Das Haustier und das Nutztier und die schöne regionale Welt

Unser Umgang mit Tieren

Hier spricht mal wieder der Kater.
DEM KATER SÎN BLOG: Hier spricht der Kater. 17 und forever young.

Wenn der moderne Mensch die Tiere, deren er sich als Nahrung bedient, selbst töten müsste, würde die Anzahl der Pflanzenesser ins Ungemessene steigen. (Christian Morgenstern)

Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt. (Christian Morgenstern)

Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück. (Charles Darwin)

 

Moritz am Ende ihrer Tage

My sun sets to rise again. (Moritz,17, † 17. Mai 2015)

Es geht um Anzeigen gegen Schlachthöfe, die CO2-Gruben, abgebrühte Schweine im Todeskampf und den juristischen Kampf gegen uneinsichtige Betreiber und lahme Kommunen.

Der Staat gibt sich – fast wie immer  – hilflos.

Ich wiederhole der Einfachheit halber den Link dort unten zum Spenden:

Mit Ihrer Hilfe schalten wir für die Tiere die Justiz ein.

 

Man kann viel gegen PETA e. V. haben, aber hier spenden ist eine wirklich gute Sache!

Falls Interesse an Infos aus der unabhängigen, investigativen Presse besteht, der Schlachthof Landshut lässt es grade „tierisch“ krachen. Die SZ berichtet am 27. Juli 2016:

http://www.sueddeutsche.de/bayern/verbraucherschutz-tierquaelerei-und-ungeziefer-auf-niederbayerischem-schlachthof-1.3097244

CO2-Begasung die nachgewiesen qualvoll ist (siehe auch Bundesfleischforschungsanstalt Kulmbach), Ü-Stunden bis oder über 10 Stunden/d der überlasteten Arbeiter (Akkord, nehme ich mal an), die den Tötungstich den nicht mehr sauber setzen und die Tiere im Brühgang erst qualvoll verecken.

Einfach nur kein Fleisch mehr essen reicht nicht, wenn sich was für die Tiere und wenn sich unser Umgang mit Tieren verändern soll.

Der Fleischkonsum in Deutschland sinkt stetig. Aber díe Fleischerzeugung steigt widersinnigerweise dennoch. Die Fleischerzeuger machen dann eben schwer auf massiven (Billig?-)Export. Und zerstören dann eben die heimischen Infrastrukturen eben dieser anderen Länder.

Am Ende auch noch EU-subventioniert ist anzunehmen. Aber auf den Webseiten der einschlägigen “Erzeugergemeinschaften” ein Werbe-Gesülze an Texten, dass man pfeilgrad fast glauben könnte, den Tieren und der heiligen regionalen Erzeugung würde ante und post Mortem ein rosarotes Himmelreich errichtet. Dass sogar ein Werber im Gesicht rot wird. Ob diese ungesunde Gesichtsfarbe von Scham oder vor Wut kommt, ist auch schon egal.

 

Gruß

der Kater

Kurz vor Glockenschlag

Es reicht eben nicht, die wirklich sinnstiftenden Filme zu den naheliegenden Terminen anzuschauen: Das Leben des Brian nur zu Weihnachten und Ostern, damit kommen wir nicht weiter. Ich wollte wirklich, er böte nichts als Klamauk, leider wird er täglich aktueller. Dabei ist gar nicht zu fassen, dass er 600 Jahre vor Erfindung des Islam spielt.

Jeder, der noch bei Sinnen ist, hat schon mal überlegt, welche Rolle aus dem Brian er sein will — oder vom Leben zu spielen verdammt wurde. So richtig wünschenswert ist keine, aber hey, wir kriegen nichts geschenkt. Mich selbst hatte ich jahrelang im Verdacht, der struppige Prophet zu sein (der übrigens von Michael Palin gespielt wird und im Original ein auffallend schönes Britisch spricht); im Rennen war noch der Ex-Leprakranke (schon wieder Michael Palin und nie einer, der von John Cleese gespielt wird).

Ich korrigiere: Nicht allein meine unbedeutende Person, sondern wir alle sind nicht der struppige boring prophet, sondern der keine zwei Sekunden auftretende Zuhörer, der verzweifelt versucht, ein Wort zu verstehen.

Im Gesamtfilm steht der Auftritt bei Minute 43:30 bis 44:04, in den Ausschnitten steht unser aller Vorbild kurz nach Sekunde 20. Mir wäre ein Orient wie aus Tausendundeiner Nacht, dem West-östlichen Divan, Friedrich Rückert oder wenigstens den Almanachen von Wilhelm Hauff, einer voller üppig gesponnener Märchen, unerschütterlich weltoffener Weisheit, phantasievoller Sachen zum Rauchen und einer Friedfertigkeit, von der sich jeder abendländische Giaur noch was abschneiden kann, auch lieber.

