh an den Mac und führen aus Angst, nicht fertig zu werden in ihren kurzen Zeitfenstern, bereits Ausarbeitungen aus in schönste Druckqualität. Die schönste Execution bringt aber nichts, wenn die Idee fehlt oder der Plan nicht stimmig ist.

Die Welt der Online-Shops

Ein Online-Shop hat bereits fertige Produkte, man kann sie anschauen, vergrößern und Preise vergleichen, ein Klick führt in den Warenkorb. Wir selbst sind begeisterte Shopper bei Books oder Amazon – und haben Verständnis, dass es so herrlich bequem ist. Nicht ohne Grund hat Amazon beträchtliche Umsatzsteigerungen hinlegen können.

Nicht ganz so bequem ist es beim Einkauf von Dienstleistungen. Ein Designbüro ist leider (noch) kein Online-Shop mit fertigen Produkten, liebe Leser. Wir würden Ihnen auch gerne im Vorfeld auf den Zuruf eines einzelnen Stichworts wie "Broschüre!" reflexhaft Preise nennen und Sie in unseren Warenkorb führen, aber es geht seriöserweise nicht. Noch nicht. Wir wissen ja nicht einmal, wie viele Seiten Ihre Broschüre haben soll, ob Illustrationen oder beispielsweise Fotos aus einem extra dafür angesetzten und von uns gesteuerten und eingekauften Shooting drin sein sollen oder Stockarchivfotos (ebenfalls Fremdeinkauf, aber ganz anderes Preisniveau) usw.

Wir werden uns aber bemühen:

Es wird demnächst einen Warenkorb geben (wie es Online-Druckereien machen), da können Sie anklicken:

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Gestaltung Broschüre, 8s
Text- und Bildkonzeption
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Leistungen:

2 Entwürfe frei, 2 Korrekturdurchläufe frei, 1 Schlusslektorat, davon 1 druckfertiges Layout auf Indesign, 4c/4c, CMYK-Daten, geschlossene Daten, PDF mit Preflight:

… xx,xx EUR

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Gestaltung Broschüre, 12s
Text- und Bildkonzeption
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Leistungen:

2 Entwürfe frei, 2 Korrekturdurchläufe frei, 1 Schlusslektorat, davon 1
druckfertiges Layout auf Indesign, 4c/4c, CMYK-Daten, geschlossene
Daten, PDF mit Preflight:


… xx,xx EUR

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Gestaltung Broschüre, 16s
Text- und Bildkonzeption
__________________________________________________________________________

Leistungen:

2 Entwürfe frei, 2 Korrekturdurchläufe frei, 1 Schlusslektorat, davon 1
druckfertiges Layout auf Indesign, 4c/4c, CMYK-Daten, geschlossene
Daten, PDF mit Preflight:


… xx,xx EUR

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Gestaltung Broschüre, 20s
Text- und Bildkonzeption
__________________________________________________________________________

Leistungen:

2 Entwürfe frei, 2 Korrekturdurchläufe frei, 1 Schlusslektorat, davon 1
druckfertiges Layout auf Indesign, 4c/4c, CMYK-Daten, geschlossene
Daten, PDF mit Preflight:


… xx,xx EUR


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Wie wir das Problem lösen, dass sich solche Warenkörbe nur unsere liebe und teuere Konkurrenz anschaut (und Sie gar nicht, weil Ihnen die ganzen Fachkürzel unverständlich und lästig sind)…, da sind wir noch dran.

Versprochen.
the missing link – Wir lösen Probleme.

Und jetzt einen kleinen Film, viel Spaß und schönes WE schon mal:


Was ist SEO, Suchmaschinenoptimierung…

Im Jahr 1999 hat es gereicht, einfach eine interessante Homepage zu haben, aber das Internet wird immer größer. Nur der, der es versteht, auf erste Plätze im Suchergebnis zu kommen, also rasch und unkompliziert gefunden zu werden, wird bekannt, macht die Geschäfte – die anderen findet keiner mehr.

Alle Mittel und Methoden, von den verschiedenen Suchmaschinen ganz vorne gefunden zu werden, werden Suchmaschinenoptimierung oder Website-Optimierung genannt. Vordere Plätze auf den ersten Suchseiten (SERPs) sind begehrt. Manchmal teuer, weil man sie notfalls kaufen muss.

Hier setzt professionelle Suchmaschinenoptimierung (SEO) an. Es ist kein Magierwissen, wie es rein mit Techniktricks arbeitende SEO-Master hinstellen, aber es verlangt profunde Kenntnis, wie das Internet tickt; verlangt validen Code, verlangt Tools für Analysen, strategische Denkarbeit, Zeit, Fleiß, viele relevante
Backlinks von anderen auf Ihre Site zu kriegen. Aber am wichtigsten: Das Geheimnis sind ganz einfach gute Texte. Google tickt nur so.

Viel guter Text. Unter gut versteht das Internet jedoch nicht: blumig,”pfiffig” und “flotte Schreibe”, wie wir es aus den Printmedien kennen. Sondern es versteht unter gutem Text einen, der ohne psychiatrisch zu wirken viele klare, trockene, konkrete, nützliche Begriffe, Keywords hat, nach denen wirklich gesucht
wird (durch Analyse-Tools ermittelt und strategisch gewichtet). Und der es gleichzeitig versteht, den nur kurz aufmerksamen Leser seriös zu fesseln oder Kaufabsichten zu wecken. Gar nicht so leicht, so zu schreiben (die meisten Amateur-CMS-Sites kriegen es nicht hin). Wir bieten Ihnen das an.

