Texte gratis!
(Na endlich!)

In Bayern fangen die Schulferien an, sogar the missing link macht offiziell Urlaub, die Anfragen häufen sich weiter.

In dem Lieferzeitraum, der üblicherweise von uns verlangt (und eingehalten!) wird, liest Ihre Aufträge aber sowieso niemand mehr. Bitte verwenden Sie daher bis zu unserer Rückkehr folgenden Standardtext.

Vom 4. bis 6. August 2006 findet auch heuer wieder das Stadtteilfest Großhadern statt. Festzelte der ansässigen Wirte und Außenbestuhlungen der Ortsgruppen laden zum Verweilen ein. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Zahlreiche Attraktionen für die ganze Familie, u.a. Hüpfburg, Bauchtanzgruppe, Hausfrauentrommeln, Leberkäs, Kinderschminken, Döner, Samstag 13.00 bis 17.00 Flohmarkt (Standmiete 10 Euro pro Tapeziertisch, Voranmeldung nicht möglich), Sonntag Tag der offenen Tür: 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr Leistungsschau der Betriebe (keine Beratung, kein Verkauf). Bei schlechtem Wetter Festzeltbetrieb. Maß Bier (0,4 l) 2,50 Euro zzgl. Pfand. Ab 14.00 Uhr Blasmusik der Stadtteilkapelle Großhadern, ab 18.00 Rock’n’Roll der Schülerband The Tinnitus. Open End bis 22.00 Uhr. Eintritt frei.

Wenn noch Anschläge frei sind, gerne auch "Für Ihr leibliches Wohl ist bestens gesorgt", und jedes s am Silbenende immer schön mit Apostroph, das wird sowieso demnächst Standard.

Gestalten können Sie das selber, Word hat doch heute so viele schöne Schriftarten. Sollten die Cliparts nicht ausreichen, nehmen Sie die Digitalkamera von Ihrem Schwager, der hat vor ein paar Jahren sogar so ein Bilderprogramm gelimewiret, damit hat der seine Bewerbungsfotos total pfiffig gepimpt und es zum… na, wie heißt das… Call Center Agent gebracht.

Damit sollten Sie versorgt sein. Falls bis Ende August noch irgendwas anderes passiert, lassen Sie’s uns wissen, da wären wir nämlich ganz schön neugierig drauf.

Word kann doch jeder

Als ob Bücher kein Medium wären, wird der Literaturbetrieb jedes Jahr immer noch medientauglicher: So wie am 3. September 1988 alles zu "Wetten dass…?" gesagt war, hat Kathrin Passig jüngst zu Klagenfurt das letzte Wort zum Ingeborg-Bachmann-Preis sprechen lassen.

Zusammen mit ihren Kollegen betreibt sie einen gar nicht so schlechten Weblog und treibt sonst noch allerlei Allotria. Berliner halt.

Kalter Kaffee vom letzten Monat? – Dann erwartet the missing link Ihren Vorschlag, wie Sie nächstes Jahr den Nobelpreis zu nehmen beabsichtigen, und zwar den für Literatur, für den man ja nur 1 Programm können muss. Kommentieren Sie’s uns!

I Know Where Syd Barrett Lives

Es liegt kein Segen auf dem Mozartjahr: Die Überväter sterben wie nichts Gutes. Bei Robert Gernhardt war’s keine Überraschung nach gleich zwei Gedichtbänden über seine schweren Krankheiten voll seiner eigenen Nachrufe. Den hab ich nicht bebloggt, weil sich da genug andere gefunden haben. Vor solchen Einschnitten ringt man gefälligst um ein bisschen Fassung und hält den Mund.

Und dann hört man von Syd Barrett zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder was – und zwar was? Dass er a) 60 und b) tot sei. Über den ist viel Wissen verschütt gegangen; man darf also was sagen.

Seien wir ehrlich: Ein elektrisch hochgezüchtetes Elaborat wie The Dark Side of the Moon wäre unter Syd Barrett nicht möglich gewesen. Dafür hätte das Monument The Wall, das in Wirklichkeit auf eine 80-Minuten-CD passt, unter Syd Barrett nicht unter fünf LPs eingenommen.

Dabei war er nur bei den ersten beiden Platten von Pink Floyd; sein eines Soloalbum klingt gut, das andere sieht gut aus, das dritte war schon gar keins mehr. Ich hab an seiner Musik immer die Art geschätzt, wie er sich Zeit nahm, eine Idee durchzudeklinieren, bis alles gesagt war, und dann erst den nächsten Satz anfing. Es war ein unauffälliger, weil selbstverständlich durchgezogener Grundsatz: Bei ihm durften die Melodien ausreden. Das hat die Pink-Floyd-Besetzung, die man gemeinhin kennt, von ihm mitgenommen.