Der angestrengt gaffende Zuhörer taucht in keiner Darstellerliste auf. Mehr Hoffnung kann ich uns da nicht machen.

There shall, in that time, be rumours of things going astray … and there shall be a great confusion as to where things really are, and nobody will really know where lieth those little things with the sort of raffia work base that has an attachment. At this time, a friend shall lose his friend’s hammer and the young shall not know where lieth the things possessed by their fathers that their fathers put there only just the night before, about eight o’clock. It’s written in the book of Zero.

Also, ich wollte sagen, dass etwa zu dieser Zeit die Verwirrung … Und die Verwirrung wird all jene verwirren, die nicht wissen, und niemand wird wirklich genau wissen, wo diese kleinen Dinge zu finden sind, die verknüpft sind mit einer Art von Handarbeitszeug, das durch die Verknüpfung verknüpft ist. Und zu der Zeit soll ein Freund seines Freundes Hammer verlieren, und die Jungen sollen nicht wissen, wo die Dinge…, die jene Väter erst um acht Uhr am vohergehenden Abend dorthin gelegt hatten, kurz vor Glockenschlag. Dies steht geschrieben im Buch von Sel.

Vorstadtsokratiker

Man kann nicht zweimal in den selben Wald scheißen.

Heraklit (Neuübersetzung).

Der Verleser der Woche:

Vorsokratiker

statt

Vorstadtkrokodile.

Schade eigentlich. Dabei wollte ich mich schon anfangen zu freuen über die bunten Bilder auf der DVD, damit man endlich Anaxagoras, Anaxarchos, Anaximander und Anaximenes auseinanderhalten kann, und dann kommt man auch noch durcheinander mit dem deutschen Regisseur Wolfgang Becker und dem deutschen Regisseur Wolfgang Becker: einer mit der verkannten und vernachlässigten Vorstadtkrokodilsverfilmung von 1977, einer mit Das Leben ist eine Baustelle von 1997. Schlimmer als mit dem deutschen Regisseur Marcus O. Rosenmüller und dem deutschen Regisseur Marcus H. Rosenmüller.

Macht aber nix, dergleichen kann bereichernd sein. Nächste Woche verwechseln dann hoffentlich die Aushilfsverpacker den Diels-Kranz (nicht realistisch erreichbar) mit dem Wilhelm Capelle (ab ein paar Cent), die alten Vollsokratiker.

Playlist:

Lalala

Guerilla heißt ja, dass alle dürfen, ob sie können oder nicht.

Guerillapoesie Instagram

Ich bin nichts und doch soviel denn ich kann sein was immer ich will!

16. April 2016, keine Ahnung mehr, wo, riecht aber nach Schwabing. Hohenzollernstraße, wetten?

Graffiti Unterführung

Eine Seele ohne Licht. Wie ein Tag ohne Nacht. Macht, keine Kraft. Der Funke entfacht. Der Schatten daneben. (Traurig, gell.)

17. März 2014, verspinnwebte Unterführung im strukturschwachen Niemandsland zwischen Leutstettener Moos und der A 95, wahrscheinlich sogar unter der letzteren.

Raiffeisenbank Isar-Loisachtal für den Prälatengarten Kloster Schäftlarn

Da wo das Geld zuhause ist,
man auch das Schenken nicht vergißt!

1. September 2015 von der Raiffeisenbank Isar-Loisachtal für den Prälatengarten Kloster Schäftlarn. Wenigstens die kennt man.

Remember I said I give you lessons, too?

Obwohl die zuverlässigste Zählung der Filme mit drei und vier Marx Brothers (der biedere Zeppo war Ersatzbank, Gummo war nur live auf der Vaudeville-Bühne und in keinem Film, und einer ist schon mit drei Monaten gestorben) auf 17 plus 7 mit Groucho solo plus 3 mit Harpo solo, und Chico in “jedem der dreizehn Marx-Brothers-Filme” durch seine versehentlich erlernte Pistolenfingertechnik am Klavier aufgefallen sein soll, stellt der “one-stop shop for Chico Marx playing the piano” gerade einmal 10 Klavierauftritte zusammen. So krampfhaft ich mich auf meine frühen Fernseherlebnisse zu besinnen suche, fällt mir auch kein elfter mehr ein.