… und wer braucht sie wirklich?

Jeder, der seinen Markenaufbau, seine Wertschöpfung oder seinen Vertrieb stark oder ausschließlich im Internet betreibt. Er wird nur mit professionellem SEO, manchmal nur mit zusätzlichem Online-Marketing Erfolg haben.

Und wer braucht sie nicht? Wer seine Website nur als Pflicht-Visitenkarte betrachtet und sich vor Kunden nicht retten kann. :-P

Kostenlos und unverbindlich eine Google-Analyse und einen konkreten Lösungsansatz anfordern: v.graebel@the-missinglink.de

Altmodisch und froh drum

Warum ich schon seit längerem wieder dahin zurückkehre, was einst als gute Form des Geschäftemachens galt: mit dem direkten persönlichen Gegenüber sprechen (Nein, nix Telefon, ich seh den ja dann nicht).

Die Zeiten des schnellen Online-Austausches haben selbst in einem so beratungsintensiven Bereich wie dem Grafikdesign einen Kundentyp hervorgebracht, den man vorher kaum zu Gesichte kriegte, der sich aber jetzt ameisenhaft vermehrt: den ungeduldigen Pauschal-Preistouristen.

Erkennungsmerkmal 1:
Er ist faul und will wenig Information über sich preisgeben, die Agentur soll aber zu seinem lückenhaften, oft widersprüchlichen Briefing bereits Preise abgeben. Kein Preisangebot aber ohne Treffen.

Ich trenne mittlerweile recht gut die Spreu vom Weizen und erkenne den Preistouristen, der gar nicht unbedingt an einer unmittelbaren Briefing-Zusammenarbeit interessiert ist, aber erstmal wie in einem Supermarkt Preisangebote sammeln will (für was auch immer) an seiner Reaktion: Auf den Vorschlag, sich doch mal persönlich zusammenzusetzen, um das zu besprechen.

Erkennungsmerkmal 2, weiche Version:
Er meldet sich daraufhin nicht mehr.

Erkennungsmerkmal 2, harte Version:
Er beschimpft einen. Schriftlich. Per E-Mail.

Auch nicht schlecht.

Die modernen digitalen Zeiten – und das (vor)schnelle Wort ist leider schnell auf E-Mail.

Leider dann unwiderruflich. Wie menschenfreundlich waren doch papierene Briefe. Das Schreiben ging langsam und man konnte sich in dieser Zeitspanne bis zum Zukleben mit der teuren, schönen Sondermarke noch gut überlegen, ob man damit wirklich zum Postkasten will. Ich kenne den Effekt des zu schnell gedrückten Buttons, aber meine Preistouristen eben nicht. Denn sie haben wenig Übung im digitalen Coolbleiben. Ich aber schon, denn ich betreibe seit über 2 Jahren ein Blog und kommentiere in Blogs. Diese neue Kulturtechnik stählt und bringt einem auf die harte Tour bei (learning by doing und die harten Reaktionen anderer darauf), die schnelle Taste im Zaum zu halten und durchaus fundierte Kritik, aber keine justitiablen Beleidigungen zu posten. Wer also als Geschäftsmensch keine Übung im digitalen Austausch und seinen Tücken hat, sollte lieber zum Papierbrief greifen.

Mit Überzeugung in diesem Bereich gelernter Blogger und gleichzeitig erfrischend altmodisch:
the missing link

Professor Dueck erklärt die Welt. Anhand IBM und überhaupt.

Duecks Farbenlehre: Blau, orange, gelb. Ein Gelber ist ein Tekkie/Kreativer, der muss nicht noch mehr motiviert werden, um mit Hingabe einfach gut zu sein, sonst ist er beleidigt. Ein Blauer ist einer, der die Sicherheit der übersichtlichen Hierarchie braucht. Und ein Oranger ist einer, der glaubt, siegen zu müssen und dem jedes Mittel Recht ist, zu bescheißen.

Welche Farbe herrscht heutzutage vor? Welche Farbe lebst du?

Hier der Link zu Duecks Vortragsfilm:
"Über Firmenkulturen und für mehr Kundennähe"

Zitat Prof. Dr. Gunter Dueck
Chief Technologist, IBM Global Technology Services
Germany:

Der Schluss ist aber am besten, sagen Leute, die dabei waren. Ich hätte ja
lieber, die Leute würden sich die ernsten Messages merken – DIE sind die
Höhepunkte, nicht die Pointen!

Wie wahr.
Bitte etwas Zeit mitbringen und: bei mir hat der Film nicht gestreamt wie versprochen, ich musste ihn mir komplett runterladen. Vielleicht ist das ja bei den guten alten IBM Thinkpads anders :-) Und immer die Dauerpfote am Lautsprecherregler haben, denn Barbara Schöneberger spricht laut, Dueck wieder um einiges leiser. Ist bestimmt auch wieder so ein Trick von ihm, dem Listigen, dass man die Ohren spitzen muss.

Have fun. Alles andere als eine lame duck.
Ich geb’s zu, ich bin ein Fan.