Für mich fällt dergleichen unter Respekt vor der Musik. Und der Sonntagskiffer auf dem billigen Platz, der grienend was von drogenverzerrtem Zeitempfinden dazwischenquakt, soll sich was schämen.

Was er die letzten 40 Jahre getrieben hat, wissen wahrscheinlich nur sein Vermieter und sein Sozialpädagoge. Sollte er tatsächlich gestorben sein, werden auf seinem Grab keine Rosenbuketts mit Haschisch als Grünzeug hinterlassen und keine Whiskyflaschen ausgekippt. Niemand weiß, wo er gelebt hat, niemand rät, wo er begraben wird, und die minderjährigen Aushilfen in den Tonträgerhandlungen finden seine Platten nicht.

Das ist der Dank für ein angenehm überschaubares Gesamtwerk von fünf CDs. Wie geht’s eigentlich Roger Waters?

Vielen Unternehmen fehlt ein wirkliches Profil

Der Profiler ist jemand, der durchgängige Merkmale der Täterpersönlichkeit erstellt, auf dass man den schneller finde, unglaublich fit ist in Psychologie und bei der Polizei arbeitet. So schlimm isses bei bei einer kleinen Agentur am Rande der Stadt aber noch nicht. Unsere Unternehmerkunden oder Privatkunden sind keine Verbrecher, die man zu jagen hat und sie arbeiten auch nicht absichtlich im Verborgenen wie mancher Täter. Eher unabsichtlich ;-)

Ein Profil brauchen sie auf jeden Fall formuliert, bevor wir loslegen können. Das muss uns der Kunde verraten. Denn wir gehören ja nicht zu den Wahrsagern, das wäre leichter:

Ein Profil ist erstmal das, was man ist. Es enthält… Wahrheit. Nicht die Maske, in die man sich hüllt.

Und das, was man nicht ist. Auch ein Nicht-Profil ist erstmal – neutral betrachtet – eben ein Profil.

Irgendwas sagt es immer. Das Profil macht einen erkenntlich. Oder lässt einen verschwimmen.
Das will aber keiner. Ein Unternehmen schon gar nicht. Frage dann: Was macht eigentlich ein "gutes"
Profil aus? Das ist die Aufgabe. Unternehmen wollen ja keine
nichtssagenden Profile haben.

Und ein "gutes" Profil, in dem Wahrheit steckt, (von nix anderem möchte ich hier reden)
grenzt bereits zum Wettbewerb ab (den Feintuning-Rest erledigt die
anschließende Positionierung, die strategische Ausrichtung), indem es
klar ist, vom Inhalt her interessant ist und Besonderheiten des Anbieters herausstreicht.
Da muss noch nix pseudokreativ rumformuliert werden. Es sind
Brottexte, Arbeitstexte (gibbet ja auch "Arbeitstitel" für Manuskripte
und Bücher, genauso), Rohtexte. Wir brauchen daher keine bereits kreativ vorformulierten Texte vom Kunden, sondern Wahrheit. Keine Angst, die posaunen wir nicht heraus. Wir werden uns um die Stärken kümmern und uns überlegen, wie sie am besten zur Geltung kommen. Das ist unser Job.

Es geht daher nie und  nimmer um "gekonnte" oder "pfiffige" (letzteres Wort können Texter eh schon nimmer hören) Formulierungen.
Das ist ein großes Missverständnis. In meinen Augen eins der größten.

Wer nix zart Ungewöhnliches, Besonderes zu bieten hat, oder es ihm
nicht gelingt, seine eigene Besonderheit als Unternehmen oder Unternehmer zu erkennen, kann
selbstverständlich versuchen, das Non-Profil "pfiffig" zu sagen und
sich mit Tonality "abzugrenzen", es bleibt dennoch ein Non-Profil.

Oder: "Mist bleibt Mist, auch wenn man Blümchen herumdekoriert", um
das mal so drastisch zu sagen, wie eine junge Kollegin gerade am Telefon
über ein allgemeines Grafikthema, mit der ich was für einen Kunden auf
die Beine stelle.

Das muss nicht sein. Wir helfen Ihnen von außen, Ihre Besonderheit zu erkennen. Denn wir wissen, die Sicht von innen allein ist die schwierigste und manchmal gar nicht zu machen.