Chicos zehn Rezitationen populärer Klassiker, früher Schlagerfetzen und Kinderlieder am Klavier dürfen ruhig als stilbildende Momente der Filmgeschichte gelten. Deren Versammlung ist erschütternd kurz: keine 20 Minuten. Das Tonmaterial von Wladimir Sofronitski dauert wahrscheinlich ein paar Wochen, aber sein Schauwert beschränkt sich dabei auf die Spannung, ob er die Tasten auch mit den Mundwinkeln anschlagen kann. Spätestens wenn man Chico in dieser Geballtheit zuschaut, dämmert einem wieder, was man aufgrund der eigenen Lebensauffassung im Leben alles verpasst: eigentlich nichts Genaues, aber schöner, geschmeidiger, leichtfüßiger und vor allem leichtherziger ging’s auch.

Etwas Größeres kann ein Film nicht leisten. Wenn jemandem etwas Größeres einfällt, das ein Film leisten kann, soll er mir’s bitte sagen. Aber nicht in der Rhetorik von meinem alten Vorbild Groucho, das merk ich nämlich sofort und kann’s hoffentlich selber am besten.

  1. The Cocoanuts, 1929: Gypsy Love Song als Signor Pastrami the Lithuanian Pianist;
  2. Animal Crackers, 1930: Silver Threads Among the Gold als Signor Emmanuel Ravelli;
  3. Monkey Business, 1931: Pizzicatto/When I Take My Sugar To Tea als Chico;
  4. Horse Feathers, 1932: Collegiate als Baravelli the Piano Teacher;
  5. A Night at the Opera, 1935: All I Do Is Dream Of You als Fiorello;
  6. A Day at the Races, 1937: Hungarian Rhapsody #2/On The Beach at Bali Bali als Tony;
  7. At The Circus, 1939: Beer Barrel Polka als Antonio;
  8. Go West, 1940: The Woodpecker Song als Joe Panello;
  9. The Big Store, 1941: Mamãe eu Quero als Ravelli, vierhändig mit Harpo als Wacky;
  10. A Night In Casablanca, 1946: Hungarian Rhapsody #2/Beer Barrel Polka/Moonlight Cocktail als Corbaccio.

Um als Bonus Track doch noch einen elften Moment zu ermöglichen, verschweigt die YouTube-Gesamtausgabe ausdrücklich Chicos Duett mit dem vielbeschäftigten Filmgeiger Leon Belasco als Mr. Lyons — aus Love Happy, 1950: Gypsy Love Song — mit der Begründung, dass es kein Solo ist. Als ob der vierhändige Auftritt mit Harpo eins wäre; übrigens der beste, aber der verwendet aufs Ende zu sogar ein virtuelles Orchester. Das heißt mich hoffen, dass jemand oder etwas bald auch eine Sammlung mit den Harfenrezitationen von Harpo erstellen wird.

Hier bin ich Mensch hier kauf ich ein

Beim dm haben sie die hübschesten Kassiererinnen, wo immer sie die auch her haben.

Es fällt schwer, sich bei der Hübschesten anzustellen, darum nimmt man am besten die längste Schlange. Da ist es auch schon egal, dass vor mir eins der weltweit verbreiteten Business-Rollkoffermännchen ansteht. Doch, wirklich, man glaubt immer, es gibt nur das eine, das man ständig beobachten kann, aber wenn man sein Auge für Details geschult hat, ist das tatsächlich jedesmal ein anderes.

Das Exemplar vor mir hat bei dm anscheinend zur Konkurrenzbeobachtung allerlei Flaschen eingekauft, die möglichst viel Platz in einem Einkaufswagen und nachher in einer Einkaufstasche einnehmen: Badeschaum, Spülmittel, Allzweckreiniger. Die — falls noch nicht erwähnt: junge, blonde und vor allem hübsche — Kassiererin zieht mit versonnener Professionalität ein attraktives dm-Angebot nach dem anderen über ihren Scanner und lächelt stillvergnügt bei der Arbeit. Das durch die Eingangstür strömende Sonnenlicht spielt verliebt mit dem dünnen Flaumrand um ihre Wangen. Das Leben ist schön.

Nach der letzten Familien-Sparflasche Weichspüler nennt die Kassiererin freundlich den Preis und wartet. Das Rollkoffermännchen packt unbeirrt Produkte in seinen Rollkoffer.

“Wenn Sie erst bezahlen und dann einpacken”, sagt die Kassiererin, als sei es die beste Spielidee des ganzen Kindergeburtstags, “kann ich schon den nächsten Kunden drannehmen.” Damit bringt sie mich ins Spiel. Das wird böse enden. Bis vor fünf Sekunden hätte noch Rennen geholfen, seitdem kann man nur noch verlieren.

“Ich packe aber erst ein und bezahle dann”, ranzt das Männchen. Sie zuckt die Schultern, verkneift sich das auf der Hand liegende “Auch gut, Rindviech” und beschwichtigt stattdessen: “War ja nur ein Vorschlag.”

“Ihre Vorschläge können Sie sich sparen. Sie werden bestimmt nicht für Ihre Vorschläge bezahlt.” Die Kassiererin lächelt.

“Ich lass mir doch von Ihnen keine Vorschriften machen”, erklärt sich das Männchen genauer. Die Kassiererin lächelt immer noch, als sie nach längerem Zuschauen, das ihr viel Zeit zum Überlegen gelassen hat, sagt: “Und ich lass mich nicht von Kunden anpflaumen.”

“Wo nehmen die in dem Saftladen nur das Dienstleistungsmaterial her”, mault das Männchen, während es doch noch einen Hunderter vor der Kassiererin fallen lässt. Genau das, was ich mich auch bei jedem Besuch frage, darum ist jetzt meine Stunde. Außerdem bin ich sonst wieder tagelang blockiert.

Es muss aber sitzen. Es darf keine Einmischung sein, es darf nicht paternalistisch sein, und ich will nicht dafür als erster auf Maul kriegen. Gar nicht so einfach, aber das lebenslange Studium sämtlicher Geisteswissenschaften einschließlich Beziehungsführung und Menschenkenntnis darf auch nicht für die Katz gewesen sein.

“Was brauchst denn du Grattler die junge Lady jetzt gar so saudumm anreden? Die hat grad versucht, gleich zwei Kunden auf einmal zu helfen”, sag ich zu dem Männchen, “erst dir und dann mir. Das ist das glatte Gegenteil von einem Saftladen.”

“Was mischen Sie sich hier ein”, ranzt es, ohne mich anzuschauen. “Haben Sie was mit der oder sind Sie bloß blutsverwandt oder beides?”

“So”, sag ich, “jetzt langt’s”, und einmal mehr macht es sich bezahlt, große Teile seiner Jugend damit verbracht zu haben, vor dem Spiegel wie Clint Eastwood zu gucken. “Jetzt schleichst dich.”

“Ach so” sagt er, fortfahrend, nach seinen Einkäufen eine Handvoll Wechselgeld zu verstauen, “das sieht diesem Saftladen ja ähnlich, dass die Zwangsgestörten hier das Hausrecht ausüben.”

“Du hast mich schon verstanden”, sag ich. Der Trick hat funktioniert, wenn der Gegner ganz selbstverständlich daran glaubt, dass man Gewalt anwenden wird.

Immerhin schaut er mich jetzt an. “Loser”, sagt er und zieht ab.

Ich bin dran. Taschentücher, Lakritzbonbons, Glasreiniger, das kann ich fliegend im Stoffbeutel verstauen, noch während die — übrigens durchaus hübsche — Kassiererin kassiert, und zahle passend.

Loser hat der zu mir gesagt. Das höre ich öfter, offenbar war ich also doch zu paternalistisch. Um meinen Respekt vor ihrer Arbeit zu äußern, sage ich zur Kassiererin: “Also, ich würd jederzeit gern Vorschläge von Ihnen annehmen.”

“Leck mich, Arschloch”, zischt sie.

Schon eine tolle Rasse, die Rollkoffermännchen. Gewinnen einfach immer.

Soundtrack: Die Ärzte: Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist; es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt, aus: Geräusch, 2003.

Toiletten und Bäder oder so ähnlich

Darya Sennikova, Also sprach Zarathustra, 7. April 2016Was man sich als eigennutzender Wohnungseigentümer alles sagen lassen muss. Erst pünktlich zu Weihnachten die nebenbei zugeflüsterte Anweisung im Auftrag der Eigentumsverwaltung, dass binnen einer Woche das Kellerabteil geräumt sein müsse, unser Problem, wohin, und zurückgeräumt ist bis heute nicht — und diese Woche: Badeverbot. Nicht an der einen fiesen Stromschnelle in der Isar, sondern daheim. Auf unserem Grund und Boden.

Post vom Verwalter, farbliche Hervorhebung aus dem Original übernommen:

Sehr geehrte Bewohnerinnen,
sehr geehrte Bewohner,

in der kommenden Woche zwischen dem 20.06.2016 und dem 24.06.2016 werden an den Entwässerungsrohren noch weitere Sanierungsarbeiten ausgeführt.

Die Toiletten und Bäder können währenddessen genutzt werden.

Allerdings werden Sie gebeten, in der Zeit tagsüber die Nutzung der Abwasserleitungen auf unbedingt notwendige Ereignisse einzuschränken, bzw. auf Vollbäder oder ähnliches zu verzichten.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

[Riesenschörkel]

Sollte also jemand bei unseren unbedingt notwendigen zwischenmenschlichen Begegnungen im Laufe der nächsten Woche einen strengen Geruch oder ähnliches an uns wahrnehmen, weiß er wenigstens, woran es liegt. An uns nämlich nicht. Ich sag’s bloß vorher.

Mal beiseite gelassen, welches unbedingt notwendige Ereignis denn einem Vollbad “ähnlich” sehen soll (Katzenwäsche?): Unsere Ausrede ist, dass wir uns solche First-World-Problems aus Notwehr aufgehalst haben, um nicht vor dem Third-World-Problem der Münchner Wohnungsmieten zu stehen. Welche Ausrede hat der Verwalter?

Lieber nicht fragen. Am Ende gibt er noch Antwort.

Buidl: Darya Sennikova, 7. April 2016:

You can read a thousand clever books, but didn’t understand the main thing, or you can read one and discover a whole world. What is your favorite? My is “Thus Spake Zarathustra”.

Soundtrack: Walter Moers: Adolf (Ich hock’ in meinem Bonker), 2005:

BonusBadewannenBusenBuidl: Kad Café, 21. Mai 2015
(ist das eigentlich die frühe Zooey Deschanel…?).

Kad Café, 21. Mai 2015

The Good, the Bad, the Ugly, and the Flauschi

Update zu Glück und Geld:

Gut, dass einen gerade noch so das Google-Doodle vorwarnt, dass die nächste Zeit wieder irgendsoein Herrenfußball-Schmarrn gefeiert wird, da kann man guten Gewissens non solum das Fernsehgeschehen, sed etiam die Innenstadt meiden und alte Filme gucken.

Für meinen Begriff ist ja Il buono, il brutto, il cattivo, besser bekannt als The Good, the Bad and the Ugly, der auf Deutsch aus kulturhistorisch nicht nachvollziehbaren Gründen nur Zwei glorreiche Halunken zählt, immer noch “der neue” unter den Leone-Eastwood-Spaghettis, weil er der jüngste Teil der Dollar-Trilogie ist. In der Handlung liegt er aber vor den zwei älteren und ist dabei immer noch älter als ich: Ein halbes Jahrhundert wird der pünktich kurz vor Weihnachten.

Man weiß von Vater-Sohn-Gespannen, die den einträchtig eine Zeitlang täglich angeschaut haben — was insofern besonders generationenverbindend ist, als das Ding in der künstlerisch vorgesehenen Fassung 178 Minuten dauert. Man hat also innerhalb der Familie ziemlich viel zum pausenlosen Durchgrinsen, bis Eli Wallach am Schluss Clint Eastwood endlich “Der Blitz soll dich beim Scheißen treffen!” hinterherbrüllt.

Kaufen muss man ihn nicht, weil er gut genug ist, dass sich irgendwo auf Welt immer jemand findet, der ihn ungekürzt auf YouTube pumpt. Bis ungefähr vorgestern hat den Job eine Version mit arabischen Untertiteln gemacht, momentan ist es die mit den vietnamesischen. Die stören nicht weiter, geredet wird sowieso nicht viel. Und die Qualität ist auch nicht mieser als die VHS-Kassetten aus den Achtzigern, wenn man sie mit seinem Vater erst mal einen Monat lang täglich komplett durchgeschaut hat.

Was hat man vor dem Zeiten des Internets — angeblich gibt’s Amazon ja erst seit 1994, YouTube sogar erst seit 2005 — obskure Versandhändler damit bemüht, einem die ungekürzte Fassung mit den vollen drei Stunden aufzutreiben, und es soll bloß keiner glauben, dass die besonders schnell oder billig gearbeitet hätten. In der Kinofassung für Deutschland haben nämlich ein paar bestimmte Großaufnahmen gefehlt, in der Fernsehfassung gar der halbe Showdown auf dem Friedhof, der eigentlich den Film erst ausmacht. Wo sind die Dinger eigentlich heute alle, seit die heimischen Regalmeter für DVDs gebraucht wurden, an die sich zur Not noch jemand erinnert, weil Spaghettiwestern meistens erst ab 16 sind?

Arabien wusste noch von den ganzen 178 Minuten, Vietnam hat jetzt 174. Wer seinen komparatistischen Ehrgeiz darein setzen will, kann ja mal nachschauen, wo heute die restlichen vier abgeblieben sind.

Das ist sowieso das, was den Menschen vom Vieh unterscheidet: Er kann Western etwas abgewinnen und entdeckt auch nach dem hundertelfzigsten Mal noch neue Details.